Wie viele Dosen bekommt Hessen? Wo wird geimpft? Und wer ist gerade dran? Fragen und Antworten zur Corona-Impfung.

Es ist ein zentrales Mittel zur Eindämmung der Pandemie: der Impfstoff gegen Covid-19. Die wichtigsten Fragen zur Corona-Massenimpfung im Überblick:

Wie viele Menschen sollen geimpft werden?

Ziel ist, mindestens 60 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus zu impfen, um Herdenimmunität zu erreichen. Für Hessen ist geplant, rund 3,8 Millionen der insgesamt gut sechs Millionen Einwohner zu impfen. Die Landesregierung geht davon aus, dass so viele Menschen auch geimpft werden wollen. Die Impfung ist freiwillig, es gibt keine Impfpflicht.

Da mit zeitlichem Abstand zwei Impfungen bei jedem Impfwilligen nötig sind, müssen die Verteilung und die Verabreichung von knapp acht Millionen Impfdosen organisiert werden - und ebenso viele Impftermine.

Wer ist gerade an der Reihe?

Weil die verfügbaren Dosen in der ersten Zeit begrenzt sind, kommen zuerst "prioritäre Gruppen" dran. Seit dem 5. März sind das neben den Personen mit höchster Priorität (Über-80-Jährige, Bewohner von Pflegeheimen sowie ein Teil des medizinischen Personals) auch Personen der Gruppe 2. Insgesamt gehören rund 1,5 Millionen Menschen zur zweiten Gruppe.

Darunter sind Menschen zwischen 70 und 80 Jahren sowie ärztliches und pflegerisches Personal, das bislang nicht geimpft wurde. Außerdem Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf, Krebs- und Lungenkranke, Demenzpatienten, Kontaktpersonen von Behinderten und von Schwangeren.

Auch das Personal an hessischen Schulen darf sich ebenso impfen lassen wie Kita-Erzieherinnen und -Erzieher sowie alle anderen, die in der Kindertagesbetreuung und in der Kindertagespflege tätig sind. Zunächst waren Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen aus Gruppe 3 vorgezogen worden, das restliche Personal an den Schulen ist seit Ende März ebenfalls impfberechtigt.

Wer ist danach dran?

In die dritte Priorisierungsgruppe fallen laut Sozialministerium alle Menschen zwischen 60 und 69 Jahren, Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, Laborpersonal, Polizei, Feuerwehr, Regierungs-, Verwaltungs- sowie Justizbeamte. Außerdem zählen dazu Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind - etwa in Apotheken, der Energieversorgung oder im Verkehrswesen. Auch Saisonarbeiter und der Lebensmittel-Einzelhandel zählen zu dieser Kategorie.

Wie bekomme ich einen Termin?

Berechtigte der zweiten Priorisierungsgruppe können sich seit 23. Februar telefonisch unter 116 117 oder 0611 50592888 sowie online unter www.impfterminservice.hessen.de für eine Impfung registrieren lassen. Anders als in den ersten Anmelderunden muss man keinen individuellen Termin mehr vereinbaren, sondern bekommt per Post oder E-Mail einen Terminvorschlag. Passt der nicht, kann man ihn ändern.

Seit dem 6. April dürfen in Hessen auch die Hausärzte impfen. Von den rund 4.000 Hausärzten im Bundesland wollten etwa 75 Prozent mitmachen. Gerade am Anfang dürfte der Andrang aber enorm und der Impfstoff knapp sein. Nach Angaben des Landes Hessen stehen zu Beginn durchschnittlich etwa 20 Dosen pro Woche und Praxis zur Verfügung. In der Woche vom 26. April können die Praxen dann insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen.

Wie läuft es in einem Impfzentrum ab?

In den Zentren gibt es sogenannte Impfstraßen: eine Abfolge von Stationen, über die der Impfkandidat geleitet wird. Zuerst werden die Daten erfasst, dann gibt es ein Vorgespräch mit einem Arzt, schließlich wird in Einzelkabinen die Spritze gesetzt, am Ende liegt eine Ruhezone. Trennwände schotten die einzelnen Straßen voneinander ab. Insgesamt soll der Aufenthalt nicht länger als 30 Minuten dauern.

Zwei Impfungen sind nötig - man muss also zweimal hin. Der Impfschutz beginnt nach derzeitigem Kenntnisstand sieben Tage nach der zweiten Impfung. Wie lange dieser Schutz anhält, ist noch nicht bekannt. Der Impfstoff von Biontech soll nach Angaben des Unternehmens eine Wirksamkeit von 95 Prozent haben.

Wie lange dauert die Impfaktion?

Wann alle Impfwilligen eine Impfung erhalten haben werden, ist zur Zeit noch nicht absehbar. Das Bundesgesundheitsministerium geht aber davon aus, dass im Sommer jedem und jeder in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden kann. Ende März waren in Hessen rund 703.000 Menschen mindestens einmal geimpft. Zu diesem Zeitpunkt waren 1.346.000 Menschen mit höchster oder hoher Priorität noch ungeimpft. Bei dem derzeitigen Impftempo könnten sie bis zum 13.10.2021 alle an der Reihe gewesen sein.

Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten hat Astrazeneca bis zum 25.03.2021 rund 422.400 Impfdosen nach Hessen geliefert, Biontech 907.920, Moderna 133.200.

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Wo kommt der Impfstoff her?

Der Bund beschafft den Impfstoff zentral. Nach Aussage des Bundesgesundheitsministeriums wurden bis zum 29. März 2021 über 15.8 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna an die Bundesländer ausgeliefert.

Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert - von Biontech und anderen Herstellern. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird unter anderem in einem Marburger Werk produziert. Inzwischen ist auch der Impfstoff des US-Herstellers Moderna und der des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca zugelassen - letzterer mit Einschränkungen in Bezug auf die Altersgruppe.

Wie wird der Impfstoff gelagert und transportiert?

Der Impfstoff wird in Hessen an mehreren - aus Sicherheitsgründen geheimen - Stellen zentral gelagert. Aus diesen Zentrallagern werden die Tagesdosen bedarfsgerecht an die Impfzentren ausgeliefert. Das übernehmen Logistikunternehmen, die auch dafür sorgen müssen, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Der Biontech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden, fünf Tage hält er laut Unternehmen dann bis zur Impfung auch im Kühlschrank. Der Moderna-Impfstoff ist weniger anfällig. Er soll auch bei minus 20 Grad längere Zeit aufbewahrt werden können. Auch die Kühlung von Astrazeneca ist weniger kompliziert als die von Biontech.

Wie sicher ist der Impfstoff?

In Deutschland wird ein Impfstoff grundsätzlich nur zugelassen, wenn er alle drei Phasen des klinischen Studienprogramms erfolgreich bestanden hat und damit hohe Qualitätsstandards erfüllt. Der Covid-19-Impfstoff durchläuft damit laut Paul-Ehrlich-Institut den gleichen Zulassungsprozess wie jeder andere Impfstoff auch. Der Prozess wurde wegen der besonderen Bedeutung des Corona-Impfstoffs beschleunigt.

Nach Meldungen von Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen ist Hessen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt und hat am 31. März verkündet, Corona-Erstimpfungen für unter 60-Jährige mit dem Wirkstoff von Astrazeneca auszusetzen. Die davon betroffenen Bürgerinnen und Bürger würden an den bereits vereinbarten Impfterminen stattdessen Vakzine der Firmen Biontech oder Moderna erhalten.

Der Impfstoff von Astrazeneca soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern fortan in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Zuvor hatte die Stiko eine solche Altersbeschränkung für Astrazeneca empfohlen.

Auslöser der Entscheidung waren weitere Fälle sogenannter Sinusvenenthrombosen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut meldete bis zum 30.3. dieses Jahres 31 Fälle nach der Astrazeneca-Impfung, in neun Fällen davon mit tödlichem Ausgang. In 19 Fällen habe zusätzlich ein Mangel an Blutplättchen vorgelegen. Mit Ausnahme von zwei Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen.

Die Stiko soll bis Ende April prüfen, ob für unter 60-jährige bereits mit Astrazeneca Geimpfte eine Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff erfolgen kann. Personen können nach ärztlicher Beratung aber auch eine zweite Impfung mit Astrazeneca erhalten, wenn sie das wünschen.

Was kostet das Impfen?

Den Impfstoff selbst bezahlt der Bund, im Etat 2021 sind vorerst 2,7 Milliarden Euro dafür reserviert. Das Land unterstützt bei der Zulieferung des Impfstoffs, außerdem stellt es das Verbrauchsmaterial (wie Kanülen und Tupfer) und Schutzausstattung für das Personal zur Verfügung.

Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) rechnet nach eigenen Angaben mit Kosten pro Impfzentrum von 1,8 Millionen Euro im Monat. Das Geld strecke er aus dem Corona-Sondervermögen vor. Der Bund erstatte dem Land die Hälfte zurück.

Legt man die bereits durch den Haushaltsausschuss des Landtags bewilligten 150 Millionen Euro für die ersten drei Monate zugrunde, kommen hochgerechnet bis September Kosten von bis zu einer halben Milliarde Euro auf die öffentliche Hand zu. Für alle Bürger ist die Schutzimpfung kostenlos.

Wann kann ich mich beim Hausarzt impfen lassen?

Spätestens Anfang April sollen sich Berechtigte auch beim Hausarzt gegen das Coronavirus impfen lassen. Darauf haben sich Bund und Länder Anfang März geeinigt.

Was ist, wenn jemand nicht selbst ins Impfzentrum kommen kann?

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es mobile Impfteams. Sie fahren zum Beispiel Pflegeheime gezielt an, um die Corona-Schutzimpfung vor Ort durchzuführen. Es sollen aber auch die Heimärzte beziehungsweise die Hausärzte der Heimbewohner impfen dürfen.

Wo wird geimpft?

Grundsätzlich möglichst wohnortnah. Hessenweit wurden 28 Impfzentren aus dem Boden gestampft - in Sporthallen, Hotels, Messehallen, Kongresszentren oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung waren die Kreise und kreisfreien Städte, örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk oder das Rote Kreuz berieten und unterstützten. An sieben Tagen die Woche wird dort von 7 bis 22 Uhr geimpft.

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Weitere Informationen

Adressliste der Impfzentren in Hessen

  • Bergstraße: Büro & Geschäftshaus, Berliner Ring 89, 64625 Bensheim
  • Darmstadt: Wissenschafts- und Kongresszentrum, Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt
  • Darmstadt-Dieburg: Impfzentrum DADI Ost, Am Sportzentrum 1A, 64354 Reinheim und Impfzentrum DADI West, Ostendstraße 3, 64319 Pfungstadt
  • Frankfurt: Messehalle, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60326 Frankfurt am Main
  • Fulda: Kongress- und Kulturzentrum, Esperantoplatz 1, 36037 Fulda
  • Gießen: Rollermarkt, 1. OG, Ludwig-Rinn-Straße 49, 35452 Heuchelheim
  • Groß-Gerau: Sporthalle Martin-Buber-Schule, Wilhelm-Seipp-Straße 1, 64521 Groß-Gerau
  • Hersfeld-Rotenburg: Göbel Hotels Arena, Heinz-Meise-Straße 190, 36199 Rotenburg an der Fulda
  • Hochtaunus: DXC Technology Deutschland, Am grünen Weg 1, 61352 Bad Homburg
  • Kassel (Kreis): Impfzentrum LK Kassel, Flugplatz 38, 34379 Calden
  • Kassel (Stadt): Großsporthalle Auepark, Damaschkestraße 25, 34121 Kassel
  • Lahn-Dill: Lahnauhalle, Geraberger Platz 2, 35633 Lahnau
  • Limburg-Weilburg: Impfzentrum Limburg-Weilburg, Senefelderstraße 2, 65553 Limburg-Dietkirchen
  • Main-Kinzig: Sporthalle der Kreisrealschule, Lohmühlenweg, 63571 Gelnhausen und August-Schärttner-Halle, Martin-Luther-King-Straße, 63452 Hanau
  • Main-Taunus: Verwaltungszentrum, Mainzer Landstraße 500, 65795 Hattersheim
  • Marburg-Biedenkopf: Messegelände Afföller, Afföllerstraße 106, 35039 Marburg
  • Odenwald: Impfzentrum Odenwaldkreis, Obere Marktstraße / Wiesenmarktgelände, 64711 Erbach
  • Offenbach (Kreis): Campus Heusenstamm Rhein-Main, Jahnstraße 64, 63150 Heusenstamm
  • Offenbach (Stadt): Stadthalle, Waldstraße 312, 63071 Offenbach am Main
  • Rheingau-Taunus: Sporthallen am Wiesweg, Wiesweg 7, 65343 Eltville
  • Schwalm-Eder: Bersucherparkplatz der Georg-Friedrich-Kaserne, Berliner Straße, 34560 Fritzlar
  • Vogelsberg: Hessenhalle Alsfeld, An der Hessenhalle 1, 36304 Alsfeld
  • Waldeck-Frankenberg: Großsporthalle "Auf der Hauer", Karpatenstraße 20, 34497 Korbach
  • Werra-Meißner: Großsporthallen der beruflichen Schulen sowie des Oberstufengymnasiums, Südring 37, 37269 Eschwege
  • Wetterau: Gewerbehalle, Industriestraße 46, 63654 Büdingen
  • Wiesbaden: Rhein Main Congress Center, Friedrich-Ebert-Allee 1, 65185 Wiesbaden
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