Der Tourismus boomt in der neuen Frankfurter Altstadt - problematisch wird es, wenn die Besucher mal müssen.
Der Tourismus boomt in der neuen Frankfurter Altstadt - problematisch wird es, wenn die Besucher mal müssen. Bild © hr

Frankfurts neue Altstadt ist zum großen Touristenmagnet geworden. Doch eins suchen die Besucher vergebens: eine öffentliche Toilette. Das ärgert auch die Gastronomen. Die Stadt verspricht Abhilfe.

Audiobeitrag
Neue Altstadt Frankfurt

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found In Frankfurts neuer Altstadt fehlen stille Örtchen

Ende des Audiobeitrags

Bei einer Zufallsumfrage vor der Goldenen Waage, dem aufwändig rekonstruierten Fachwerkbau gegenüber vom Dom, wird schnell klar: Kaum ein Altstadt-Besucher weiß, wo eine öffentliche Toilette ist. In ihrer Not gehen viele in die umliegenden Cafés. Doch deren Betreiber haben genug vom WC-Tourismus, die Stadt ist gefordert.

Restaurant von WC-Gängern überrannt

Claudio Fiorentino betreibt die "Cucina delle Grazie" vis à vis von Dom und Goldener Waage. Er hat inzwischen drei Schilder vor dem Eingang aufgehängt, um reine WC-Gänger abzuhalten. Er verweist auf die öffentliche Toilette auf dem Paulsplatz. Doch die ist fünf Minuten Fußweg entfernt und nicht ausgeschildert. Auch das WC in der Tiefgarage Dom/Römer nutzt kaum jemand.

Selbst die Schilder hätten keinen großen Effekt, sagt Fiorentino: "Trotzdem kommen die Leute rein. Das können wir nicht bewältigen", sagt er. Die Restaurant-Toilette sei für so viele Besucher einfach nicht ausgelegt. Nur wenn es wirklich pressiere, lasse man jetzt die Menschen ihr Geschäft verrichten.

Unterirdisches Dom-Klo soll Abhilfe schaffen

Geplant und gebaut wurde die neue Altstadt von der städtischen Dom-Römer GmbH. Deren Geschäftsführer Michael Guntersdorf freut sich über den Erfolg des neuen Quartiers beim Publikum. Doch in Sachen stille Örtchen sieht er auch Nachholbedarf: "Ich kann nicht die Leute hierhin locken und dann sagen: 'Jetzt seht zu, wie ihr zurecht kommt'.“

Guntersdorf verspricht Abhilfe: Zunächst sollen die vorhandenen Toiletten, zum Beispiel auf dem Paulsplatz, besser ausgeschildert werden. Und dann solle neben dem Dom eine unterirdische Toilette gebaut werden. Demnächst werde ein Planerteam die Arbeit aufnehmen. Klar ist aber: Selbst wenn  Magistrat und Stadtparlament dem zustimmen, dürfte das Dom-Klo erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen.

Stadt findet Toilettensituation "unbefriedigend"

Ohnehin steht der Stadtpolitik noch eine WC-Diskussion bevor. Das Dezernat für Bau und Immobilien arbeitet derzeit an einem Toilettenkonzept für ganz Frankfurt und ermittelt neue Standorte. Auch Dezernent Jan Schneider (CDU) hält die derzeitige Toilettensituation für unbefriedigend. Rechnerisch gebe es nur ein öffentliches WC für 13.000 Einwohner. Und die vielen Touristen in der Frankfurter Altstadt sind dabei gar nicht mitgerechnet.