Demonstration gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA
Mit Felsendom-Bildern zogen die Demonstranten durch die Frankfurter Innenstadt. Bild © picture-alliance/dpa

Rund 1.000 Menschen haben in Frankfurt gegen die Israel-Politik der USA demonstriert. Erwartet worden war mehr als die doppelte Teilnehmerzahl. Es gab strenge Auflagen - und fast alle hielten sich daran.

Videobeitrag

Video

zum Video Demo gegen Trumps Jerusalem-Anerkennung in Frankfurt

Ende des Videobeitrags

Dass die angekündigten 2.500 Menschen nicht zur Demonstration am Samstag in der Innenstadt kommen würden, war schnell klar. Zu Beginn der Veranstaltung um 12 Uhr hatten sich gerade einmal 400 bis 500 Teilnehmer vor dem Hauptbahnhof versammelt.

Unter dem Motto "Für Jerusalem, gegen die Entscheidung von Trump" zogen sie durch die Innenstadt. Im Verlauf des Marsches wuchs die Menge allmählich auf etwa 1.000 Menschen an - so die Schätzungen der Polizei. Sie marschierten zum Roßmarkt, wo am Nachmittag eine Abschlusskundgebung stattfand.

Die Demo richtete sich gegen die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen und so die Stadt faktisch als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Sprechchöre gegen Trump

Die Demonstration in Frankfurt blieb nach Angaben der Polizei, die eine starke Präsenz zeigte, friedlich. Sprechchöre richteten sich in erster Linie gegen den US-Präsidenten: "Donald Trump - hör mal zu - Jerusalem ist tabu" war etwa zu hören. Jerusalem sei nicht die Hauptstadt Israels und der Ostteil der Stadt von den Israelis illegal annektiert, hieß es auf Flugblättern. Zu hören war außerdem "Antisemiten sind wir nicht - Antijuden auch nicht".

Videobeitrag

Video

zum Video Demonstranten reklamieren in Sprechchören Jerusalem als Hauptstadt Palästinas

Ende des Videobeitrags

Nachdem bei einer ähnlichen Demo am vergangenen Wochenende in Berlin bei Ausschreitungen israelische Flaggen verbrannt worden waren, war für die Frankfurter Veranstaltung das Mitführen und Zeigen des US-Sternenbanners oder des Davidsterns verboten worden.

US-Flagge mit Hakenkreuz

Vorherrschendes Bild war denn in Frankfurt auch die Flagge der Palästinenser, dazwischen einige schwarz-rot-goldene Fahnen. Ein Teilnehmer hielt sich nicht an das Verbot und zeigte ein Schild mit dem Davidstern und der Aufschrift "Terrorstaat Israel".

Die Polizei beschlagnahmte einer Sprecherin zufolge schon zu Beginn der Demonstration das Schild sowie eine US-Flagge mit Hakenkreuz, die der Demonstrant ebenfalls bei sich gehabt habe. Auf den Mann kommen Verfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und der Verwendung verfassungswidriger Symbole zu.

Kritik auch von UN und EU

Die Entscheidung Trumps war auch von Vertretern der Vereinten Nationen (UN) und der Europäischen Union (EU) kritisiert worden. Sie befürchten eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und einen Rückschlag für den Friedensprozess.

Jerusalem ist Juden, Muslimen und Christen gleichermaßen heilig. Entscheidungen, die den Status der Stadt betreffen, rufen deshalb meist heftige Reaktionen hervor. In diesem Fall löste sie wütende Proteste von Palästinensern aus. In den Palästinensergebieten kam es in der Folge zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Dabei gab es auch Tote.