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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausrüstung der Schulen mit Tablets lässt auf sich warten

Sechs Schülerinnen und Schüler und eine Lehrerin sitzen zusammen mit Tablets in den Händen.

Bund und Land wollen in der Corona-Pandemie den Schulunterricht digitaler machen. Allerdings sind noch kaum Tablets im Einsatz, und auch bei der Internetverbindung in Klassenzimmern hakt es oft.

Die Bundes- und die Landesregierung haben insgesamt 50 Millionen Euro bereitgestellt, damit hessische Schulen Notebooks und Tablets anschaffen können. Der Bedarf scheint groß: Mindestens 58.553 Tablets und Notebooks wurden bestellt, wie hr-iNFO bei einer Umfrage unter den 21 Landkreisen und fünf kreisfreien Städten im Land herausfand, wobei zwei Kreise nicht antworteten.

Die Geräte sollen den Schülerinnen und Schülern bei Bedarf zur Verfügung stehen. Das ist aber oft unmöglich. Denn ausgeliefert wurde bislang nur jeder fünfte Computer.

Gerätebestand offenbar fast verdoppelt

Vor Beginn der Corona-Pandemie waren mindestens 60.129 Endgeräte an den rund 1.850 allgemeinbildenden Schulen im Land im Einsatz. Wobei nicht alle Kreise exakt aufschlüsseln konnten, wie viele Geräte speziell für Schüler verfügbar und einsatzbereit waren und sind.

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"Die ersten Tablets und Notebooks sind bereits verteilt, und weitere werden zügig folgen", versichert Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Sobald dies geschehen ist, stünden dann insgesamt fast 120.000 Endgeräte bereit - für rund 632.000 Kinder und Jugendliche an den allgemeinbildenden Schulen in Hessen. Damit dürfte der gröbste Bedarf vermutlich gedeckt sein.

Viele Kreise monieren allerdings, dass der Förderbescheid für das Geld zur Computer-Beschaffung sehr spät gekommen sei. Überall werde nun massenhaft bestellt. Vielerorts kommen die Geräte deshalb erst im September, Oktober oder gar Ende November an. Anschließend müssten die Schulen die Rechner erst einsatzfähig machen.

Kein Internet im Klassenzimmer

Ab wann die neuen Geräte vollumfänglich genutzt werden können, ist fraglich, denn in vielen Klassenzimmern gibt es kein WLAN. Zwar verfügen nach Aussage von Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) rund 61 Prozent der Schulen über eine Gigabitanbindung. Bei weiteren 35 Prozent der Schulen sei eine solche in Planung.

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Die Umfrage von hr-iNFO in den Landkreisen zeigt, dass bis zum flächendeckenden WLAN-Ausbau in Klassenzimmern noch einige Zeit vergehen dürfte. Man stehe "noch am Anfang", meldet etwa der Kreis Groß-Gerau. Die Stadt Offenbach erwartet, dass ihre Schulen erst "in einiger Zeit" vollständig mit kabellosem Internet ausgestattet sein werden.

Die Stadt Kassel gibt an, dass sechs von 53 Schulen mit WLAN ausgestattet sind - an der Ausrüstung von acht weiteren Schulen werde derzeit gearbeitet. Bis 2021 sollen dort Breitbandanschlüsse an allen Schulen, bis 2024 auch die WLAN-Infrastruktur an allen Schulen vorhanden sein. Vom Kreis Marburg-Biedenkopf kam die Antwort: "Für die WLAN-Technik brauchen wir noch bis 2022. Bis wir aber wirklich überall digital unterrichten, das braucht noch etliche Jahre."

In einigen Kreisen geht's voran

Lichtblicke gibt es auch: Im Main-Kinzig-Kreis sind nach Angaben der Kreisverwaltung mehr als die Hälfte aller Unterrichtsräume mit WLAN ausgestattet. Im Odenwaldkreis sollen letzte Lücken bis Ende 2021 mit Glasfaserleitungen geschlossen werden. Frankfurt verfolgt den Plan, jährlich rund 35 weitere Schulen mit WLAN auszurüsten.

Sendung: hr-iNFO, 28.08.2020, 10.50 Uhr