In Frankfurt schnellen die Corona-Zahlen nach oben. Fürs Ausgehen, Shoppen und Feiern im Freien gelten ab Freitag verschärfte Regeln. Nun hat die Stadt die Details beschlossen - und einen kleinen Rückzieher gemacht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurt rudert zurück: Sperrstunde ab 23 Uhr

Ein leeres Glas auf einem Tresen in einer leeren Kneipe
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Von Freitag an herrschen in Frankfurt aufgrund der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen verschärfte Regeln. Dazu gehört auch ein ganztägiges Alkoholverbot an bestimmten öffentlichen Plätzen, in Parks sowie in einzelnen Straßen, das bis mindestens Ende kommender Woche gelten soll. Hier die Details:

Fast überall Alkoholverbot

Wie die Stadt Frankfurt mitteilte, ist der Konsum alkoholischer Getränke ab Freitag in folgenden Bereichen untersagt:

Parks und Anlagen: Grüneburgpark, Günthersburgpark, Anlagenring (Wallanlagen), Grünflächen des Mainufers beidseits (Nord- und Südseite) zwischen Friedensbrücke und Osthafenbrücke einschließlich Hafenpark.

Straßen und Plätze: Friedberger Platz, Luisenplatz, Matthias-Beltz-Platz, Kalbächer Gasse, Große Bockenheimer Straße und Biebergasse bis einschließlich Hauptwache, Opernplatz, Liebfrauenberg mit Vorplatz der Kleinmarkthalle, Schäfergasse, Kaiserhofstraße, Bockenheimer Landstraße ab Niedenau in Richtung Opernplatz, Kettenhofweg ab Niedenau in Richtung Alte Oper, Kaisersack, Kaiserstraße, Bahnhofsvorplatz, Taunusstraße, Münchener Straße, Elbestraße, Moselstraße, Niddastraße, Allerheiligenstraße, Zeil/Konstablerwache. Alt-Sachsenhausen mit der Großen Rittergasse, Kleinen Rittergasse, Frankensteinerstraße, Paradiesgasse mit Paradieshof, Klappergasse, Neuer Wall, Affentorplatz.

In Kneipen darf drinnen und draußen bis zur Sperrstunde um 23 Uhr weiterhin Alkohol getrunken werden.

Die Karte zeigt die Bereiche, wo Alkoholverbot und Maskenpflichtab 9.10.2020 gelten.

Maskenpflicht im Freien beim Shoppen

Ab Freitag muss zudem zwischen 8 und 22 Uhr eine Mund-Nasen-Maske in Einkaufsstraßen getragen werden. Von der Maskenpflicht im Freien sind folgende Bereiche betroffen:

Berger Straße, Schweizer Straße einschließlich des Schweizer Platzes, Leipziger Straße, Zeil, Goethestraße, Kalbächer Gasse, Große Bockenheimer Straße und Biebergasse bis einschließlich Hauptwache, Oeder Weg vom Anlagenring bis zur Glauburgstraße, Neue Kräme, Königsteiner Straße, Braubachstraße, Münchener Straße und Kaiserstraße. Ausgenommen sind die Bereiche bestuhlter Außengastronomie.

Sperrstunde ab 23 Uhr

Beim Thema Sperrstunde ist die Stadt ein Stück zurückgerudert. Zunächst hatte sie mitgeteilt, dass es ab 22 Uhr eine Sperrstunde geben soll. Nun gilt diese erst ab 23 Uhr. Auf die nun doch etwas längeren Öffnungszeiten von Restaurants, Kneipen und Bars hat sich demnach der Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag geeinigt.

Frankfurt reagierte mit der verhängten Sperrstunde nach eigenen Angaben auf entsprechende Beschlüsse der Städte Offenbach und Berlin. In Bayern hatte das Kabinett bereits im September die Möglichkeit für eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr geschaffen. "Einheitliche Regeln schaffen Akzeptanz und Vertrauen", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nach der Sitzung des Krisenstabs. Es werde zu Recht erwartet, "dass es keinen regionalen Flickenteppich aus Corona-Regeln gibt".

Gastronome wollen gegen Sperrstunde klagen

Unterdessen haben mehrere Gastwirte Klagen gegen die Sperrstunde angekündigt. "Es wird Eilanträge geben, dann werden Gerichte das entscheiden", sagte der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, am Donnerstag. Eine Sperrstunde um diese Zeit mache keinen Sinn und sei unbegründet.

Der Anstieg der Infektionszahlen gehe nicht auf die Gastronomie zurück. Problematisch seien private oder illegale Partys, gegen die die Stadt bisher nicht ausreichend vorgegangen sei. "Wir sehen nicht ein, dass wir der Sündenbock sein sollen", sagte Djamegari. In der Initiative sind zahlreiche Frankfurter Gastronomen vertreten. Sie würden eine Sperrstunde ab Mitternacht akzeptieren, sagte Djamegari. Zuvor hatte bereits der Gaststätten-Verband Dehoga scharfe Kritik an der Sperrstunde geäußert.

Beschränkungen bei privaten Feiern

Auch für Privatpartys gelten neue Regeln: Private Feiern werden im öffentlichen Bereich auf 25 Personen beschränkt, im privaten Raum gilt die dringende Empfehlung, Feiern auf höchstens 10 Personen zu beschränken.

Inzidenz in Frankfurt bei 59, in Offenbach bei 68

Die verschärften Regeln werden mit den gestiegenen Infektionszahlen begründet. In Frankfurt und anderen Städten und Gemeinden in Hessen nehmen die Infektionszahlen weiter zu.

In Frankfurt liegt die sogenannte Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) bei 59, wie Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) dem hr sagte - also über dem Wert von 50, ab dem die Warnstufe 3 mit verschärften Maßnahmen greift. Jeder vierte Corona-Test falle mittlerweile positiv aus, so Majer. In einem Alten- und Pflegeheim hätten sich acht von neun demenzkranken Bewohnern mit dem Coronavirus infiziert.

In Offenbach liegt die Inzidenz inzwischen schon bei 68, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Die Stadt steuert damit auf die Warnstufe 4 der Eskalationsskala des Landes zu. Auch dort wurden inzwischen verschärfte Maßnahmen ergriffen.

Sendung: hr-iNFO, 8.10.2020, 11 Uhr