Ausstellungsstücke: Große Krabbe, Schattenspiel Wolf
Licht und Schatten: Das Naturkundemuseum Kassel widmet sich dem Leben im Dunkeln, wie etwa der Japanischen Riesenkrabbe oder einem interaktiven Schattenspiel. Bild © Michael Przibilla

Kein Licht, kein Leben? Weit gefehlt. Das Naturkundemuseum in Kassel zeigt, dass auch an den lichtärmsten Orten der Welt noch was los ist.

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Katze und Waschbär im Schutz der Dunkelheit an Müllsäcken in der Stadt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Naturkundemuseum Kassel zeigt "Leben im Dunkeln"

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Kaum ist die Sonne untergegangen, verändert sich die Welt um uns herum. Es gibt jede Menge Tiere, die das Tageslicht scheuen, aber sofort aus ihren Verstecken kriechen, sobald es finster wird. Dies ist die geheimnisvolle Welt, die das Kasseler Naturkunde-Museum jetzt ins Rampenlicht rückt. Museumsleiter Kai Füldner verweist auf Käuzchen, Fledermäuse, zahlreiche nachtaktive Insekten und auch Waschbären, Katzen oder Ratten auf der Suche nach Lebensmittelresten.

Auch in der Ausstellung sind die Lichter ausgegangen

Weil sie im Dunkeln leben, haben diese Tiere oft andere Orientierungsmöglichkeiten entwickelt als das tagaktive Lebewesen Mensch. Sie hören besser, sie riechen besser, sie tasten besser. Wie das funktioniert, wird in der Ausstellung "Leben im Dunkeln" erläutert. Museumsbesucher müssen sich dabei behutsam vortasten. Denn – passend zum Thema – ist es in den Räumen nicht gerade hell. "Leben im Dunkeln" sagt Füldner, "findet auch bei uns in der Ausstellung ziemlich im Dunkeln statt."

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"Leben im Dunkeln"

Die Sonderausstellung "Leben im Dunkeln" im Naturkundemuseum Kassel startet am 24.11.2018 und geht bis zum 5.5.2019. Sie zeigt eine interaktive Reise zu den lichtarmen Orten der Erde.

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Und dunkel ist nicht gleich dunkel. Während es oberirdisch selbst in stockfinsterer Nacht eigentlich immer noch Restlicht gibt, sieht das unter Wasser schon anders aus. Besucher der Ausstellung können auch in die Rolle eines U-Boot-Kommandanten schlüpfen und eine Expedition in die Tiefsee unternehmen. "Dort ist es tatsächlich komplett dunkel und man wird aus dem U-Boot heraus gar nichts sehen", sagt Kuratorin Gudrun Schneider, "bis man den Scheinwerfer anschaltet." Diese Möglichkeit haben Besucher der Ausstellung. Sie können einen Scheinwerfer anschalten und dann in der Tiefsee mit dem Lichtkegel auf die Suche gehen und spannende Tiere entdecken. Zum Beispiel den Blobfisch oder die japanische Riesenkrabbe. Die ist sehr beeindruckend – und mit ihren anderthalb Meter langen Beinen auch ein bisschen unheimlich.

Blobfisch
Lebt in der dunkelsten Tiefsee: der Blobfisch Bild © Naturkundemuseum Kassel/ Peter Mansfeld

Museum baut die dunkelsten Winkel der Natur nach

Die dunklen Lebensräume der Tierwelt wurden im Kasseler Naturkundemuseum mit aufwändigen Inszenierungen nachgebaut. Dazu gehört auch eine Höhle mit Höhlenbär und speziellen Mückenlarven, deren Körper leuchten können. Um diese Biolumineszenz zu zeigen wurde Schwarzlicht eingesetzt. Besucher sollen immer das Gefühl haben, sich in einer dunklen, ihnen unbekannten Welt zu bewegen. Aber sie sollen natürlich auch noch die Infotafeln lesen können – eine Herausforderung für die Ausstellungsmacher.

Grottenolm in der Höhle
Der Grottenolm verbringt sein ganzes Leben in einer dunklen Höhle. Bild © Naturkundemuseum kassel/ Peter Mansfeld

Erfahren, wie ein blinder Mensch sich orientiert

Einen Bereich gibt es allerdings, in dem die Besucher völlig im Dunkeln tappen. Und das ist die Mitmachstation, die gemeinsam mit dem Blindenbund entstanden ist. Dort kann nachempfunden werden, welche Herausforderungen blinde Menschen im Alltag meistern müssen. Museumsbesucher können zum Beispiel mit einem Stock die spezielle Gehweg-Markierung für Blinde ertasten.