Bildkombo Bundeswehrflieger Corona-Virus

Eine Bundeswehr-Maschine hat 126 Menschen aus der chinesischen Metropole Wuhan nach Frankfurt ausgeflogen. Nun ist klar: Zwei Passagiere hatten sich mit dem Coronavirus infiziert.

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Die Bundeswehr-Maschine mit den China-Rückkehrern war am Samstag gegen 16.40 Uhr am Frankfurter Flughafen gelandet. Gleich im Anschluss wurden die 126 Reisenden im Medical Assessment Center (MAC) am Flughafen eingehend untersucht und befragt.

Seit dem Sonntag ist nun klar: Zwei der Passagiere haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Kreisverwaltung Germersheim in Rheinland-Pfalz mit, wo die Passagiere isoliert und untersucht wurden.

Bei einer weiteren Person, die zur Abklärung eines Coronaverdachts in der Frankfurter Uniklinik behandelt wurde, bestätigte sich der Verdacht nicht, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Sonntag mitteilte.

Zehn weitere Patienten, aber ohne Corona-Symptome

Zehn weitere Passagiere wurden ebenfalls in die Uniklinik gebracht. Ihre Symptome stünden aber in keinem Zusammenhang mit dem Coronavirus, sagte Klose. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt in den Luftwaffenstützpunkt in Germersheim gebracht.

Dort werden die Rückkehrer die nächsten 14 Tage verbringen. So lange kann es dauern, bis sich bei einer Ansteckung mit Corona erste Symptome zeigen.

Polizist mit Schutzmaske auf der Gangway

"Die Kontakte nach außen werden auf ein Minimum reduziert", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Zudem sind die Betroffenen in Einzelzimmern untergebracht, in denen sie auch bleiben müssten.

Unter den 126 Passagieren waren 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein US-Bürger und ein Rumäne. Auch einige Kinder reisten mit. Der Flieger war in der Metropole Wuhan gestartet, wo die ersten Corona-Fälle aufgetreten waren.

Moskau verweigert Zwischenlandung

Die Maschine war mit Verzögerung in Frankfurt angekommen, weil die geplante Zwischenlandung in Moskau von den dortigen Behörden kurzfristig verweigert worden war. Stattdessen wurde der Flieger der Luftwaffe nach Helsinki umgeleitet, von wo aus er später nach Frankfurt startete.

Nicht nur die Passagiere bedurften einer besonderen Behandlung: Auch die Reinigung der Maschine sollte nicht im alltäglichen Maße stattfinden. Eine Spezialfirma aus Frankfurt, die schon in anderen Fällen mit der Bundeswehr und der Lufthansa zusammengearbeitet hatte, schickte ein zwölfköpfiges Team zum Flughafen.

Dieses benötige rund zehn Stunden für die Reinigung, sagte der Geschäftsführer der Firma Akut SOS. "Dann ist der Flieger ähnlich steril wie ein OP-Saal." Eine besondere Vorbereitung auf die Reinigung sei trotz gebotener Vorsicht nicht nötig: "Wir arbeiten mit viel gefährlicheren Stoffen."

WHO ruft gesundheitliche Notlage aus

In China erlebte die Epidemie am Samstag den bisher höchsten Anstieg der Infektionen und Toten innerhalb eines Tages. Die Gesundheitskommission in Peking meldete einen Zuwachs um fast 2.000 auf 11.791 Erkrankte. Die Zahl der Todesfälle kletterte um 46 auf 259. Außerhalb der Volksrepublik wurden bisher in zwei Dutzend Ländern rund 150 Infektionen gezählt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstagabend die Ausbreitung des Virus zu einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Die 190 Mitgliedsländer müssen die von der WHO empfohlenen Krisenmaßnahmen untereinander koordinieren.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.02.2020, 19.30 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes ist von 124 Passagieren an Bord der Bundeswehr-Maschine die Rede. Das Sozialministerium hat diese Angaben am Montag berichtigt. Demnach waren 126 Menschen an Bord des Flugzeugs. Wir haben diese Zahl im Text korrigiert.