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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kontrollen in mehreren Städten

Ein Schild erinnert an die Maskenpflicht auf der Frankfurter Zeil.

Wochenende, Halloween und danach der Teil-Lockdown: Da könnte die Versuchung groß sein, es rasch noch mal krachen zu lassen. Aus hessischen Rathäusern werden deshalb reihenweise Appelle an die Vernunft der Bürger abgesetzt.

Angesichts steigender Corona-Zahlen haben politisch Verantwortliche aus Hessens Städte die Menschen schon vor dem Teil-Lockdown zur Zurückhaltung aufgerufen. "Auch wenn die neuen Einschränkungen erst am Montag gelten, die Lage ist ernst", mahnte der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag. Die Städte Frankfurt, Darmstadt, Kassel und Fulda kündigten für die kommenden Tage weitere Kontrollen durch die jeweiligen Ordnungsämter an.

"Verhalten Sie sich auch am kommenden Wochenende so, wie wir es alle ab Montag tun müssen", sagte Partsch. Die Lage in den Kliniken, vor allem auf den Normalstationen, bleibe ernst. "Wir nähern uns einer medizinischen Notlage."

Nicht die Zeit für Süßes oder Saures

Die Stadt Darmstadt bat Eltern und Kinder an Halloween am Samstag darauf zu verzichten, von Tür zu Tür zu ziehen und um "Süßes oder Saures" zu bitten. "Das Infektionsrisiko ist einfach zu hoch", betonte Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz.

Frankfurts Ordnungsamtsleiterin Karin Müller sagte, die öffentliche Wahrnehmung der Kontrollen sei wichtig. Damit würden die Menschen bestärkt, die sich an Corona-Regeln hielten. Zudem setze man die Menschen unter Druck, die bisher zum Beispiel mit der Maskenpflicht wenig bis gar nichts hätten anfangen können.

In Hessens größter Stadt wurden allein seit der letzten Verschärfung der Corona-Regeln am 9. Oktober mehr als 2.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht registriert. Insgesamt gab es seit dem Beginn der Pandemie im März gut 60.000 Kontrollen - und 3.577 Verstöße gegen die Anordnungen.

Viele brauchen keinen Appell

Die Nachbarstadt Offenbach kündigte für das Wochenende "eine Schwerpunktkontrolle Corona" an, auch Kassel zeigte sich gewappnet: "Die Stadtpolizei und der Gewerbeaußendienst des Ordnungsamtes sind darauf eingestellt, dass es sowohl am Wochenende als auch in den nächsten Wochen zu Situationen kommen kann, die ein behördliches Einschreiten erforderlich machen", sagte ein Sprecher der Stadt.

Die Stadt Fulda will zwar auch die Einhaltung der behördlichen Anordnungen überprüfen, gibt sich aber zugleich optimistisch: "Wir konnten in den vergangenen Tagen allerdings schon den Trend beobachten, dass die Menschen eher zurückhaltend sind und nicht kräftig feiern", hieß es aus dem Rathaus dort. 

Sendung: hr3, 30.10.2020, 19 Uhr