Gunnar Töpfer und Dagmar Fulle vor blauem Hintergrund mit der Aufschrift "Wir hören dich"
Dagmar Fulle und Gunnar Töpfer moderieren die Sendung "Wir hören Dich" am Mittwochabend. Bild © hr

Es ist eine Premiere für den Hessischen Rundfunk: Alle hr-Radiokanäle schalten sich am Mittwochabend erstmals zu einer gemeinsamen Sendung zusammen. Es geht bei "Wir hören Dich" um die Spaltung in unserer Gesellschaft - und um das liebe Geld, wie der Koordinator der Aktion, Frank Statzner, im Interview sagt.

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Die einen leben im Überfluss, die anderen müssen knapsen: Kaum ein Thema spaltet die Gesellschaft laut einer aktuellen hr-Umfrage so sehr wie das Gefälle zwischen Arm und Reich. In der Sendung "Wir hören Dich", die am Mittwoch von 18 und 20 Uhr in allen hr-Radioprogrammen läuft, beleuchten die Moderatoren Dagmar Fulle und Gunnar Töpfer diesen Konflikt gemeinsam mit Hörern. Welche Idee hinter der Aktion steckt, erklärt der Koordinator des Projekts, Frank Statzner, im Interview.

hessenschau.de: Herr Statzner, was erwartet die Hessen, wenn sie am Abend die hr-Sendung "Wir hören Dich" einschalten?

Frank Statzner: Wir wollen mit den Hörern, die zu uns ins Studio kommen, uns anrufen oder über einen Chat schreiben, über das Thema Geld diskutieren. Es geht dabei um Einkommensunterschiede und Vermögensunterschiede sowie um Mieten und Renten.

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Wir haben ja eine Infratest-dimap-Umfrage in Auftrag gegeben, die sich mit der Spaltung in der Gesellschaft beschäftigt. Dort wird das Thema "Arm und Reich" als Hauptspalter in der Gesellschaft identifiziert. 83 Prozent der Befragten geben an, dass das Gefälle zwischen Arm und Reich zu Konflikten und zu Spaltungen in Deutschland führt.

hessenschau.de: Hat es Sie überrascht, dass Einkommensunterschiede als so ungerecht empfunden werden?

Frank Statzner, Koordinator der Sendung "Wir hören Dich".
Frank Statzner, Koordinator der Sendung "Wir hören Dich". Bild © hr

Statzner: Dass das Thema "Arm und Reich" in der Umfrage am stärksten bewertet wird, hat mich überhaupt nicht überrascht. Das beschäftigt die Menschen schon sehr lange. Auf Platz zwei folgt übrigens das Thema "unterschiedliche Bildungschancen". Das finde ich interessant. Denn die Befragten nennen die Bildungschancen in Deutschland als Spaltfaktor etwas öfter als die Themen "Toleranz gegenüber den Meinungen Andersdenkender" oder "Probleme, die aufgrund unterschiedlicher herkunftsbedingter Kulturen und Religionen entstehen".

Ich hätte gedacht, dass das Migrationsthema noch stärker nach vorne tritt. Überrascht hat mich bei der Umfrage auch, dass Konflikte zwischen Jung und Alt als wenig spaltend empfunden werden.

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hessenschau.de: Wie entstand eigentlich die Idee zu der Sendung "Wir hören Dich"?

Statzner: Wir haben überlegt, was wir als öffentlich-rechtliches Radio bieten können, was Streamingdienste nicht leisten. Und das sind neben der Musik vor allem Inhalte sowie die Interaktion mit unseren Hörerinnen und Hörern.

Den ganzen Tag über sind die Themen schon in den einzelnen Programmen. In der Sendung am Abend haben wir dann die Gelegenheit, mit unseren Studiogästen konstruktiv über wichtige gesellschaftliche Phänomene zu sprechen. Sie können ihre Ideen einbringen, wie Spaltungsphänomene überwunden werden könnten. Wir bringen also Menschen mit ganz verschiedenen Positionen und Hintergründen miteinander ins Gespräch.

Wir wollen auch schauen, ob sich trotz unterschiedlicher Positionen Gemeinsamkeiten finden lassen. Dass das Gemeinsame im Vordergrund steht, zeigt auch die Idee, dass die Sendung gleichzeitig in allen sechs Radioprogrammen läuft.  

Das Gespräch führte Susanne Mayer.