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Sieger-Entwurf für Hanau-Mahnmal ausgewählt

Der Künstler Heiko Hünnerkopf soll das Mahnmal zum Gedenken an den rassistischen Anschlag mit neun Toten in Hanau gestalten. Sein Entwurf setzte sich gegen knapp 120 Vorschläge durch. Streit gibt es weiter, wo das Mahnmal entstehen soll.

Opferangehörige und Hanauer Kommunalpolitiker haben entschieden, welches Mahnmal an den rassistischen Anschlag mit neun Toten erinnern soll. Sie entschieden sich für den Entwurf "Einschnitt" des Künstlers Heiko Hünnerkopf, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Das Konzept des in Wertheim (Baden-Württemberg) lebenden Künstlers sieht ein aus Stahl gearbeitetes Halbrund mit den Namen der Anschlagsopfer vor. Insgesamt hatte es 118 zum Teil internationale Einreichungen gegeben.

Opfer-Angehörige: Marktplatz oder keine Realisierung

Wo das Mahnmal errichtet wird, steht weiterhin nicht genau fest. Die Standortfrage hat eine kontroverse Debatte in der Stadt ausgelöst. Zum zweiten Jahrestag des Anschlags am 19. Februar hatten sich Angehörige erneut für den zentralen Marktplatz in der Innenstadt ausgesprochen.

Doch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und ein überwiegender Teil der politischen Vertreter sehen dies kritisch. Sie favorisieren eher den Freiheitsplatz oder den Kanaltorplatz. Dort wird das Zentrum für Demokratie und Vielfalt entstehen.

Wie die Stadt mitteilte, sprachen sich Angehörige dafür aus, besser kein Mahnmal aufzustellen, wenn der Marktplatz als Standort nicht mehrheitsfähig sei.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Deutscher Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov in Hanau aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus.

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