Rund 4.500 Menschen haben in Frankfurt gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien protestiert. Auch in Kassel und Gießen zogen Demonstranten auf die Straße. Die Polizei sprach jeweils von einem friedlichen Verlauf.

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zum Video Tausende demonstrieren in Frankfurt gegen türkischen Angriff

Hessenschau bom 19.10.2019
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Frauen und Kinder in der ersten Reihe, "Freiheit für Rojava"-Rufe: Unter dem Motto "RiseUp4Rojava" haben am Samstagnachmittag tausende Menschen in Frankfurt gegen den Einmarsch der türkischen Armee in das überwiegend von Kurden bewohnte Nordsyrien protestiert. "Kurdistan blutet, Europa sieht zu", stand auf einem der zahlreichen Plakate.

Ein starkes Polizeiaufgebot begleitete den Demonstrationszug, größere Zwischenfälle blieben laut Polizei aus. Sie schätzte die Zahl der Demonstranten auf rund 4.500.

"Mit deutschen Waffen wird unser Volk abgeschlachtet"

"Die Kurden werden von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen", rief eine Rednerin während des Demonstrationszuges. Dabei hätten die Kurden in Nordsyrien zuvor in einem blutigen Kampf die Terrormiliz IS besiegt. Überall waren die kurdischen Farben gelb, rot und grün zu sehen - auf Fahnen, auf Hals- und auch auf Kopftüchern. Immer wieder wurden deutsche Rüstungsgeschäfte mit der Türkei angeprangert. "Mit euren deutschen Waffen und Panzern wird unser Volk abgeschlachtet", rief eine Aktivistin.

Manche Demonstranten hielten Bilder von zerstörten Gebäuden und verletzten Kindern in die Höhe. Dabei ging es auch um die eigenen Angehörigen. "Meine Familie kommt aus Afrin, ich weiß nicht, wie es meinen Eltern und Geschwistern geht", erzählte ein Mann mit weißer Ordnerbinde.

Bundesweiter Protestaufruf eines kurdischen Dachverbands

Ein kurdischer Dachverband hatte bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen. Die Organisatoren der Proteste werfen der Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vor. Am vergangenen Samstag hatten bereits rund 4.000 Menschen friedlich in Frankfurt gegen die Militäroffensive demonstriert.

In Kassel folgten rund 550 Menschen dem Aufruf, wie die Polizei dem hr auf Nachfrage bestätigte. Auch hier sei der Verlauf friedlich. In Gießen waren es laut Polizei rund 250 Teilnehmer.

Sendung: hessenschau, 19.10.2019, 19.30 Uhr