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Die B-Ebene wird zum Runway

Wieder keine großen Laufsteg-Shows, keine Workshops, keine Mode-Partys: Auch die zweite Ausgabe der Frankfurter Fashion Week ist von der Corona-Pandemie geprägt. Ein bisschen Glamour gibt es im Stadtgebiet trotzdem zu sehen. Ein Überblick.

Diesmal sollte es anders werden als bei der Premiere im Sommer: Die Fashion Week (FFW) wollte nicht nur digital, sondern endlich auch mit echten Laufsteg-Shows in Frankfurt ankommen. Aber die Pandemie hat den Plänen auch in diesem Winter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Messen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sind abermals verschoben.

An aktiven Modeleuten mangelt es in der Stadt aber nicht. Sie laden ein zu Shows, Ausstellungen und Diskussionsrunden an verschiedenen Orten in Frankfurt und online. Im Mittelpunkt stehen wie bei der letzten Ausgabe das Thema Nachhaltigkeit und die geballte Kreativität lokaler Labels.

Live-Veranstaltungen

  • Die B-Ebene als Runway: Unter der Frankfurter Hauptwache schmücken im Rahmen der FFW Fashion-Fotografien insgesamt 35 Säulen. 71 Werke von 25 Fotografinnen und Fotografen aus Deutschland und Großbritannien sind darauf zu sehen. Ausgewählt wurde aus mehr als 555 Bildeinsendungen. Die Ausstellung geht bis zum 10. Februar.
  • Er lichtete Models wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell und Stars wie Lady Gaga oder Campino ab. 30 Jahre fotografiert Helmut Fricke für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Schauen von Mailand über Paris bis New York. Die Ausstellung "Helmut Fricke Fashion" ist vom 17. Januar bis 27. Februar im Massif Central und an weiteren Orten im Stadtgebiet zu sehen. Eintritt frei.
Claudia Schiffer bei einer Modenschau als Braut
  • Nach Bornheim im Sommer zeigt jetzt Frankfurt-Bockenheim, wie man sich hier "Mode. Zukunft. Frankfurt." vorstellt. Vom 13. bis 21. Januar geht’s in den Schaufenstern von Geschäften rund um die Leipziger Straße um Nachhaltigkeit in der Mode. Der Weltladen, das Feine Lederhandwerk, der Unverpackt-Laden Gramm.Genau, der Kinderladen Le Coccole und der Oxfam-Store bieten Einblicke zu Produktionsbedingungen und Alternativen wie Circular Fashion.
  • In der Frankfurter Innenstadt rücken vom 17. bis zum 20. Januar nachhaltige hessische Mode-und Designlabels in den Fokus: Die Ausstellung "Transforming Frankfurt Fashion - The Frankfurt Fashion & Design Forum" zeigt im "Space" der E-Automarke Polestar auf der Großen Eschenheimer Straße Exponate von lokalen Modemachern, die sich mit nachhaltiger Mode auseinandersetzen. In täglichen Schaufenster-Talks erzählen sie von ihren Visionen und Ideen. Die Ausstellung wird auch als Livestream angeboten.
  • Am Dienstag, 18. Januar, wird die "Frankfurt Fashion Lounge" (FLL) offiziell eröffnet, eine Art Nebenschauplatz der Fashion Week. Die Gründerin des Mode-Labels Chili Bang Bang und Organisatorin der FFL, Sevinc Yerli, will damit eine Plattform schaffen für Kreative und Designer aus der Modebranche sowie Künstler und Unternehmer aus Hessen. Labels wie LLobbobycats und BGents organisieren in diesem Rahmen Modenschauen im Sofitel an der Alten Oper.
  • Seit 2008 entwerfen die Frankfurter Modemacher von "Leonid Matthias" Kleidung für Damen und Herren - mal verspielt und avantgardistisch, mal elegant und zeitlos. Die Ausstellung "15 Jahre Leonid Matthias Fashion" in der Ausstellungsshalle 1A und in ihrem Sachsenhäuser Store zeigt die ganze Fashion Week über einen Querschnitt der Mode ihres Labels von Ketten aus Sushi-Fischen bis zu Taschen aus Sicherheitsgurten.

Online-Events

  • Für Glamour-Feeling sorgt Edel-Brand Baldessarini. Zwar kann die Live-Show mit der neuen Herbst-/Winter-Kollektion am Dienstagabend, 18. Januar, nicht wie geplant stattfinden. Dafür kann nun jeder und jede dabei sein und die virtuelle Schau vom heimischen Sofa erleben.
Mode von Designerin Susumu Ai
  • Auch die Fashion Show "Continious Love" am Dienstag, 18. Januar, wird gestreamt: Dabei ist unter anderem die Berliner Designerin Susumu Ai. Die Show wird auf Youtube übertragen. Wer sich in eins der dort gezeigten Kleidungsstücke verliebt, kann am Tag danach im Hotel Jumeirah am Thurn-und-Taxis-Platz shoppen gehen. Dort bieten Pop-Up-Stores aktuelle Kleidungsstücke und Accessoires vom Runway an. Es gilt 2G-plus.
  • Um den Weg, den ein Kleidungsstück zurücklegt, geht es in einem Webinar des Fashion Council Germany am Montag, 17. Januar: Das Unternehmen Kaya & Kato hat vom Technologie-Unternehmen IBM einen Blockchain-Prototypen für die Textilindustrie entwickeln lassen. Das ist eine Art Datenbank, die die komplexe Lieferkette eines Kleidungsstücks für alle Beteiligten, also Produzenten, Händler und Verbraucher, transparenter und nachvollziehbarer gestalten soll. Im Anschluss an die Präsentation können Fragen gestellt werden. Hier kann man sich für das Webinar registrieren.
  • Kein Kleidungsstück hat in den letzten Jahren einen solchen Hype erlebt wie der Sneaker. Deshalb werden immer mehr Schuhe produziert - und schließlich weggeworfen. Was passiert dann mit ihnen? Das Forschungs-Startup Flip hat alte Turnschuhe von deutschen Prominenten wie Jan Delay und Louisa Dellert mit GPS-Trackern verwanzt und verfolgt. Ein Vortrag im Rahmen des digitalen FFW Studio zeigt die Ergebnisse am Mittwoch, 19. Januar. Registrierung unter frankfurt.fashion/de/studio.

Filme und Diskussionen

  • Die katholische Stadtkirche lädt zu einer Diskussion ein: Am Mittwoch, 19. Januar, gibt es im Haus am Dom ein Podium zu nachhaltiger Bekleidung. Inwieweit werden sozialökologische Kriterien, wie sie im neuen Lieferkettengesetz gefordert werden, umgesetzt? Darüber diskutieren unter anderem Stadtkämmerer Dr. Bastian Bergerhoff und Axel Schröder, Sustainability Manager bei Tchibo. Wer vor Ort am Podium teilnehmen möchte, muss sich vorab anmelden. Außerdem wird es auf dem Youtube-Kanal des Hauses am Dom gestreamt.
  • Was ist mein persönlicher Beitrag für mehr Fairness in der Mode-Industrie? Das können Interessierte am Donnerstag, 20. Januar, bei einem kostenlosen digitalen Filmabend der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausloten. Gezeigt wird "Mode.Macht.Menschen", eine Doku über soziale Konflikte in der Bekleidungsindustrie. Im anschließenden Gespräch geht es darum, wie Modeunternehmen und Konsumenten soziale Verantwortung übernehmen können. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorher anmelden.
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