Ein Werbeplakat der documenta 14 in Athen und Kassel hängt im Mai am Eingang des Fridericianum in Kassel.
Ein Werbeplakat der documenta 14 in Athen und Kassel hängt im Mai am Eingang des Fridericianum in Kassel. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Bisher wurde das Defizit der documenta 14 auf 5,4 Millionen Euro beziffert. Nach Abschluss aller Prüfungen steht fest: Die Summe reicht bei weitem nicht.

Die documenta 14 hat im vergangenen Jahr mit einem höheren Defizit abgeschlossen als bisher bekannt. Bislang hatten die documenta-Gesellschafter - das Land Hessen und die Stadt Kassel - mit einem Defizit der Weltkunstschau von 5,4 Millionen Euro gerechnet.

Jetzt liegt der Jahresabschluss 2017 inklusive aller Prüfungen vor, teilte die gemeinnützige documenta und Museum Fridericianum GmbH am Donnerstag in Kassel mit. Daraus gehe hervor: Die documenta 14 hat eine Finanzierungslücke von insgesamt 7,6 Millionen Euro hinterlassen. Diese würden von beiden Gesellschaftern je zur Hälfte übernommen. Details, warum das Minus am Ende noch höher ausfiel als erwartet, nannte die documenta nicht.

"Zwischen rauer See und Flaute"

Der Kasseler Oberbürgermeister und Vorsitzender des Aufsichtsrats der documenta, Christian Geselle (SPD), freut sich trotzdem: "Jetzt können die konkreten Planungen für die documenta 15 beginnen." Die Findungskommission für den neuen künstlerischen Leiter der Weltkunstschau sei mitten im Auswahlprozess, "alles in allem nimmt das Schiff also nach einer kurzen Phase zwischen rauer See und Flaute wieder an Fahrt auf", sagte Geselle.

Zuvor hatte der documenta-Aufsichtsrat die finanziellen Planungen für die documenta 15 erörtert, die vom 18. Juni 2022 bis zum 25. September 2022 stattfinden wird. "Die Budgetplanung für die documenta 15 soll mit Blick auf künstlerische Erfordernisse sowie allgemeine Kostensteigerungen, höhere Anforderungen an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Besucherservice eine angemessene Erhöhung vorsehen", schreibt die documenta. Was das in Zahlen heißt, ließ sie noch nicht wissen.

Controlling eingerichtet

Die 14. documenta fand von April bis September 2017 in Kassel und Athen statt. Ihr Budget war im Vorfeld auf 34 Millionen Euro beziffert worden. Nach Bekannwerden der finanziellen Schieflagen hatten sich das Land Hessen und die Stadt Kassel bereiterklärt, mit einer Bürgschaft einzuspringen. Der Hauptgrund für das Defizit sei die Aufteilung der Weltkunstschau auf zwei Standorte - Kassel und Athen - gewesen, betonte die documenta am Donnerstag erneut.

Die frühere documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff hatte im Frühjahr ihr Amt vorzeitig aufgegeben, ein Controller wurde eingestellt. Seit November ist Sabine Schormann die neue Geschäftsführerin.

Sendung: hr-iNFO, 29.11.2018, 18.00 Uhr