Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporterin: "Die Erlebnisse waren zu schlimm für alle Beteiligten"

Eingang der Kita Atzelbergstraße in Frankfurt-Seckbach

Nach dem Tod eines Kindes durch einen Stromschlag in einer Kita in Frankfurt soll die Einrichtung erst im Frühjahr wieder öffnen - mit einem neuen Konzept. Das alte Erzieher-Team will nicht mehr dort arbeiten.

Das Unglück hatte bei vielen große Betroffenheit hervorgerufen: Ein sechs Jahre alter Junge war am 29. Oktober in einer Kita in Frankfurt-Seckbach nach einem Stromschlag ums Leben gekommen. Seitdem ist die Einrichtung geschlossen, die Kinder in anderen Betreuungsstätten von Kita Frankfurt untergebracht. Die Ursache war vermutlich eine defekte Steckdose, die Ermittlungen in der Sache dauern noch an.

Fest steht aber jetzt: Das betroffene Kinderzentrum Atzelbergstraße öffnet erst im neuen Jahr wieder - dann mit einem neuen Konzept und einem neuen Team, wie Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bereits am Dienstag mitteilte. Die Wiedereröffnung ist demnach für Frühjahr 2020 angestrebt.

"Das Unglück des Todes von Antonio ist für uns alle immer noch unfassbar", sagte Weber. "Es hat eine Familie, einen Stadtteil, die ganze Stadt in Trauer gestürzt." Zuvor hatte Weber die Eltern der betroffenen Einrichtung mit einem Brief über die Neuerungen informiert.

Kita-Team kehrt nicht zurück

Mit dem neuen Konzept will die Stadt dem Wunsch vieler Eltern nachkommen: "Die vielen Eltern im Stadtteil zählen auf uns, dass wir dem Kinderzentrum Atzelbergstraße einen Neuanfang ermöglichen", erklärte Weber. Alle Beteiligten seien sich ihrer großen Verantwortung bewusst und würden mit größtmöglicher Sensibilität vorgehen.

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Tod in Kita: Sechsjähriger starb wahrscheinlich an Stromschlag

mt
Ende des Videobeitrags

Zudem muss ein neues Team für die Einrichtung gefunden werden, weil die bisherigen Beschäftigten dort nicht mehr eingesetzt werden möchten. Das pädagogische Team habe sich entschieden, nicht mehr ins Kinderzentrum Atzelbergstraße zurückzukehren, erklärte die Betriebsleiterin von Kita Frankfurt, Gabriele Bischoff: "Die persönliche Betroffenheit ist sehr groß. Die Stellen sind darum neu ausgeschrieben worden und erste Vorstellungsgespräche finden statt."

Zum neuen Konzept gehört auch, dass es künftig Betreuungsplätze auch für Kinder unter drei Jahren geben soll. Dafür sollen etwa neue Toiletten eingebaut und die Räume teilweise umgebaut werden. Bisher wurden in der Kita nur Kindergarten- und Hortkinder betreut. Vor der Wiederöffnung sollen die Eltern gemeinsam mit der Dezernentin die Einrichtung schon mal anschauen können.

Sendung: hr4, 18.12.2019, 12.15 Uhr