Syrische Flüchtlinge laufen mit ihrem Gepäck eine Straße entlang
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Das Land Hessen hat 2018 erneut weniger Asylsuchende aufgenommen. Im Vergleich zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle sank die Zahl um rund 70.000. Eine Prognose fürs kommende Jahr fällt allerdings schwer.

Das Land Hessen geht davon aus, dass im Jahr 2018 weniger Flüchtlinge gekommen sind. Insgesamt seien schätzungsweise 10.500 Menschen in Hessen aufgenommen worden. Die meisten Flüchtlinge seien wie im Vorjahr aus Syrien gekommen, gefolgt von Asylsuchenden aus der Türkei, Afghanistan und Eritrea, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) in Wiesbaden.

Im Jahr 2017 waren es noch mehr als 12.000 Flüchtlinge gewesen. Im Jahr 2015, dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms, waren etwa 80 000 Menschen nach Hessen gekommen.

Derzeit nur noch fünf Standorte für Erstaufnahme

In den Einrichtungen der Erstaufnahme befänden sich derzeit rund 1.500 Personen. Damit würden etwa 5.000 Plätze vorsorglich vorgehalten, erklärte der Sozialminister. Das seit dem Jahr 2016 geltende flexible Standortkonzept des Landes für die Unterbringung der Flüchtlinge werde wegen dieser Entwicklung ständig überprüft. In den letzten beiden Jahren seien deswegen die Kapazitäten bereits fünfmal angepasst und die Zahl der aktiven Standorte von 62 auf 5 reduziert worden.

Eine konkrete Prognose über die weitere Nutzung der Standorte wollte Grüttner wegen der anhaltend unsicheren Lage in Syrien, Irak und Afghanistan nicht abgeben. "Wie sich die Zugangszahlenwanderung nach Deutschland in 2019 entwickeln werden, ist von vielen Faktoren abhängig, die sich nicht zuverlässig bemessen lassen." Hessen müsse daher weiter mit pragmatischen Lösungen mit Augenmaß auf die Entwicklung reagieren.