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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kirchen thematisieren an Pfingsten Zusammenhalt und Trost

Michael Kohlgraf, Volker Jung, Georg Bätzing

Die christlichen Kirchen haben in ihren Pfingsbotschaften Trost und Toleranz thematisiert. Der evangelische Kirchenpräsident Jung lobte das Leben in Vielfalt. Der Limburger Bischof Bätzing betonte die besondere Bedeutung des Heiligen Geistes in Zeiten der Pandemie.

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Zum Artikel auf hr2.de Pfingsten - Wie Menschen in ihrer Vielfalt gut zusammenleben können

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Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, hat in seiner Pfingstbotschaft am Sonntag einen Bogen gezogen von der an Pfingsten gefeierten Ausgießung des Heiligen Geistes zu einem Leben in Vielfalt. "Gottes Geist bringt Menschen zusammen, die ganz verschieden sind", sagte Jung im Radioprogramm von hr2-Kultur.

Dabei sei es eine "Ur-Frage" der Menschheit, wie es gelingen könne, bei allen Unterschieden friedlich zusammenzuleben, sagte Jung. Gottes Geist bringe Menschen zusammen, die ganz verschieden seien. "Vielfalt ist schön und Vielfalt ist anstrengend", sagte er. "Er vereinheitlicht Menschen nicht, sondern öffnet Ohren und Herzen, dass fremde Menschen einander verstehen." Das Pfingstfest erinnere "an den Segen dieser Vielfalt und daran, dass Gott seinen Geist schenkt, so dass Menschen in Vielfalt miteinander leben können".

Beim Start der ökumenischen Kunstaktion "#beigottbrenntlicht" am Samstag in Fulda hatte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, daran erinnert, dass Gott gerade in Krisenzeiten für die Menschen da sei. "So zeitlos und beständig wie die Sterne am Himmel leuchten, ist Gott bei uns", sagte Hofmann mit Blick auf die Graffiti-Aktion, die bis zum 5. Juni im Schlosspark und in der Innenstadt von Fulda zu sehen ist.

Bätzing: Atem Gottes schenkt Leben und Freiheit

Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, betonte in seiner Pfingstpredigt die enge Beziehung des alltäglichen Atmens mit Pfingsten. "Nie zuvor ist mir die Metapher vom 'Atem Gottes' für den Heiligen Geist so nah und tröstlich gewesen wie jetzt in Zeiten der Pandemie", sagte Bätzing.

Der Atem Gottes, der nach christlichem Glauben an Pfingsten als Heiliger Geist wirksam wird, schenke Leben und Freiheit. Ihn hätten wir in der Corona-Pandemie, die sich nicht nur in medizinischer Hinsicht als "Atemstörung" entpuppe, besonders nötig.

Noch nie habe es ihn "innerlich so gedrängt, zu beten und zu flehen, der Atem Gottes möge kommen und unsere Welt und jeden Menschen erfassen", sagte Bätzing. Er möge die Kranken heilen, die Traurigen tragen, die Toten im Hauch der Ewigkeit bergen, die Mutlosen aufmuntern und die Ungeduldigen bremsen.

Weitere Informationen

Pfingstfest

Am fünfzigsten Tag nach Ostern feiern die Christen das Pfingstfest. Der biblischen Überlieferung nach sandte Gott 50 Tage nach Ostern seinen Geist zu den Menschen. Sie konnten sich daraufhin sogar über Sprachgrenzen hinweg verständigen und spürten eine neue Gemeinschaft. In Erinnerung an die in der Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 2) geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes gilt Pfingsten auch als Ursprung der Kirche.

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Kohlgraf: Trost als Gabe des Heiligen Geistes

Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf stellte den Trost als eine der Gaben des Heiligen Geistes in den Mittelpunkt seiner Predigt. "Ziel des Trostes ist es, den Menschen Mut zu machen", sagte er im Mainzer Dom. Das Trösten von Trauernden und Bedrängten gehöre zu den Kernaufgaben christlicher Gemeinden. Weite Teile des Mainzer Bistums erstrecken sich auf Hessen.

Der Fuldaer Bischof Michael Gerber appellierte, nach Wegen der Verständigung im eskalierenden Nahost-Konflikt zu suchen. Dafür gebe es keinen anderen Weg, sagte er am Pfingstsonntag in seiner Predigt im Fuldaer Dom.

Das Bild und die Wahrnehmung der Abgeschlossenheit, in der einzelne Bevölkerungsgruppen im Heiligen Land lebten, lasse sich auch auf Gesellschaft und Kirche hierzulande übertragen, sagte Gerber. Das Ausbleiben von Dialog-Erfahrungen fördere jedoch Ressentiments und schwäche vor allem diejenigen, die auf Verständigung setzten.

Sendung: hr-iNFO, 23.05.2021, 12 Uhr