Schülerinnen und Schüler sitzen mit Gesichtsmasken bekleidet im Klassenraum vor einem Computer.

Wird der Lockdown für Schulen verlängert? Kommt das Wechselmodell? Oder heißt es nach den Weihnachtsferien "Präsenz zeigen"? In Hessen läuft es auf einen Mix aus alledem hinaus.

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Maske tragen, Abstand halten und regelmäßig Stoßlüften. Das war der Schlachtplan vieler Schulen im Kampf gegen die Pandemie, bevor im Dezember wegen hoher Infektionszahlen der Präsenzunterricht vor den Weihnachtsferien ausgesetzt wurde. Doch wie geht es ab dem 11. Januar nun weiter, wenn die Schulen laut Ferienplan wieder öffnen?

Präsenzunterricht für die Kleinen – und die Großen

Am Montag einigte sich die Konferenz der 16 Kultusminister (KMK) in einer Schalte auf eine stufenweise Öffnung der Schulen für untere Klassen und Abschlussklassen. Das teilte die KMK in Berlin mit. Allerdings mit einer Einschränkung: Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen sei dann möglich, "sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen".

Aus dem hessischen Kultusministerium heißt es, die Klassen 1 bis 6 sollen wenn möglich sofort wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren, gleiches gilt wohl für die Abschlussklassen. Ab Klasse 7 soll nach Angaben des Sprechers von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) Wechselunterricht stattfinden. So hatten es einige Schulen in Eigenregie bereits vor den Winterferien gehandhabt.

Kauft sich Hessen noch eine Woche Zeit?

Am Dienstag werde über eine Art Übergangswoche entschieden, sagte der Lorz-Sprecher hessenschau.de. Denkbar wäre demnach, die hessischen Schüler noch eine Woche länger im Distanzunterricht zu belassen, um den erwünschten Wechselbetrieb vorzubereiten. Eine Notfallbetreuung, wie sie auch vom Landeselternbeirat gefordert wird, würde aber in jedem Fall angeboten.

Es ist zu erwarten, dass Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag im Anschluss der nächsten Bund-Länder-Videokonferenz der Regierungschefs über das weitere Vorgehen informiert. Ebenso erwartbar scheint dann eine Verlängerung des generellen Lockdowns in Hessen über den 10. Januar hinaus. Inwiefern das bei den Schulfahrplänen eine Rolle spielt, wird sich zeigen. Der hr überträgt die Pressekonferenz live am Dienstagnachmittag online und im TV.

Lehrer fordern Wechselmodell

Die Lehrergewerkschaft GEW plädiert weiterhin für ein Wechselmodell in den Schulen. Die entsprechende Anweisung müsse aber von Ministeriumsseite kommen. Man erwarte ein sinnvolles Konzept, wie Gesundheitsschutz und Bildung für alle wirklich gut kombiniert werden könnten, sagte die hessische GEW-Vorsitzende Maike Wiedwald dem hr. Ein voller Präsenzunterricht biete diesen Schutz "sicher nicht". Ähnlich äußerte sich auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Es brauche klare und verlässliche Aussagen, um den Schulbetrieb planen zu können.

Und die Schüler? Liegen mit ihren Vorstellungen ziemlich nah bei den Plänen des Kultusministers. Landesschulsprecher Paul Harder favorisiert ebenfalls eine Art Wechselmodell mit Priorisierung auf die Abschlussjahrgänge: "Das bedeutet, dass man vor allem bei den Abiturient*innen und Schüler*innen, die ihren Haupt- und Realschulabschluss machen, besonders darauf achtet, dass sie nochmal mehr die Möglichkeit haben, Lernstoff vermittelt zu bekommen."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 4.1.2021, 16.45 Uhr