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Namhafte Schriftsteller gründen neuen Verband

Portrait von Deniz Yücel.

Nach Grabenkämpfen beim Schriftstellerverband PEN in Darmstadt wollen Autoren einen alternativen Verein gründen. Zu den Mitgründern zählen mehrere hessische Schrifstellerinnen und Schriftsteller. Mit dabei: Deniz Yücel.

"Wir wollen einen neuen PEN. Einen zeitgemäßen und diversen PEN." Mit diesen Worten kündigten 232 Autorinnen und Autoren am Dienstag eine neue Schriftstellervereinigung an. Sie soll demnach am Freitag im Berliner Literaturhaus gegründet werden und ein alternativer Verein zum in Darmstadt ansässigen PEN-Zentrum Deutschland sein.

Zu den Mitgründern des PEN Berlin zählen mehrere hessische Schrifstellerinnen und Schriftsteller, darunter der ehemalige PEN-Präsident Deniz Yücel, Michel Friedman, Jasmin Schreiber und Thea Dorn.

In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die Gründungsmitglieder, es brauche einen neuen PEN, der gemeinsam und unabhängig von Herkunft und Haltung Missstände anprangere und denjenigen helfe, die in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht werden. Der Fokus werde deshalb auf der materiellen und ideellen Unterstützung verfolgter Schriftstellerinnen und Schriftsteller liegen.

Deniz Yücel soll Neugründung vorangetrieben haben

Hierarchien und Titel soll es der Erklärung zufolge nicht geben. "Titel wie Präsident, Vizepräsident und Generalsekretär, die von ihrem Pomp und Dekorum abgesehen keinerlei intrinsische Notwendigkeit tragen, halten wir für überholt." An der Spitze des Vereins solle stattdessen ein paritätisches Board aus gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten stehen.

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) haben sich in den vergangenen Wochen 20 Autorinnen gesammelt und über Pfingsten weitere Anhänger gewonnen, darunter auch Mitglieder des "alten" PEN. Treibende Kraft soll dabei Deniz Yücel gewesen sein.

Der in Flörsheim (Main-Taunus) geborene Journalist war Mitte Mai vom Amt des Präsidenten des PEN Deutschland zurück- und dann aus dem PEN ausgetreten. Zuvor hatte es monatelange Kontroversen um den Führungsstil im Vorstand und eine Neuausrichtung des Schriftstellerverbands gegeben.

Darmstädter PEN-Zentrum reagiert gelassen

Das deutsche PEN-Zentrum reagierte gelassen auf die angekündigte Neugründung. Man sehe den PEN Berlin als Bereicherung und Ergänzung und wolle den Kontakt suchen, erklärte die Generalsekretärin des deutschen PEN-Zentrums, Claudia Guderian, am Dienstag in Darmstadt. Wegen der Querelen habe es ohnehin nur wenige Austritte aus dem PEN gegeben. Die Autoren, die sich zu der Neugründung bekannt hätten, seien überwiegend weiter auch Mitglieder im PEN, so Guderian.

Weltweit gibt es mehr als 140 Schriftstellervereinigungen, die im internationalen PEN vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists und Novelists. Das PEN-Zentrum Deutschland hatte bislang rund 770 Mitglieder.

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