Ausstellung Altern Museum Weltkulturen
Betagte Rapper in der Ausstellung "Grey is the new Pink" im Frankfurter Weltkulturen Museum Bild © Wolfgang Günzel, 2018

Rap soll nur was für Jüngere sein? Denkste. Das Frankfurter Weltkulturen Museum zeigt in seiner neuen Ausstellung "Grey is the new Pink", wie sich die Einstellungen zum Alter gewandelt haben.

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Ältere Frau in pinkfarbenem Oldtimer

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zum hr-fernsehen.de Video Wie sich unser Bild vom Altern radikal ändert

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"Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu", wusste schon der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero. Dass sich die Einstellung zum Alter weltweit wandelt, zeigt die neue Ausstellung "Grey is the new Pink" im Frankfurter Weltkulturen Museum.

Zu sehen sind mehr als 350 Fotografien, Videos, Zeichnungen und Malereien von 150 Menschen aus aller Welt. Das Museum hatte international dazu aufgerufen, Exponate einzuschicken, die ältere Menschen und ihren Alltag porträtieren. Das Ergebnis offenbare, wie vielfältig das Alter(n) weltweit sei, sagte Kuratorin Alice Pawlik bei der Eröffnung der Schau.

Positive Sicht des Alters

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Rap soll nur was für junge Leute sein? Nicht für diese vier älteren Herrschaften. Bild © Wolfgang Günzel, 2018

Überraschend sei die positive Sicht auf das Alter gewesen. Früher sei das Alter vornehmlich als Zeit des Abbaus und des Verlusts negativ dargestellt worden. Die Exponate zeigten aber vor allem lebensfrohe und lebensbejahende Menschen - zum Beispiel das Foto einer Großmutter im Alter von Mitte 70. Die Dame hatte sich von ihrer Enkelin eine Reise nach Kuba gewünscht. Das Bild zeigt sie in einem pinken Cadillac sitzend, in der Hand eine Pina Colada mit einer großen Ananas.

Flankiert werden diese Privatarbeiten von Werken 15 internationaler Künstler und 159 Objekten sowie 40 historischen Fotos der Sammlung des Museums. André Günther aus dem sächsischen Wurzen hat zum Beispiel ein großformatiges Graffiti beigesteuert, das eine Seniorin beim Vorlesen zeigt. In den Händen hält sie sowohl ein Märchenbuch als auch einen Tablet-Computer. "Die Digitalisierung und neue technische Möglichkeiten zum Ersetzen ganzer Körperteile verändern gerade sehr viel und es ist die Frage, wie das Alter in einigen Jahren überhaupt aussieht", erklärte Günther.

Bevölkerung wird immer älter

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Ein Sarg aus Ghana in der Form eines Adlers ist in dem Ausstellungsraum zu sehen, der sich mit Krankheit und Tod befasst. Bild © Wolfgang Günzel, 2018

"Wir können das Alter nicht definieren und wir dürfen es auch nicht", sagte Kuratorin Pawlik. Und so hängen Porträts vier betagter Rapper, die in jugendlicher Verkleidung posieren, hinter mehreren "Würdestäben", die älteren Herren in Afrika Respekt verschaffen.

Der Deutsche Alterssurvey habe festgestellt, dass die körperliche Gesundheit von Alten sich zunehmend verbessere, sagte Pawlik. 70-Jährige seien heute so fit und gesund wie es 60-Jährige vor 20 Jahren waren. Die immer älter werdende Bevölkerung verlange ein gemeinsames Handeln aller Generationen.

Krankheit und Tod sind auch Thema

Weitere Informationen

Wann? Wo?

bis zum 1. September 2019

Weltkulturen Museum
Schaumainkai 29
60594 Frankfurt

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Doch auch Krankheit und Tod sind abgebildet, die Ausstellung widmet dem Abschied vom Leben einen eigenen Raum. Eine Künstlerin zeigt dort Skizzen ihrer Oma in deren letzten Lebenstagen, eine andere hat eine 97-Jährige in ihrem Alltag porträtiert, beim Kochen, Haare eindrehen und Zeitunglesen. Zu sehen ist all das noch bis 1. September 2019.