AOK Studie

Wenn sich vorerkrankte Menschen mit dem Coronavirus anstecken, sind sie besonders gefährdet, schwer zu erkranken. Das betrifft etwa jeden vierten Deutschen, wie aus einer aktuellen AOK-Studie hervorgeht. Wir haben uns angeschaut, wie viele Betroffene es in den hessischen Landkreisen gibt.

Rund 21,9 Millionen Einwohner in Deutschland haben laut einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK mindestens eine Vorerkrankung. Dies kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts mit schweren Corona-Krankheitsverläufen einhergehen. In Hessen sind es knapp 1,6 Millionen Menschen.

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Die aktuelle AOK-Studie zeigt, wie hoch das Corona-Risiko für vorerkrankte Menschen in den hessischen Regionen ist. Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land: Am wenigsten Einwohner mit corona-kritischen Vorerkrankungen leben der Studie zufolge in Darmstadt (18,6 Prozent), im Main-Taunus-Kreis (19,3 Prozent) und in Frankfurt (19,4 Prozent).

Die meisten vorerkrankten Menschen leben im Vogelsbergkreis (33,0 Prozent), gefolgt vom Werra-Meißner-Kreis (32,3 Prozent) und dem Kreis Waldeck-Frankenberg (32,2 Prozent).

Ältere Menschen sind öfters vorerkrankt

In diesen Landkreisen leben mehr ältere Menschen, die von Vorerkrankungen betroffen sind, als in Hessens Städten. Bei den unter 20-Jährigen haben nur etwas mehr als drei Prozent mindestens eine Vorerkrankung, bei den über 80-Jährigen sind es rund 80 Prozent. Knapp zwei Drittel aller Betroffenen mit mindestens einer Vorerkrankung sind älter als 60 Jahre.

Vorerkrankte mit Bluthochdruck, Diabetes oder Herzerkrankungen

In Hessen leiden mit großem Abstand die meisten Vorerkrankten an Bluthochdruck (22,5 Prozent), gefolgt von Diabetes (7,5 Prozent) und koronaren Herzerkrankungen (6,2 Prozent).

Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis, Lebererkrankungen, Krebs und oder einem geschwächten Immunsystem sind ebenfalls gefährdert, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Bundesdurchschnitt: Hessen im unteren Mittelfeld

Der Anteil der Bevölkerung mit mindestens einer Vorerkrankung fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus: Die höchsten Anteile haben Sachsen-Anhalt (35,1 Prozent), Thüringen (34,5 Prozent) und Sachsen (32,8 Prozent). Die niedrigsten Werte hingegen weisen Hamburg (21,4 Prozent), Berlin (22,2 Prozent) und Baden-Württemberg (23,1 Prozent) auf. Hessen liegt mit 24,2 Prozent am unteren Ende des Mittelfeldes.

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Datengrundlage der Studie

Die Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) basiert auf Abrechnungsdaten von rund 26 Millionen AOK-Versicherten aus dem Jahr 2018. Betrachtet wurden ambulante und stationäre Behandlungen sowie ambulante Arzneimitteltherapien. Deren Daten wurden alters- und geschlechtsspezifisch auf die Bevölkerung hochgerechnet.

Laut den Autoren der Studie unterliegen Krankheitsdaten vor allem bei chronischen Erkrankungen nur geringfügigen jährlichen Entwicklungen, so dass die Daten auch für die aktuelle Situation im Jahr 2020 aussagekräftig sind.

In diesem Artikel bei MDR Sachsen-Anhalt können Sie nach Kreisen in ganz Deutschland suchen.

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