Wie viele Dosen bekommt Hessen? Wo wird geimpft? Und wie werde ich geimpft? Fragen und Antworten zur Corona-Impfung.

Es ist ein zentrales Mittel zur Eindämmung der Pandemie: der Impfstoff gegen Covid-19. Die wichtigsten Fragen zur Corona-Massenimpfung im Überblick:

Wie viele Menschen sollen geimpft werden?

Ziel ist, mindestens 60 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus zu impfen, um Herdenimmunität zu erreichen. Für Hessen ist geplant, rund 3,8 Millionen der insgesamt gut sechs Millionen Einwohner zu impfen. Die Landesregierung geht davon aus, dass so viele Menschen auch geimpft werden wollen. Die Impfung ist freiwillig, es gibt keine Impfpflicht.

Da mit zeitlichem Abstand zwei Impfungen bei jedem Impfwilligen nötig sind, müssen die Verteilung und die Verabreichung von knapp acht Millionen Impfdosen organisiert werden - und ebenso viele Impftermine.

Wie bekomme ich eine Corona-Impfung?

Die Impfungen werden zum einen in den 28 regionalen Impfzentren durchgeführt. Seit 7. April beteiligen sich aber auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an der Impfkampagne. Eine Impf-Priorisierung gibt es nicht mehr - seit 7. Juni können sich alle Menschen ab 16 Jahren, die in Hessen wohnen, in den Impfzentren gegen das Coronavirus impfen lassen.

Ab dem 2. August braucht es für eine Impfung im Impfzentrum nicht länger eine Registrierung und einen Termin: Impfwillige können dann einfach spontan und unabhängig vom Wohnort in eines der 28 Impfzentren im Land gehen und sich den Piks gegen Corona geben lassen. Den Termin für die Zweitimpfung bekommt man direkt vor Ort.

Das "To go"-Angebot ist zeitlich begrenzt: Wegen des nötigen Abstands zwischen Erst- und Zweitimpfung sollten Impfwillige auf bis Anfang September zur Erstimpfung in die Zentren kommen. Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren bieten einzelne Impfzentren besondere Impf-Angebote an.

Aktuell werden in den Impfzentren vorrangig Hessen und Hessinnen ab 16 Jahren mit zuvor vereinbarten Impfterminen und einer Registrierung im Impfportal geimpft. Viele Impfzentren bieten allerdings immer häufiger Sonderaktionen an, bei denen Impfwillige spontan vorbeikommen können.

Bei niedergelassenen Ärzten entscheiden diese selbst über den Impfvorgang. In der Regel musss vorab telefonisch ein Termin vereinbart werden.

Wie läuft es in einem Impfzentrum abs?

In den Zentren gibt es sogenannte Impfstraßen: eine Abfolge von Stationen, über die der Impfkandidat geleitet wird. Zuerst werden die Daten erfasst, dann gibt es ein Vorgespräch mit einem Arzt, schließlich wird in Einzelkabinen die Spritze gesetzt, am Ende liegt eine Ruhezone. Trennwände schotten die einzelnen Straßen voneinander ab. Insgesamt soll der Aufenthalt nicht länger als 30 Minuten dauern.

Zwei Impfungen sind in der Regel nötig (Ausnahme: Johnson&Johnson) - man muss also zweimal hin. Der Impfschutz beginnt nach derzeitigem Kenntnisstand sieben Tage nach der zweiten Impfung. Wie lange dieser Schutz anhält, ist noch nicht bekannt. Der Impfstoff von Biontech soll nach Angaben des Unternehmens eine Wirksamkeit von 95 Prozent haben.

Wie lange dauert die Impfaktion?

Inzwischen kann sich jeder Hesse und jede Hessin gegen das Coronavirus impfen lassen – im Impfzentrum oder bei den niedergelassenen Ärzten. Ab dem 2. August geht dies in den 28 Impfzentren des Landes auch spontan und ohne vorherige Terminvereinbarung und Registrierung.

Die Impfkampagne schreitet voran: Ende Juli waren rund 61 Prozent der Hessen mindestens einmal geimpft, das sind rund 3,84 Millionen Menschen. Etwa 3,15 Millionen Menschen (rund 50 Prozent) waren vollständig geimpft.

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Wo kommt der Impfstoff her?

Der Bund beschafft den Impfstoff zentral. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wird unter anderem in einem Marburger Werk produziert. Auch die Impfstoffe der US-Hersteller Moderna und Janssen (Johnson & Johnson) sowie der des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca sind zugelassen - letztere mit Einschränkungen in Bezug auf die Altersgruppe.

Wie wird der Impfstoff gelagert und transportiert?

Der Impfstoff wird in Hessen an mehreren - aus Sicherheitsgründen geheimen - Stellen zentral gelagert. Aus diesen Zentrallagern werden die Tagesdosen bedarfsgerecht an die Impfzentren ausgeliefert. Das übernehmen Logistikunternehmen, die auch dafür sorgen müssen, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Der Biontech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden, fünf Tage hält er laut Unternehmen dann bis zur Impfung auch im Kühlschrank. Der Moderna-Impfstoff ist weniger anfällig. Er soll auch bei minus 20 Grad längere Zeit aufbewahrt werden können. Auch die Kühlung von Astrazeneca und Johnson & Johnson ist weniger kompliziert als die von Biontech.

Wie sicher ist der Impfstoff?

In Deutschland wird ein Impfstoff grundsätzlich nur zugelassen, wenn er alle drei Phasen des klinischen Studienprogramms erfolgreich bestanden hat und damit hohe Qualitätsstandards erfüllt. Der Covid-19-Impfstoff durchläuft damit laut Paul-Ehrlich-Institut den gleichen Zulassungsprozess wie jeder andere Impfstoff auch. Der Prozess wurde wegen der besonderen Bedeutung des Corona-Impfstoffs beschleunigt.

Nach Meldungen von Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca- sowie Johnson & Johnson-Impfungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) - anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA - beide Vakzine nur noch für Personen ab 60 Jahren. Auch jüngere Personen können sich nach individueller Beratung dennoch in Arztpraxen damit impfen lassen.

Die Stiko empfiehlt dabei inzwischen die sogenannte "Kreuzimpfung" in Form einer Erstimpfung mit Astrazeneca in Kombination mit einem mRNA-Impfstoff wie Moderna oder Biontech: Studien hatten der Stiko zufolge gezeigt, dass eine solche Kreuzimpfung einen sehr guten Schutz gegen die vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus bieten könne.

Was kostet das Impfen?

Den Impfstoff selbst bezahlt der Bund, im Etat 2021 sind vorerst 2,7 Milliarden Euro dafür reserviert. Das Land unterstützt bei der Zulieferung des Impfstoffs, außerdem stellt es das Verbrauchsmaterial (wie Kanülen und Tupfer) und Schutzausstattung für das Personal zur Verfügung.

Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) rechnet nach eigenen Angaben mit Kosten pro Impfzentrum von 1,8 Millionen Euro im Monat. Das Geld strecke er aus dem Corona-Sondervermögen vor. Der Bund erstatte dem Land die Hälfte zurück.

Legt man die bereits durch den Haushaltsausschuss des Landtags bewilligten 150 Millionen Euro für die ersten drei Monate zugrunde, kommen hochgerechnet bis September Kosten von bis zu einer halben Milliarde Euro auf die öffentliche Hand zu. Für alle Bürger ist die Schutzimpfung kostenlos.

Was ist, wenn jemand nicht selbst ins Impfzentrum kommen kann?

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es mobile Impfteams. Sie fahren zum Beispiel Pflegeheime gezielt an, um die Corona-Schutzimpfung vor Ort durchzuführen. Es sollen aber auch die Heimärzte beziehungsweise die Hausärzte der Heimbewohner impfen dürfen.

Wo wird geimpft?

Grundsätzlich möglichst wohnortnah: entweder beim Haus oder Facharzt, im Betrieb oder im Impfzentrum. Hessenweit gibt es 28 Impfzentren -in Sporthallen, Hotels, Messehallen, Kongresszentren oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung waren die Kreise und kreisfreien Städte, örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk oder das Rote Kreuz berieten und unterstützten. An sieben Tagen die Woche wird dort von 7 bis 22 Uhr geimpft - mache Impfzentren verkürzen ihre Betriebszeiten inzwischen aus Mangel an Impfwilligen.

Mobile Impfteams der Impfzentren fahren auch in einzelne Stadtteile – in Südhessen gab es die Impfung zum Beispiel im Impfbus auf einem Supermarkt-Parkplatz.

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Weitere Informationen

Adressliste der Impfzentren in Hessen

  • Bergstraße: Büro & Geschäftshaus, Berliner Ring 89, 64625 Bensheim
  • Darmstadt: Wissenschafts- und Kongresszentrum, Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt
  • Darmstadt-Dieburg: Impfzentrum DADI Ost, Am Sportzentrum 1A, 64354 Reinheim und Impfzentrum DADI West, Ostendstraße 3, 64319 Pfungstadt
  • Frankfurt: Messehalle, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60326 Frankfurt am Main
  • Fulda: Kongress- und Kulturzentrum, Esperantoplatz 1, 36037 Fulda
  • Gießen: Rollermarkt, 1. OG, Ludwig-Rinn-Straße 49, 35452 Heuchelheim
  • Groß-Gerau: Sporthalle Martin-Buber-Schule, Wilhelm-Seipp-Straße 1, 64521 Groß-Gerau
  • Hersfeld-Rotenburg: Göbel Hotels Arena, Heinz-Meise-Straße 190, 36199 Rotenburg an der Fulda
  • Hochtaunus: DXC Technology Deutschland, Am grünen Weg 1, 61352 Bad Homburg
  • Kassel (Kreis): Impfzentrum LK Kassel, Flugplatz 38, 34379 Calden
  • Kassel (Stadt): Großsporthalle Auepark, Damaschkestraße 25, 34121 Kassel
  • Lahn-Dill: Lahnauhalle, Geraberger Platz 2, 35633 Lahnau
  • Limburg-Weilburg: Impfzentrum Limburg-Weilburg, Senefelderstraße 2, 65553 Limburg-Dietkirchen
  • Main-Kinzig: Sporthalle der Kreisrealschule, Lohmühlenweg, 63571 Gelnhausen und August-Schärttner-Halle, Martin-Luther-King-Straße, 63452 Hanau
  • Main-Taunus: Verwaltungszentrum, Mainzer Landstraße 500, 65795 Hattersheim
  • Marburg-Biedenkopf: Messegelände Afföller, Afföllerstraße 106, 35039 Marburg
  • Odenwald: Impfzentrum Odenwaldkreis, Obere Marktstraße / Wiesenmarktgelände, 64711 Erbach
  • Offenbach (Kreis): Campus Heusenstamm Rhein-Main, Jahnstraße 64, 63150 Heusenstamm
  • Offenbach (Stadt): Stadthalle, Waldstraße 312, 63071 Offenbach am Main
  • Rheingau-Taunus: Sporthallen am Wiesweg, Wiesweg 7, 65343 Eltville
  • Schwalm-Eder: Bersucherparkplatz der Georg-Friedrich-Kaserne, Berliner Straße, 34560 Fritzlar
  • Vogelsberg: Hessenhalle Alsfeld, An der Hessenhalle 1, 36304 Alsfeld
  • Waldeck-Frankenberg: Großsporthalle "Auf der Hauer", Karpatenstraße 20, 34497 Korbach
  • Werra-Meißner: Großsporthallen der beruflichen Schulen sowie des Oberstufengymnasiums, Südring 37, 37269 Eschwege
  • Wetterau: Gewerbehalle, Industriestraße 46, 63654 Büdingen
  • Wiesbaden: Rhein Main Congress Center, Friedrich-Ebert-Allee 1, 65185 Wiesbaden
Ende der weiteren Informationen