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Audioseite Wiesbaden: Wort des Jahres bekannt gegeben

Wort des Jahres 2021 ist "Wellenbrecher"

Es soll eine Art Inbegriff für das abgelaufene Jahr sein: Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden hat "Wellenbrecher" zum Wort des Jahres gekürt - und damit erneut ein Pandemie-Wort.

Das Wort "Wellenbrecher" beschreibt 2021 besonders gut - meint jedenfalls die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) und hat es zum Wort des Jahres gekürt. Das gab sie am Freitagvormittag in Wiesbaden bekannt.

"Das Wort steht für alle Maßnahmen, die getroffen wurden und werden, um die vierte Corona-Welle zu brechen", begründete die Jury ihre Entscheidung. Das aus Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort habe durch die Corona-Pandemie, die auch 2021 beherrsche, eine Reihe von neuen Bedeutungen angenommen: "Es stand unter anderem für Maßnahmen gegen Covid-19, für den Zeitraum, in dem solche Maßnahmen gelten sollen, und auch für eine Person, die sich nach ihnen richtet", so die Jury. Auf Platz zwei und drei der Liste Wörter des Jahres landeten die "SolidAHRität" und "Pflexit", dahinter Impfpflicht, Ampelparteien, Lockdown-Kinder, Booster, freitesten, Triell und "fünf nach zwölf".

Zweiter Pandemie-Begriff in Folge

Im Vorfeld galt es bereits als wahrscheinlich, dass der Begriff dieses Jahr wieder etwas mit der Corona-Pandemie zu tun haben würde. "Corona-Pandemie" war 2020 zum Wort des Jahres gekürt worden, weil es "das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres" gewesen sei, so die Jury damals. Auf Platz zwei und drei landeten damals "Lockdown" und "Verschwörungserzählung". 2019 war "Respektrente" das Wort des Jahres, 2018 der Begriff "Heißzeit".

So wird das Wort ausgewählt

Als Wort des Jahres sucht die Gesellschaft für deutsche Sprache regelmäßig Begriffe aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nach Ansicht der Jury sprachlich besonderes bestimmt haben. Dafür ist laut GfdS nicht entscheidend, wie häufig ein Wort verwendet wird, sondern seine Bedeutsamkeit und Popularität. Bei ihrer Auswahl stützt sich die Jury vor allem auf Belege aus den Medien, sammelt aber auch Vorschläge von Außenstehenden ein.

Seit 1977 wird das Wort des Jahres regelmäßig bestimmt. Die Sprachwissenschaftler sehen ihre Auswahl als Beitrag zur Zeitgeschichte. Die ausgewählten Wörter und Wendungen seien aber mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

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