Ein Plakat mit der Aufschrift "38. Kasseler Dokfest" hängt an einer Mauer.

Kurz-Clips, dazu Filmkunst unter freiem Himmel und coole Standorte. Es gibt viele Gründe, das Kasseler Dokfest zu besuchen oder vom heimischen Sofa aus zu genießen. Möglich ist beides, denn das Filmfestival findet coronabedingt in hybrider Form statt.

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zum Video Kasseler Dokfest startet in hybrider Form

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Das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest - kurz Dokfest - wird hybrid. Anders als im letzten Jahr liegt der Fokus im zweiten Corona-Jahr auf Veranstaltungen vor Ort und im Kino. "Wir sind froh, dass wir wieder im Kino stattfinden", sagt Sabine Schmidt, Pressesprecherin des Filmfestivals. Einige Filme können zusätzlich von zuhause aus gestreamt werden.

Neben hessischen Produktionen wie "Borga" von York-Fabian Raabe, "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maria Speth und "The other side of the river" von Antonia Kilian, die dieses Jahr in der Kategorie Dokumentarfilm den Hessischen Filmpreis gewonnen hat, werden Filme aus 56 Ländern gezeigt.

Herr Bachmann und seine Klasse - Dieter Bachmann und Klasse 6B

Am Mittwoch (17. November) startet das Festivalkino mit einem umfassenden Hygienekonzept. Alle 54 Lang- und 167 Kurzfilme, darunter über 100 Premieren, werden auf der Leinwand gezeigt, einzelne Filme können nach ihrer Premiere auch als Stream abgerufen werden.

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Das 38. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Alle Informationen rund um das Dokfest finden Sie im Webangebot des Festivalkinos. Hier sind neben dem umfangreichen Programmheft auch die einzelnen Vorführungen hinterlegt, außerdem finden Sie alle Infos zum Hygienekonzept. Die DokfestStreams zum Filmegucken auf dem heimischen Sofa finden Sie hier.

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Doch was macht das Kasseler Dokfest so besonders? Fünf Gründe, die unbedingt für einen Besuch sprechen.

1. Die Kurzfilm-Kompilationen - drei Tipps: zum Lachen, für Fans des Abwegigen und documenta-Begeisterte

Besonders beliebt sind alle Jahre wieder die Kurzfilm-Kompilationen, die so nie wieder im Kino zu sehen sein werden. Die 60 bis 90 Minuten langen Zusammenstellungen setzen thematische Schwerpunkte, die Einzelbeiträge sind in der Regel drei bis acht Minuten lang. Wer in der Corona-Situation auf Kino verzichten möchte, kann diese kuratierten Clips gut zuhause auf dem Sofa genießen - das Online-Angebot DokfestStreams macht es möglich.

Drei Tipps für Kurzfilm-Fans: Der Klassiker für Dokfest-Gäste ist die Kurzfilm-Kompilation "kurz & knapp", ein legendäres Kulturprogramm zum Lachen und Nachdenken. Die Kompilation "Fantastische Realitäten" ist vor allem für Menschen interessant, die Spaß an künstlerischen Filmen haben, das Abwegige, das Fantastische suchen. "Archivierte Visionen" eignet sich vor allem für Kassel- und documenta-Interessierte. Die Kompilation zeigt vier unterschiedliche Blicke auf die Stadt Kassel, besonders sehenswert ist der Clip über die Kasseler Kunsthistorikerin Rhea Thönges-Stringaris und ihre Freundschaft zu Joseph Beuys.

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Termine

Kurz & knapp: Mittwoch, 17.11.2021, 22.15 Uhr, BaLi, Kulturbahnhof
Fantastische Realitäten: Freitag, 19.11.2021, 22:15 Uhr, BaLi Kultutbahnhof
Archivierte Visionen: Samstag, 19.11.2021 15.15 Uhr BaLi, Kulturbahnhof

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2. Die Standorte: eine Achse durch die Stadt

Die einzelnen Standorte bilden eine Achse durch die Stadt, beginnend am Kulturbahnhof mit Südflügel, Kubator und Stellwerk. Über die Treppenstraße geht es zum ruruHaus mit Ausstellungen hessischer und internationaler Studierender. Ein paar Schritte weiter befindet sich im Friedericianum eine Diskussionsplattform zur Schnittstelle Kino, Film und Kunst.

Und so kann man weiterschlendern, über den Ständeplatz zum Gloria-Kino, wo vor allem Langfilme gezeigt werden, bis hin zum Filmladen, dem kleinsten Kino der Stadt, das von seinen 80 Sitzplätzen während der Corona-Pandemie nur 20 bis 40 Plätze belegen kann.

Ein Standort des Dokfests: das BaLi Kino im Kulturbahnhof.

3. Architektur wird zur Kinoleinwand: A Wall is a Screen

Kurzfilme, projiziert auf Häuserwände - die Hamburger Künstlergruppe "A Wall is a Screen" bietet eine filmische Stadterkundung und beleuchtet unbekannte Ecken Kassels. Gemeinsam mit dem Publikum und einer mobilen Projektionsanlage wandern die Künstler durch die Stadt, Corona-konformer geht es kaum. So wird Architektur zur Kinoleinwand.

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Termin

A Wall is a Screen: Freitag, 19.11.2021, 20.30 Uhr, Dauer: 1,5 Stunden, Treffpunkt am Filmladen, Teilnahme kostenlos

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4. Fulldome-Filme: Betrachter werden Teil des Films

Auch in diesem Jahr wird das Planetarium mit seiner 10 Meter messenden Kuppel beeindruckender Spielort für 360-Grad-Filme. Unter dem Motto "Fulldome" werden in Hessens größtem Planetarium sieben Filme gezeigt, die einen guten Einblick in die Welt der Kuppelfilme geben. "Liebevoll kuratiert", wie Festival-Sprecherin Sabine Schmidt sagt.

Fans erleben den Film im großen Rund von einem zentralen Blickwinkel aus, sind von Bildern und Sound umgeben. Denn anders als in einer herkömmlichen Kino-Situation, sitzend vor einer Leinwand, wird hier der statische Standpunkt des Betrachtenden gelöst. Man rückt ins Zentrum und erlebt den Film mittendrin.

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Information

Zwei Vorstellungen täglich jeweils um 12.30 und um 16.30 Uhr, Dauer 1 Stunde. Die Karten gibt es bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), aktuell werden pro Vorstellung 14 Sitzplätze angeboten.

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5. Diskussion und Austausch als zentrales Element beim Filmegucken

Diskussion und Austausch machen den Zauber des Dokfests aus. Die Macher konnten auch in der 38. Ausgabe des beliebten Filmfests Expertinnen und Experten für die Themen der Dokumentarfilme gewinnen, die nach dem Kinoerlebnis in den Austausch mit dem Publikum gehen.

Wie die Gießener Ärztin Kristina Hänel, die im Anschluss an die Weltpremiere des Films "Wie wir wollen" ins Gespräch kommen möchte. Hierbei ist sie nicht nur Expertin, sondern gleichzeitig auch Protagonistin des Films, in dem es um Abtreibungen geht. Hänel setzt sich für die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a des Strafgesetzbuches ein.

Der Film "Der Sprayer von Zürich" zeigt den Schweizer Künstler Harald Naegeli, den Urvater der Graffiti-Kunst. Der heute 81-Jährige wurde in den 1970er Jahren wegen seiner Spraykunst mit einem internationalen Haftbefahl gesucht, im letzten Jahr erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zürich. Dieses Spannungsfeld zwischen Empörung über gesprayte Kunst und Freude über farbige Gestaltung im Straßenbild macht den Film aus. Im Anschluss werden Vertreter des Kasseler Vereins Kolor Cubes vor Ort sein. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen zusammenzubringen, die ihr Umfeld kreativ mitgestalten. In der Stadt haben sie mehrfach großformatige Kunst umgesetzt, so auch die Außengestaltung des ruruHauses.

Das ruruHaus am Friedrichsplatz in Kassel: gestaltet von den KolorCubes.

Die dänische Produktion "Mitgefühl" beschäftigt sich mit Demenzkranken und deren Pflege in einem Heim, in dem neue Wege gegangen werden. Dort wird die Pflege intensiviert, es wird besonders einfühlsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umgegangen, gemeinsam gesungen und auch mal mit einem Sekt angestoßen. Im Anschluss sind Verteterinnen und Vetreter des Zentrums für Menschen mit Demenz und Angehörige Kassel vor Ort.

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Termine

Wie wir wollen - mit Kristina Hänel, Mittwoch, 17.11.2021, 17.00 Uhr, Filmladen
Mitgefühl - mit Vertretern des Zentrums für Menschen mit Demenz und Angehörige, Freitag, 19.11.2021, 10.00 Uhr, Gloria
Der Sprayer von Zürich - mit Kolor Cubes, 20.11.2021, 12.30 Uhr, Filmladen

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