1.Mai in Frankfurt: Menschen mit einem Transparent mit dem Motto "Solidarität ist Zukunft" laufen an der Zentrale der Deutschen Bank vorbei.

Tausende Menschen in Hessen sind am Tag der Arbeit für Arbeitnehmerrechte auf die Straße gegangen. Das bestimmende Thema: die Situation der Beschäftigten in der Corona-Zeit. Bei einer Demonstration linker Gruppen in Frankfurt gab es Festnahmen und Verletzte.

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Nach der Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr sind am Samstag wieder tausende Menschen in Hessens zum Tag der Arbeit auf die Straßen gezogen. In den Mittelpunkt der Aktionen stellten die Gewerkschaften in diesem Jahr die Corona-Situation der Beschäftigten.

An der zentralen Veranstaltung in Frankfurt für den DGB-Bezirksverband Hessen-Thüringen nahmen am Demonstrationszug durch die Innenstadt mit anschließender Kundgebung nach Einschätzung der Polizei rund 3.000 Personen teil. Nahezu alle hätten Mund-Nasen-Schutz getragen und sehr auf Abstände geachtet, sagte ein Polizeisprecher.

DGB-Aktionen an 36 Orten in Hessen

Hessenweit beteiligten sich am 1. Mai an insgesamt 36 Orten erstmals wieder größere Menschengruppen an den traditionellen Präsenz-Aktionen für die Arbeitnehmer-Forderungen, die größten dazu fanden in Gießen, Marburg, Kassel, Offenbach, Fulda und Darmstadt statt.

2020 hatten die Gewerkschaften ihren Protest größtenteils ins Internet verlegt und auf einen Aufruf zu Präsenz-Demos verzichtet.

Tausende Menschen ziehen mit Transparenten am Frankfurter Mainufer entlang Richtung Opernplatz zu einer vom DGB aufgerufenen Demonstration zum Tag der Arbeit.

DGB fordert Mindestkurzarbeitergeld von 1.200 Euro

Bei der zentralen Kundgebung auf dem Frankfurter Opernplatz setzte sich der DGB-Chef für Hessen-Thüringen Michael Rudolph für eine "solidarische Krisenlösung" ein. Der DGB hatte zuvor bundesweit zu Aktionen zum Motto "Solidarität ist Zukunft" aufgerufen.

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Eskalation bei linker Demo in Frankfurt

Eine Mai-Demonstration linker Gruppen in Frankfurt ist am Samstagabend eskaliert. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen

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Rudolph forderte eine bessere soziale Absicherung von Beschäftigten in unteren Einkommensbereichen und die Abschaffung von 450 Euro-Jobs sowie "sachgrundloser" Befristungen. Auch die Übergangslösung Kurzarbeitergeld erreiche langsam ihre "Belastungsgrenze", so Rudolph. "Was vorübergehend funktioniert hat, trägt nicht immer auf lange Sicht. Dort wo es niedrige Löhne gibt, wie im Einzelhandel oder im Hotel- und Gaststättengewerbe, gehen die Beschäftigten auf dem Zahnfleisch." Er forderte ein Mindestkurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro.

Von der schwarz-grünen Landesregierung forderte der Gewerkschafter ein Konzept, die hessische Industrie sozial und ökologisch nachhaltig zu verändern und Beschäftigung zu sichern. Die IG Metall setzte sich für eine Angleichung der Tarifbedingungen in Ost und West sowie für mehr Ausbildungsaktivitäten ein.

Frankfurt: Festnahmen und Verletzte

Am Rand der Demo in Frankfurt kam es zu einem Zwischenfall. Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, zeigte eine Frau den abziehenden Versammlungsteilnehmern am Opernplatz den Hitlergruß. Die Frau erhielt von der Polizei eine Strafanzeige.

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Bei einer Mai-Demonstration linker Gruppen in Frankfurt kam es am Samstagabend zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Teilnehmenden. Mehrere Beamte seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Über Verletzte unter den Demonstrierenden war zunächst nichts bekannt.

Mindestens zwei Demonstranten mussten notärztlich versorgt werden. Über den Kurznachrichtendienst Twitter bestritt die Einsatzleitung Vorwürfe, dass Einsatzkräfte dafür verantwortlich gewesen seien. Ein Sprecher erklärte, dass es sich um medizinische Notfälle bei zwei Männern gehandelt habe.

Feuerwerkskörper und Nebeltöpfe

Aus dem Demonstrationszug seien Feuerwerkskörper und Nebeltöpfe geworfen worden, berichtete ein Polizeisprecher. Auch seien Beamte mit Flaschen und Steinen angegriffen worden. Es habe daher Festnahmen gegeben.

Später wurde auch ein Wasserwerfer eingesetzt, um eine Sitzblockade einer etwa 20-köpfigen Gruppe aufzulösen, nachdem die Polizei die Versammlung wegen des unfriedlichen Verlaufs für beendet erklärt hatte.

3.000 Menschen nahmen teil

Die Polizei sprach von mindestens 3.000 Menschen, die sich zu einem "Tag der Wut" zunächst auf dem Opernplatz versammelt hatten und dann durch das Bahnhofsviertel gezogen waren. Laut Augenzeugen waren nahezu alle Teilnehmenden vermummt und zunächst bemüht, die Corona-Regeln einzuhalten.

Im Internet war auch zum "revolutionären 1. Mai" aufgerufen worden. Die Veranstalter hatten den Behörden ursprünglich rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.05.2021, 19.30 Uhr