Propst Oliver Albrecht, Ministerpräsident Volker Bouffier und Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg beim Trauergottesdienst in Glashütten für den am Frankfurter Hauptbahnhof getöteten Jungen

Familie, Nachbarn und Ministerpräsident Bouffier haben in Glashütten Abschied von dem Ende Juli am Frankfurter Hauptbahnhof getöteten Jungen Abschied genommen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Angehörige nehmen Abschied vom am Hauptbahnhof getöteten Jungen

Trauernde bei dem Gedenkgottesdienst in Glashütten für den am Frankfurter Hauptbahnhof getöteten Jungen
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Bei der ökumenischen Gedenkfeier am Heimatort der Familie in Glashütten (Hochtaunuskreis) war auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) unter den Trauernden. Laut einer gemeinsamen Mitteilung des Hochtaunuskreises und der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau hatte er der Familie zuvor auch in einem persönlichen Gespräch seine Anteilnahme bekundet. Bouffier und die Glashüttener Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (Unabhängige) hatten sich zudem kurzfristig entschlossen, selbst eine Fürbitte im Gottesdienst zu halten.

Ein 40-Jähriger hatte am 29. Juli an Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs eine Frau und ihren achtjährigen Sohn ins Gleisbett gestoßen. Unmittelbar danach fuhr ein ICE ein. Der Zug erfasste den Jungen, der seinen schweren Verletzungen erlag. Seine Mutter konnte sich gerade noch retten. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der Täter war an seinem Heimatort in der Schweiz in psychiatrischer Behandlung. Was ihn zu der Tat trieb, ist unklar.

"Für immer schrecklich und unfassbar"

In seiner Ansprache sagte der evangelische Propst für Rhein-Main, Oliver Albrecht, das Ereignis bleibe "für immer schrecklich und unfassbar". Angesichts der Sprachlosigkeit sei es wichtig, "zusammenzuhalten, zu beten und zu weinen, zu singen und zu klagen, uns an den Händen zu nehmen und in die Augen zu schauen". Das Ganze sei wie ein böser Traum und zugleich eine unendliche Leere. "Wie kann da der Glaube helfen? Was kann uns trösten?", sagte der Theologe: "Der Glaube nimmt uns nicht den Schmerz. Aber er hilft vielleicht, mit ihm zu leben."

"Damit die Wut nicht zur Rache drängt"

In einem Fürbittengebet sprach Ministerpräsident Bouffier das Entsetzen über die Tat im Bahnhof an. "Wir sind fassungslos über das Böse, zu dem ein Mensch fähig ist", sagte der Politiker: "Hilf uns, hilf allen, damit sich der Zorn nicht in die Seele frisst. Damit die Wut nicht zur Rache drängt."

Bürgermeisterin Bannenberg bat in ihrem Gebet um Kraft und Stärke: "Lieber Gott, gib uns die Kraft als Gemeinde zusammen zu stehen und schwierige Zeiten gemeinsam zu überwinden. Gib uns die Stärke, uns nicht beirren zu lassen im Bestreben um einen respektvollen und friedlichen Umgang miteinander." Der Familie wünschte sie Kraft in ihrer Trauer und für ihr weiteres Leben.

Medien waren im Gottesdienst mit Rücksicht auf die Trauerfamilie nicht zugelassen.

Sendung: hr-iNFO, 17.08.2019, 19 Uhr