Die Offenbacher Tafel hat einen Großteil ihrer Lebensmittel-Vorräte für Bedürftige verloren. Ein Wasserrohrbruch hatte das Lager der Hilfsorganisation geflutet. Betroffen sind rund 200 Haushalte.

Videobeitrag
Eine ehrenamtliche Helferin beseitigt beschädigte Kartonagen im überfluteten Keller der Offenbacher Tafel

Video

zum Video Wasserrohrbruch flutet Offenbacher Tafel

Ende des Videobeitrags

Christine Sparr ist die Erschütterung noch deutlich anzumerken. "Am Rande der Verzweiflung", habe sie sich am Mittwochvormittag befunden, sagt die Mitgründerin und Geschäftsführerin der Offenbacher Tafel. Als sie gegen 8 Uhr an der Ausgabestelle des Vereins in der Neusalzer Straße ankam, war die Feuerwehr bereits vor Ort.

Aus dem Hauseingang strömte ihr Wasser entgegen. Ein Wasserrohrbruch hat nicht nur die Ausgabestelle lahmgelegt, sondern auch das Lebensmittellager der Offenbacher Tafel im Keller des Gebäudes überflutet. Ein Großteil der dort gelagerten Lebensmittel muss nun entsorgt werden.

Wasser kam von der Decke

Der Wasserrohrbruch war der Offenbacher Feuerwehr gegen 6.30 Uhr gemeldet worden. Drei Einsatzfahrzeuge und acht Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Wasser, das bis zu drei Zentimeter hoch im Keller des Gebäudes stand, abzupumpen. Zwar waren die Tafel-Vorräte laut Christine Sparr auf Paletten gelagert worden, doch drang das Wasser größtenteils aus der Decke des Kellers und durchnässte so die Lebensmittel.

Besonders dramatisch aus Sicht der Tafel-Geschäftsführerin: Es handelte sich vor allem um eigentlich lang haltbare Lebensmittel wie Nudeln und Reis.

Hilfe für rund 200 Haushalte

Der Offenbacher Ableger der gemeinnützigen Hilfsorganisation "Tafel" versorgt seit 13 Jahren Bedürftige mit Lebensmitteln aus Supermärkten und Restaurants, die sonst vernichtet worden wären. Mehr als 25 ehrenamtliche Mitarbeiter sind für den Verein eigenen Angaben nach aktiv.

Rund 200 Offenbacher Haushalte sollen mittlerweile regelmäßig auf die Spenden der Tafel angewiesen sein. Allein an der Ausgabestelle in der Neusalzer Straße decken sich mittwochs bis zu 150 Menschen mit Lebensmitteln ein.

Angaben zur Höhe des Sachschadens konnte die Feuerwehr noch nicht machen. Der Keller wurde am Mittwoch ausgepumpt. Eine schwierige Angelegenheit: "Das Problem ist die große Fläche", sagte ein Feuerwehrsprecher. "Das sind zirka 800 bis 900 Quadratmeter, die drei Zentimeter hoch voll Wasser stehen. Und alles verwinkelt."

"Werde bis Dezember heulen"

Sparr und ihre Mithelfer versuchen derweil von den Vorräten zu retten, was zu retten ist. Lebensmittel, die noch essbar aber nicht mehr lagerbar seien, sollten noch am Mittwoch an die Kunden der Tafel verteilt werden. Konserven und andere unbeschädigte Vorräte sollen vorläufig in einer Garage eingelagert werden. Die Höhe des Schadens kann auch Sparr nicht beziffern. Doch der Verlust vor allem haltbarer Lebensmittel sei eine echte Katastrophe für den Verein. "Da werde ich bis Dezember heulen", so Sparr. Die Tafel hofft nun auf Privatspenden, um ihren Lebensmittelbestand wieder aufzufüllen.

hr1, 05.06.2019, 13:38 Uhr