Audio

Zensus 2022: Volkszählung an 830.000 Hessen startet

Es ist ein Mammutprojekt der Statistikämter: Für den Zensus sollen bundesweit Millionen Menschen zu ihrer Wohnsituation befragt werden. Auch hunderttausende Hessinnen und Hessen wurden dafür zufällig ausgewählt und müssen jetzt Auskunft geben.

Gibt es genügend Wohnungen? Wo brauchen wir mehr Schulen, Studienplätze oder Altenheime? Und wie hoch sind die Mieten? Diese und andere Fragen soll der Zensus beantworten. Seit Sonntag läuft in Deutschland wieder eine große Volkszählung. In Hessen müssen dazu 830.000 zufällig ausgewählte Menschen Auskunft zu ihrer Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation geben. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, sind dies 13 Prozent der Bevölkerung.

Hinzu kommen rund 1,5 Millionen Hausbesitzer, Vermieterinnen oder sonstige Verwalter von Wohnraum in Hessen. Sie sind laut Landesamt verpflichtet, in einem Online-Fragebogen Angaben zu ihren Wohnungen und Häusern zu machen. Angeschrieben werden die Betroffenen seit dem vergangenen Sonntag.

Für das Mammutprojekt sollen deutschlandweit 10,2 Millionen Menschen zufällig befragt werden und 23 Millionen Hausbesitzer und Vermieter Auskunft geben. Auch alle Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften sollen nach Angaben des Statistischen Bundesamts erfasst werden. Die Teilnahme ist für alle Angeschriebenen Pflicht.

Frankfurt brauchte 450 Interviewer für den Zensus

Damit nicht die gesamte Bevölkerung befragt werden muss, greifen die Ämter auch auf bereits vorhandene Daten wie Melderegister zurück. Die zusätzliche Befragung sei aber notwendig, weil die Register oft Karteileichen enthielten, erklärt das Statistische Bundesamt. Außerdem würden weitere Merkmale wie Bildung, Erwerbstätigkeit und Beruf abgefragt, die nicht in den Melderegistern enthalten seien. Ziel sei, eine verlässliche Planungsgrundlage für politische und wirtschaftliche Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden zu schaffen.

Viele Fragen ließen sich online beantworten, nur ein Teil werde in kurzen persönlichen Gesprächen geklärt. Das Ergebnis der Befragungen werde auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet.

Für die Volkszählung sind viele Interviewer notwendig: Die Stadt Frankfurt hatte vergangenes Jahr 450 Freiwillige gesucht, die nach einem eintägigen Lehrgang jeweils 150 Befragungen durchführen und die Daten übermitteln sollen. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.300 Euro.

Wieso gibt es die Volkszählung überhaupt?

Der Zensus ist für die Kreise, Städte und Gemeinden wichtig, weil davon abhängt, wie viele Zuschüsse sie erhalten. Außerdem richtet sich beispielsweise die Einteilung von Wahlkreisen nach der Statistik. Beim letzten Zensus im Jahr 2011 hatte sich herausgestellt, dass in vielen Städten und Gemeinden weniger Menschen lebten als angenommen - mit schmerzhaften finanziellen Konsequenzen, da sich die Höhe von Zahlungen aus dem Finanzausgleich an der Bevölkerungszahl bemisst.

In der Europäischen Union findet die Volkszählung normalerweise alle zehn Jahre statt. Eigentlich hätte der Zensus also bereits 2021 erhoben werden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde er aber um ein Jahr verschoben.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen