Frauenwahlrecht
Die Ausstellung "Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht" eröffnet am 30. August. Bild © Kathrin Wesolowski

Vor 100 Jahren haben die Gründer der Weimarer Republik das Frauenwahlrecht eingeführt. Eine zentrale Ausstellung in Frankfurt erinnert an den Kampf der Frauen - und stellt Besuchern eine persönliche Frage.

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"Die Menschenrechte haben kein Geschlecht." Dieses Zitat der Frauenrechtlerin Hedwig Dohm ziert einen Vorhang der Ausstellung "Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht" im Historischen Museum in Frankfurt. Bundesweit ist es laut Stadträtin Rosemarie Heilig (Grüne) die einzige Ausstellung, die sich zentral mit dem Thema Frauenwahlrecht beschäftigt.

"Wie weit sind wir mit Frauenrechten heute? Was ist seit 1918 passiert? Diese Fragen soll die Ausstellung beantworten", erklärt die Projektleiterin Dorothee Linnemann. Fast vier Jahre hat sie an der Ausstellung gearbeitet, 664.000 Euro wurden in das Projekt gesteckt. Am Mittwoch eröffnet die Ausstellung.

Der Ausbruch aus dem Korsett

Am 12. November 1918 beschloss der Rat des Volksbeauftragten, dass Frauen gleichberechtigt wählen dürfen. Am 19. Januar 1919 fand die erste demokratische Wahl von Männern und Frauen statt. Den Weg vom Kaiserreich über die erste gleichberechtigte Wahl bis zur Weimarer Republik zeigt die Ausstellung.

Sie beginnt mit Exponaten von weißen Korsetts, die symbolisieren, wie Frauen sich der Gesellschaft anpassen mussten. Mit Zeitungsausschnitten, Audios und Plakaten zeigt sie die Befreiung der Frauen aus dem Korsett. Forderungen wie das Recht auf Bildung, körperliche Selbstbestimmung und politische Teilhabe werden in 450 Ausstellungsstücken dargestellt.

Auch die Rolle hessischer Frauenrechtlerinnen wird mit Porträtfotos und Kurzbiografien deutlich gemacht: Frauen wie Tony Sender und Johanna Tesch werden vorgestellt.

"Was ist für dich ein wichtiges feministisches Thema?"

"Viele Frauen der Ausstellung sind unbekannt, obwohl sie im Parlament der Weimarer Republik saßen", sagt Linnemann. Mit verschiedenen Audioaufnahmen wird Frauen wie der Sozialdemokratin Marie Juchacz eine Stimme gegeben. Am 19. Februar 1919 sprach sie als erste Fraue im demokratisch gewählten Parlament. Teile ihrer Rede wurden für die Ausstellung nachgesprochen, eine Originalaufnahme gibt es nicht.

Die Ausstellung macht aber nicht Halt in der Weimarer Republik, sondern schaut auch auf die heutige Debatte der Gleichstellung. Für die Besucher liegen Zettel und Stift bereit, um folgende Frage zu beantworten: "Was ist für dich ein wichtiges feministisches Thema?"

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Ausstellungsinformationen auf einen Blick

Was? Ausstellung "Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht"
Wann? 30.08.2018 bis 20.01.2019, Öffnungszeiten: 10 bis 21 Uhr
Wo? Historisches Museum Frankfurt
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main

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