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Audioseite Kostenpflichtige Corona-Bürgertests ab Montag

Ein Aufsteller mit dem Schriftzug "Corona-Testcenter".

Mal eben zum Corona-Testcenter, sich abstreichen lassen und einen Negativ-Nachweis holen - dafür müssen die meisten seit Montag selbst zahlen. Erstattet werden die Kosten nur noch im Ausnahmefall.

Seit diesem Montag sind die Schnelltests in den Corona-Testcentern, die sogenannten Bürgertests, für die allermeisten nicht mehr kostenlos. Was Sie zu den neuen Regeln wissen müssen, hier im Überblick.

Warum gibt es keine kostenlosen Bürgertests für alle mehr?

Auch bisher haben Schnelltests Geld gekostet, allerdings übernahm der Bund die Kosten. Für jede Probe wurden den Teststellen zuletzt 11,50 Euro erstattet, die Getesteten selbst mussten nicht das Portemonnaie zücken. Im August hat die Bundesregierung angekündigt, die Kosten nur noch im Ausnahmefall zu übernehmen. Das soll zum einen die Staatskasse entlasten und zum anderen ein Impfanreiz sein. Die Regierung argumentiert so: Wenn sich alle impfen lassen können, müssen nicht alle für die Kosten aufkommen, die diejenigen verursachen, die eine Impfung ablehnen.

Wer bekommt weiterhin kostenlose Schnelltests?

  • Alle, die nicht älter als 17 Jahre sind. Das gilt noch bis Ende des Jahres. Danach nur noch Kinder unter 12 Jahren.
  • Alle Schwangeren. Ab kommendem Jahr dann nur noch Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel.
  • Alle, die mit einem ärztlichen Attest belegen können, dass sie aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.
  • Alle, die einen Negativnachweis brauchen, um nach einer Corona-Infektion eine Quarantäne zu beenden.
  • Studierende aus dem Ausland, die dort mit einem Serum geimpft wurden, das hier nicht zugelassen ist (zum Beispiel Sputnik V).

Werden die Teststellen weiterhin Schnelltests anbieten?

Ja, allerdings wird das Angebot wohl kleiner, denn die Nachfrage wird absehbar sinken. So erklärt das Deutsche Rote Kreuz, das viele Teststellen in Hessen betreibt, einige Kreisverbände hätten schon Teststellen aufgegeben oder die Öffnungszeiten reduziert. Bei sinkender Nachfrage werde das Angebot weiter zurückgefahren.

Auch in der Teststellen-Übersicht des hessischen Sozialministeriums ist die Zahl der gemeldeten Teststellen zuletzt gesunken, auf knapp 1.000 derzeit. Allerdings sind die Angaben dort unverbindlich, denn Teststellen sind weder verpflichtet sich dort einzutragen noch sich abzumelden.

Wie viel Geld werden die Teststellen dafür verlangen?

Bisher wurden den Teststellen 11,50 Euro pro Schnelltest erstattet. Es zeichnet sich ab, dass die meisten Anbieter von Selbstzahlern mehr verlangen werden. So gibt das gemeinnützige DRK auf Anfrage an, die meisten Kreisverbände würden zwischen 12 und 20 Euro pro Test berechnen. Viele profitorientierte Anbieter dürften darüber hinausgehen. So verlangt eine Frankfurter Arztpraxis 25 Euro pro Schnelltest von Selbstzahlern.

In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wollen einige Anbieter die Tests andererseits günstiger als 11,50 Euro anbieten. Natürlich ist es auch möglich, die bisherige Vergütung zu unterbieten. Das dürfte allerdings die Ausnahme sein.

Welche Alternativen gibt es zum kostenlosen Bürgertest?

Wer nur wissen möchte, ob er sich angesteckt hat, kann einen Selbsttest machen. Diesen gibt es teilweise für weniger als 1 Euro pro Stück im Einzelhandel. Allerdings bekommt man damit keinen Negativnachweis. Viele Arbeitgeber bieten weiterhin Testungen am Arbeitsplatz an, die dort als Negativnachweis gelten. Schülerinnen und Schüler können weiterhin ihr Testheft als Negativnachweis verwenden. Allerdings besteht kein Anspruch darauf, dass dieser Nachweis etwa von Restaurantbetreibern akzeptiert wird. Betreiber können - im Rahmen des Hausrechts - eine aktuelle negative Testbescheinigung verlangen.

Schließlich steht es jeder Bürgerin und jedem Bürger über 12 frei, sich impfen zu lassen. Das ist weiterhin kostenlos und bietet nach allem, was man weiß, den besten Schutz gegen eine Corona-Infektion.

Gerät das Infektionsgeschehen aus dem Blick, wenn möglicherweise weniger getestet wird als bisher?

Das hessische Gesundheitsministerium geht nicht davon aus. Schon bisher hätten ja nur symptomfreie Menschen Anspruch auf einen Schnelltest gehabt. Bei einem konkreten Infektionsverdacht (Covid-Symptome, Kontakt zu einer infizierten Person, rote Warn-App-Meldung) sollte und soll man einen PCR-Test machen lassen, keinen Schnelltest.

PCR-Tests gelten als besonders zuverlässig. Deren Kosten werden weiterhin vom Staat übernommen - sofern eben ein Infektionsverdacht besteht. Nur bei einem positiven PCR-Test gilt man als infiziert und wird statistisch erfasst. Möglich ist allerdings, dass einzelne symptomfreie Infektionen unbemerkt bleiben.

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