Besucher bei der Ausstellung "Like you!" in Frankfurt.
Besucher der Ausstellung "Like you!" in Frankfurt. Bild © Museum für Kommunikation/ picture-alliance/dpa

Beeinflussen digitale Medien unsere Freundschaften? Und wenn ja: zum Besseren oder Schlechteren? Fragen, denen sich das Frankfurter Museum für Kommunikation in einer neue Ausstellung widmet.

Zwei Sprechblasen schweben nebeneinander im Raum: Beide beantworten die Frage, ob digitale Medien Freundschaften fördern oder gefährden - nur völlig gegensätzlich: "Die Zeit, die wir im Netz verbringen, fehlt uns für Begegnungen im echten Leben", sagt Philipp Ikrath vom Institut für Jugendkulturforschung.

"Digitale Medien haben die Art und Weise der Freundschaftsausübung, aber nicht unbedingt die Bedeutung von Freundschaft verändert", hält Kai Erik Trost dagegen, der an der Universität Passau über Privatheit und Digitalisierung forscht.

Was macht Freundschaft aus?

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Wo? Wann?

Museum für Kommunikation
Schaumainkai 53
60596 Frankfurt

25. Oktober 2018 bis 1. September 2019

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Die Sprechblasen sind Teil der Ausstellung "Like you!" im Museum für Kommunikation in Frankfurt, die von diesem Donnerstag bis zum 1. September 2019 zu sehen ist. Die Schau geht der Frage nach, wie Smartphones und soziale Netzwerke unsere Freundschaften beeinflussen. Eine eindeutige Position beziehen wollen die Ausstellungsmacher bewusst nicht, wie sie bei der Eröffnung sagten.

Freunde - zwei Jungs, die einander anlächeln.
Das muss Freundschaft sein: zwei Jungs, die sich anlächeln. Bild © Christian Padberg / Museum für Kommunikation Frankfurt

Anhand vieler Mitmach-Stationen sollen die Besucher lieber selbst herausfinden, was Freundschaft - ob digital oder analog - eigentlich ausmacht. Einige von vielen Themen der Stationen sind: Freunde finden, Freundschaften pflegen, Freunde verlieren oder bewusst ohne Freunde leben.

Freundschaften mit Robotern?

In einer Vitrine haben die Kuratoren Freundschaftsgeschenke von der Antike (eine gravierte Gemme) bis in die Gegenwart (von geflochtenen Freundschaftsbändchen bis zu geteilten Tattoos) arrangiert. Besucher werden gebeten, Fotos eigener Freundschaftszeichen einzureichen. An einer Wand hängt eine Fotoserie aus den USA: Seit 30 Jahren fotografieren sich fünf Freunde alle fünf Jahre am gleichen Tag, am gleichen Ort, in der gleichen Anordnung.

In die Vergangenheit blickt die Ausstellung dabei nur schlaglichtartig, eher versucht sie einen Blick in die Zukunft zu richten. Können Roboter oder intelligente Systeme Menschen vor Einsamkeit bewahren? Werden Freundschaften wichtiger sein als Familie?

Unterschied Freundschaft - Liebe?

Um das Heute auszuleuchten, zitiert das Museum eine Fülle von Statistiken, bei denen Menschen aller Altersgruppen zu ihren Freunden und ihrem Medienkonsum befragt wurden. Und immer wieder fragt die Ausstellung nach dem Wesen von Freundschaft an sich - zum Beispiel in Abgrenzung zu Liebe.

Sendung: hessenschau, 24.10.2018, 19:30 Uhr