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Audioseite Demo und Kundgebung gegen den Riederwaldtunnel

Protest gegen den Riederwaldtunnel

Rund 170 Demonstranten sind zu einem besetzten Waldgebiet in Frankfurt gezogen. Sie protestierten gegen die Rodung des Waldes und den Weiterbau der A66. Gegner des umstrittenen Riederwaldtunnels hatten dort zuvor Baumhäuser errichtet.

Die Umweltaktivistinnen und -aktivisten waren am Samstag zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. Sie demonstrierten friedlich gegen die für den Riederwaldtunnel geplante Rodung im Osten Frankfurts und den Weiterbau der A66. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich dazu etwa 80 Teilnehmende, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, mit einem Demonstrationszug von etwa 90 Fußgängerinnen und Fußgängern zusammengeschlossen.

Seit dem globalen Klimastreik der Bewegung "Fridays for Future" vor rund zwei Wochen halten Umweltaktivisten Bäume im geplanten Rodungsgebiet besetzt. Dazu errichteten sie im Teufelsbruch, Erlenbruch und Riederwald in bis zu 15 Metern Höhe mehrere Baumhäuser.

Der rund 2,2 Kilometer lange Lückenschluss der A66 soll künftig Frankfurt und Hanau besser miteinander verbinden. Für den Ausbau der Autobahn sollen auf dem 40.000 Quadratmeter großen Areal bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt werden. Am Samstag fand dort auch die gemeinsame Abschlusskundgebung statt. Die Veranstalter der Demo waren unter anderem die Organisationen "Ende Gelände Frankfurt" und "Bündnis Verkehrswende Frankfurt".

Vom Stadtteil Frankfurt-Bornheim zogen die Fußgänger in den Wald.

Riederwaldtunnel seit Jahrzehnten umstritten

Der Weiterbau der A66 und ihr Anschluss an die A661 durch den geplanten Riederwaldtunnel zählen seit Mitte der 1980er-Jahre zu den politischen Dauerbrennern in Frankfurt. Nach Angaben des Landes wurden als Ausgleich für die geplanten Rodungen 2018 etwa 12.000 junge Bäume im Stadtteil Schwanheim gepflanzt.

Befürworter erhoffen sich von dem Bau einen besseren Verkehrsfluss, Umweltaktivisten fordern den Stopp des umstrittenen Projekts und ein Umdenken in der Verkehrspolitik. Immer wieder gibt es Proteste und Klagen gegen das rund 480 Millionen Euro teure Bundesprojekt in Frankfurt.

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