Tausende Kurden ziehen durch Frankfurt.

Tausende Kurden sind am Samstag nach Frankfurt gekommen, um am Neujahrsfest Newroz für Frieden und Demokratie im Nahen Osten zu demonstrieren. Die Polizei stellte hunderte verbotene Fahnen und Waffen sicher.

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Kurden-Demo in Frankfurt
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In zwei Demonstrationszügen haben am Samstag rund 25.000 meist türkischstämmige Kurden in Frankfurt für Frieden und Demokratie im Nahen Osten. Bis zum späten Nachmittag ist es nach Angaben der Polizei friedlich geblieben.

Waffen und Fahnen sichergestellt

Im Umfeld der Demonstration hat die Polizei jedoch Waffen und verbotene Fahnen sichergestellt. In einem Bus fanden Beamte mehrere Klappmesser, Bengalo-Fackeln, einen Taser, Pfefferspray und Plakate mit dem Abbild des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan. Bei der Kontrolle eines Lieferwagens stellte die Polizei zudem mehrere Hundert verbotene Fahnen sicher.

#23nulldrei Bei einer Bus-Kontrolle wurden mehrere Klappmesser, mehrere Bengalo-Fackeln, 1 Taser, 1 Tierabwehrspray in Pistolenform sowie Öcalan-Plakate sichergestellt. Die Personen im Bus waren auf dem Weg zur #Newroz Demo. Sie dürfen #Frankfurt heute nicht mehr betreten.

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Die Kontrolle von Fahnen und Transparenten im Demonstrationszug verlaufe allerdings friedlich, die Demonstrierenden zeigten sich kooperativ.

Zwei Züge vereinen sich

Gegen 10 Uhr hatten sich die Teilnehmer vor der Alten Oper und an der Bockenheimer Warte versammelt, um 11 Uhr setzten sich beide Züge in Bewegung.

Kurden-Demo Newroz

Die Demonstrationszüge vom Opernplatz und der Bockenheimer Warte vereinten sich unterwegs und liefen dann gemeinsam zum Rebstockgelände. Dort begann am Nachmittag eine Kundgebung mit Reden und Musik. Veranstalter ist die Demokratische Föderation der Gesellschaften Kurdistans (KAWA).

Schärfere Strafen für Verstöße

Verboten ist dabei das Zeigen von PKK-Symbolen aller Art. Dies wurde in der Vergangenheit von türkischstämmigen Frankfurtern und türkischen Politikern mit Argusaugen beobachtet. Um die Sicherheit während der Demonstration nicht zu gefährden, hat die Frankfurter Polizei in den vergangenen Jahren Verstöße mit Videokameras dokumentiert und erst im Nachgang verfolgt.

Dies würden die Beamten auch in diesem Jahr so handhaben, sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Er wies allerdings darauf hin, dass wegen einer Gesetzesänderung die Strafen für Verstöße gegen die Auflagen - unter anderem die, eben keine verbotenen Symbole und Fahnen zu zeigen - schärfer seien. Die Polizei habe das den Veranstaltern mitgeteilt. Einhalt gebieten wolle die Polizei ebenso möglichen Provokateuren am Straßenrand, etwas türkischen Nationalisten, die bei den Kurden-Demos regelmäßig auftauchen.

Zwei weitere Großdemos

Neben der Newroz-Demonstration fanden noch zwei weitere Großdemos in Frankfurt statt. Etwa 2.000 Menschen demonstrierten gegen einen "Rechtsruck in Staat und Gesellschaft". Rund 8.000 Teilnehmer demonstrierten unter dem Motto "Save the Internet" gegen die Pläne der EU zu den Urheberrechten kundtun.

Sendung: hr-iNFO, 23.03.2019, 11 Uhr