Demo Demonstration Frankfurt George Floyd Römer

Knapp neun Minuten Stille im Gedenken an den schwarzen US-Amerikaner George Floyd, der bei einem Polizeieinsatz getötet wurde: Tausende haben sich am Samstag in Hessen zu sogenannten Silent Demos getroffen.

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hessenschau vom 06.06.2020
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Mehr als 15.000 Menschen haben sich am Samstag in ganz Hessen versammelt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Alleine 8.000 davon in Frankfurt. Nicht mal eine Stunde nach dem Beginn der sogenannten Silent Demo sei der Römerberg bereits voll gewesen, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Die Menschen verhielten sich friedlich.

Die Corona-Abstandsregeln waren am Nachmittag allerdings nicht mehr einzuhalten. Sehr viele Menschen standen auch auf dem Paulsplatz und in den Nebenstraßen bis zum Mainufer.

In ganz Deutschland gab es am Samstag Silent Demos. Auch die anderen Veranstaltungen in Hessen verliefen nach Polizeiangaben allesamt friedlich. In Kassel fanden sich demnach vor dem Hauptbahnhof rund 3.000 Demonstranten ein, zum Universitätsplatz in Fulda kamen etwa 2.000 Menschen, wie die Polizei berichtet, und in Wiesbaden am Luisenplatz demonstrierten 500 Teilnehmer. In Marburg fand am frühen Abend zudem eine Demonstration vor dem Erwin-Piscator-Haus statt, zu der auch knapp 3.000 Leute erschienen.

"No justice, no peace"

Auf dem Frankfurter Römerberg hielten die Demonstranten Schilder mit dem Motto der Bewegung "Black Lives Matter" hoch und riefen "No justice, no peace". Redner erinnerten daran, dass Rassismus nicht nur in den USA existiere, sondern auch hier ein Problem sei.

"Wen ruft man im Notfall, wenn man nicht mal der Polizei vertrauen kann?", fragte eine Rednerin. Ein junger schwarzer Mann sprach von "26 Jahren Erfahrung mit Rassismus", die er gemacht habe. "Jeder kennt die Blicke, das gemütliche Herspazieren von Polizisten - und dann die verdachtsunabhängige Kontrolle", kritisierte er das sogenannte Racial Profiling, also Kontrollen auf Basis äußerlicher Merkmale.

Bereits am Freitag 3.000 Menschen in Frankfurt

Auslöser für die Silent Demos war der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd, der in den USA von einem Polizisten getötet wurde. Laut Veranstalter stehe der Name symbolisch für die knapp neun Minuten, die Floyd von dem Polizisten zu Boden gedrückt wurde und in denen die Teilnehmer ihm still gedenken wollen.

Bereits am Freitag hatten sich rund 3.000 Menschen auf einer Kundgebung in Frankfurt mit der Bewegung "Black Lives Matter" solidarisch gezeigt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 6.6.2020, 19.30 Uhr