Großaufnaheme: Eine Spritze wird in einen Oberarm gestochen.

Parallel zum Kampf gegen die Corona-Pandemie sollten sich Experten zufolge auch in diesem Jahr möglichst viele Menschen gegen Grippe impfen lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Audioseite Hochdosis-Impfstoff soll ältere Menschen besser schützen

Spritze mit einem Influenza-Impfstoff
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Corona-Impfungen sind derzeit das Mega-Thema, wenn es um schützende Injektionen geht. Die Grippeschutzimpfung kann da schnell aus dem Blickfeld geraten. Dabei kann sie sehr nützlich sein und vor der klassischen Influenza bewahren.

Derzeit wird neben Corona-Impfungen auch für die Grippeschutzimpfung geworben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Für wen wird die Impfung gegen die saisonale Influenza empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und für Vorerkrankte. Für gesunde Unter-60-Jährige und Kinder gibt es keine explizite Empfehlung - die Stiko rät aber auch nicht davon ab.

Die Hausarzt-Praxen orientieren sich auch bei der Influenza-Schutzimpfung an den Stiko-Empfehlungen. Wer mit Risiko-Personen im selben Haushalt lebt, sollte sich ebenfalls impfen lassen.

Für Mitarbeiter welcher Branchen ist sie besonders wichtig?

Für Menschen, die in der Pflege oder dem Gesundheitswesen arbeiten, ist sie von größerer Bedeutung. Aber auch für Personen, die beruflich viel Kontakte mit anderen haben, ist "die Influenza-Impfung empfehlenswert", wie der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagt.

Angesprochen fühlen dürfen sich etwa Busfahrerinnen und Busfahrer, Angestellte im Handel und in Geschäften sowie Beschäftigte im Friseurhandwerk.

Wie sehen Fachleute in Hessen die Grippeschutzimpfung?

Das hessische Sozialministerium, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und die Landesärztekammer rufen gemeinsam zur Grippeimpfung auf. Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) empfiehlt dringend, sich im Herbst gegen Influenza impfen zu lassen:

"Jetzt ist die beste Zeit, um der Grippe durch eine Impfung zuvorzukommen", sagt er. Gleichzeitig könne jedermann durch eine rechtzeitige Impfung dazu beitragen, das Gesundheitswesen im zweiten bevorstehenden Corona-Winter nicht zusätzlich zu belasten.

Fast alle reden von Corona. Aber wie gefährlich ist die Influenza?

Bei der Influenza handele es sich um eine schwerwiegende virale Erkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann, warnt der Präsident der hessischen Ärztekammer, Edgar Pinkowski. "Es ist wichtig, das Risiko einer Infektion jedes Jahr ernst zu nehmen, denn die Eigenschaften der Grippeviren verändern sich von Saison zu Saison."

Da die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Influenza-Virustypen neu entwickelt werden muss, ist es notwendig, die Impfung jedes Jahr zu erneuern, wie Pinkowski erklärt.

Wie wird die Grippeschutzimpfung verabreicht?

Bei der Impfung wird eine deaktivierte Form des Grippevirus unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Die Impfung ist meist sehr gut verträglich, wird in der Regel von den Krankenkassen übernommen und kann zum Beispiel beim Hausarzt erfolgen, wie das hessische Sozialministerium erklärt. Betriebsärztliche Dienste haben auch schon Einladungen verschickt.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Geimpft werden soll dem Robert-Koch-Institut zufolge möglichst ab Oktober bis Mitte Dezember. Doch auch eine spätere Immunisierung kann noch sinnvoll sein. Die jährliche Influenza-Welle beginnt in Deutschland meist nach der Jahreswende.

Kann man sich gleichzeitig gegen Corona und die Grippe impfen lassen?

Aus der Sicht von Stiko-Chef Thomas Mertens ist die gleichzeitige Impfung unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke. "Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig." Auch Mertens wirbt dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Vereinzelt werden nach der Impfung allgemeine Reaktionen wie bei einer Erkältung beobachtet. Dazu zählen etwa leichtes Fieber, sowie Muskel- oder Gliederschmerzen. Diese Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab, wie die Krankenkasse AOK mitteilt.

Gibt es spezielle Impfstoffe, zum Beispiel für ältere Menschen?

Die Stiko empfiehlt ab dieser Saison allen Personen ab 60 Jahren die Grippeimpfung mit einem Hochdosis-Impfstoff. Das Präparat Efluelda ist erstmals in Deutschland zugelassen.

Es enthält zwar die gleichen Antigene der Influenza-Stämme, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für die normalen Impfstoffe empfiehlt, allerdings mit vierfach dosiertem Wirkstoff. Für ältere Personen wird deshalb in Studien von einem Drittel mehr Wirksamkeit ausgegangen.

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