Auf einer Uhr sind neunzehn Minuten angezeigt: die Zeit, wie oft in Hessen jemand an oder mit Corona stirbt.

Trotz des harten Lockdowns sind die Zahlen der Corona-Infektionen nach wie vor sehr hoch. Vor allem die Zahl der Corona-Toten in Hessen steigt, wie Daten zeigen. Es gibt mehr Tote pro Einwohner als in den USA.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die meisten Corona-Toten kommen aus Altenheimen

Eine Seniorin hält eine Maske in den Händen.
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Seit vergangenem Jahr ist Deutschland im Lockdown. Trotzdem nimmt die Zahl der Corona-Infektionen nicht ab - im Gegenteil. Die Zahl der Toten steigt weiter. In Hessen stirbt aktuell alle 19 Minuten ein Mensch an oder mit Covid-19. Im November waren es noch alle zwei Stunden. Deutschlandweit gibt es sogar alle zwei Minuten einen Corona-Toten.

Mehr Tote pro Einwohner als in den USA

Und auch der Blick auf die täglichen Todeszahlen unterstützt diesen Trend. Aktuell sterben in Hessen fast zwölf Menschen täglich je eine Million Einwohner, betrachtet man den 7-Tage-Durchschnitt. Damit liegt Hessen über den Zahlen der USA, wo laut der Johns-Hopkins-Universität zuletzt neun Menschen je eine Million Einwohner starben. In Deutschland liegt der Durchschnitt bei zehn Toten.

Die Corona-Todesfälle sind in den vergangenen Monaten gestiegen, das zeigen die Daten. Im gesamten Oktober starben in Hessen etwa 100 Menschen an oder mit Corona. Diese Zahl verdoppelte sich im Dezember bereits innerhalb der ersten Woche. In der vergangenen Januarwoche starben über 500 Menschen.

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Infektion pro Einwohner höher als der Durchschnitt

Seit dem ersten Todesfall Mitte März in Hessen sind 57 Menschen je 100.000 Einwohner mit oder an Corona gestorben. Diese Zahl liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt von 50 Toten je 100.000 Einwohner. Noch schlimmer hat es die Bundesländer Sachsen, Thüringen, Bayern, Brandenburg und das Saarland getroffen.

In Hessen sind 57 Menschen je 100.000 Einwohnern an Corona gestorben. Im deutschen Schnitt waren es 50.

Neben den Todeszahlen sind auch die Infektionszahlen in Hessen höher als im Bundesdurchschnitt. Während in Deutschland bislang etwas über 2.300 Menschen je 100.000 Einwohner an Corona erkrankt sind, waren es in Hessen knapp über 2.400. Höher sind die Infektionen pro Einwohner nur in Sachsen, Berlin und Bayern.

Hessenweit mehr Intensivbetten belegt

Auch die Auslastung der Intensivbetten liegt in Hessen etwas über dem bundesweiten Schnitt. 84 Prozent der hessischen Intensivbetten sind zurzeit belegt. Im deutschen Durchschnitt liegt die Auslastung bei 82 Prozent.

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In Hessen gibt es für die Intensivbehandlungen sechs Versorgungsgebiete: Kassel, Fulda-Bad Hersfeld, Darmstadt, Gießen-Marburg, Frankfurt-Offenbach und Wiesbaden-Limburg. Am meisten ausgelastet ist aktuell Darmstadt. 90 Prozent der Intensivbetten sind dort belegt. Jeder vierte Intensivpatient ist an Corona erkrankt.

Die geringsten Auslastungen gibt es in Kassel und Fulda-Bad Hersfeld. Hier sind jeweils fast 80 Prozent der Intensivbetten belegt. Allerdings ist die Zahl der Corona-Intensivfälle in Fulda-Bad Hersfeld höher.

Zwei von drei Toten aus Altenheimen

Am 27. Dezember bekamen die ersten Altenheimbewohner und -pfleger die Corona-Schutzimpfung. Bis einschließlich Sonntag (10. Januar) wurden mehr als 50.000 Hessen mit der ersten Impfung versorgt. Das macht fast neun Menschen je 1.000 Einwohner. Damit liegt Hessen über dem bundesweiten Durchschnitt von etwas über sieben geimpften Menschen je 1.000 Einwohnern.

In Hessen sind 8,6 Menschen je 100.000 Einwohner geimpft worden. Das liegt über dem deutschen Schnitt von 7,4 Geimpften.

Die meisten Impfungen haben das Pflegepersonal und die Bewohner von Heimen bekommen. Hier sind die Corona-Zahlen besonders gravierend. 64 Prozent der Corona-Toten in Hessen kommen aus Altenheimen. Das bedeutet, zwei von drei Toten sind Altenheimbewohner.

Da viele von ihnen bereits an Vorerkrankungen litten, ist allerdings unklar, ob sie wegen oder mit Corona starben. Die Zahl, der Heime, die mindestens einen Corona-Fall haben ist ebenfalls hoch. Mehr als 40 Prozent der hessischen Heime waren vergangene Woche betroffen.