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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Alain Altinoglu ist der neue Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters

Alain Altinoglu

Dass er der Nachfolger von Andrés Orozco-Estrada als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters werden würde, war schon seit längerem klar. Jetzt wurde Alain Altinoglu offiziell vorgestellt. Während seiner Zeit in Frankfurt will er besonders ein junges Publikum für klassische Musik begeistern.

Schon 2019, als Alain Altinoglu das hr-Sinfonieorchester beim Europa Open Air an der Weseler Werft dirigierte, war für den Franzosen klar: Das ist etwas Besonderes.

"Die Beziehung zwischen einem Orchester und einem Dirigenten ist sehr schwer zu erklären", so Altinoglu. Da gebe es jemanden auf dem Podium, der seine Hände bewege "und lächelt, oder auch nicht lächelt, je nach Dirigent, aber ich versuche zu lächeln". Und es gebe Musiker, die darauf reagieren. "Im besten Fall entsteht dabei eine Chemie. Das habe ich mit diesem Orchester sofort gespürt."

Das Ziel: Junges Publikum für klassische Musik begeistern

Europa Open Air des hr-Sinfonieorchesters und der Europäischen Zentralbank 2019

Der 44-Jährige, dessen Vertrag für zunächst drei Jahre gilt, wird im August 2021 seine ersten Konzerte als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters leiten. Er verstehe sich und die Musiker als Vermittler zwischen Komponist und Publikum, sagte er bei seiner Vorstellung am Montag im hr-Sendesaal.

Dabei sei es ihm besonders wichtig, eine jüngere Zuhörerschaft zu erreichen. "Sogar in einem kulturell vielfältigen Land wie Deutschland spüren wir, dass klassische Musik kein großes Thema ist für junge Menschen. Und ich denke, es ist unser Job, sie zu uns zu holen und ihnen zu vermitteln, wie toll es ist, ein Orchester zu hören."

Auch deshalb habe er sich für das Engagement beim hr-Sinfonieorchester entschieden, das sich mit Projekten wie "Spielzeitschule" oder Online-Unterricht gezielt an Kinder und Jugendliche richtet. Laut Orchestermanager Michael Traub sind für die kommende Spielzeit weitere Formate dieser Art geplant.

Der Stil: Ein bisschen französisch, ein bisschen deutsch

Der in Paris geborene Altinoglu hat sich außerdem vorgenommen, einen Hauch Frankreich nach Hessen zu bringen, zum Beispiel mit Stücken von Claude Debussy und Maurice Ravel sowie Auftritte mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard und dem Geiger Renaud Capuçon.

"Ich fühle eine Verbindung zu diesen französischen Komponisten", erklärte er. Trotzdem wolle er seine Zeit in Frankfurt nutzen, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern und die Konzerte in deutscher Sprache moderieren. "Mein Ziel ist, mich an das Publikum anzupassen für das ich spiele."

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Die Atmosphäre: Hoffentlich mit Publikum

Apropos Publikum: Auch wenn das hr-Sinfonieorchester bereits weit vor der Corona-Pandemie Konzerte streamte und sehr erfolgreich einen YouTube-Kanal bespielt - der Wunsch, bald wieder live vor Publikum auftreten zu können, ist groß.

"Menschen brauchen Interaktion und Austausch", so Altinoglu. Das würden digitale Angebote allein auf Dauer nicht leisten können. "Natürlich kann man ein Konzert am Computer oder am Fernseher verfolgen. Aber es ist absolut nicht das gleiche Erlebnis wie es live zu erleben und die Vibrationen zu spüren."

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