Feuerzeuge im Goldschmiedehaus Hanau
Ein kunstvoll geschmiedeter Feuerstahl aus Persien (17. Jahrhundert). Zu sehen sind Reiter, Wildschweine und Hunde. Bild © Foto: Volker Putz

Mal schnell 'ne Kippe anzünden: Feuermachen ist für uns heute selbstverständlich. Über viele Jahrhunderte musste der Mensch dafür ganz schön erfinderisch sein, wie eine Ausstellung im Goldschmiedehaus Hanau zeigt.

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Historisches Feuerzeug mit Uhr der Marke Dunhill

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Feuer machen: Edelfeuerzeuge und Sammlerstücke

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Hat mal jemand Feuer? Das Anzünden einer Zigarette dauert heute nur wenige Sekunden, bis ins 19. Jahrhundert war das kontrollierte Anzünden von Feuer noch eine echte Herausforderung. Etwa um 1.400 v. Chr. begann der Mensch, Eisen zu Stahl zu schmieden. Von da bis ins späte 19. Jahrhundert, nutzte er dazu Feuerstähle: Er schlug die Stähle an (Feuer-)Steine, entfachte damit Funken, die wiederum Zunder in Brand setzten. Damit wurde dann weiteres Brennmaterial entzündet.

Feuerstähle aus römischer Zeit und 400 weitere Exponate sind in der Ausstellung "Feuer und Flamme - die Kulturgeschichte des Feuerzeugs" im Goldschmiedehaus in Hanau zu sehen, darunter auch edle Stücke aus den Häusern Cartier, Dior, Dunhill und Boucheron. Die Schau spannt dabei nicht nur einen zeitlich weiten Bogen, sondern präsentiert unterschiedlichster Regionen.

"Wichtige Schritte für die Entwicklung des Menschen"

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"Stücke aus dem Orient, Indien, Asien, Nord- und Südamerika sowie Europa sind Zeugnisse der jeweiligen Kultur und Epoche, in der sie entstanden sind", heißt es dazu aus dem Goldschmiedehaus. Der Stellenwert der Objekte sei durchweg hoch gewesen, was sich in der aufwändigen Gestaltung vieler teils vergoldeter Feuerstähle zeige: "Das Erzeugen und kontrollierte Verwenden des Feuers war einer der wichtigsten Schritte für die kulturelle Entwicklungsgeschichte des Menschen."

Die Schau zeigt auch die ersten Rad- und Steinschlossfeuerzeuge, die im 16. und 17. Jahrhundert beim Militär entwickelt wurden. Erstmals ermöglichte eine Mechanik, Feuer zu erzeugen: Mit einem über eine Feder gespannten Hahn, in dessen zwei Backen ein Feuerstein oder Pyrit fixiert wurde. Je nach Technik traf der nach vorne schnellende Hahn einen Feuerstahl oder wurde gegen ein Reibrad gedrückt und entfachte Funken. Diese brachten den darunter in einer Pfanne lagernden Zunder zum Glühen.

Später elektrische oder chemische Zündung

Weitere Informationen

Wo? Wann?

Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
Altstädter Mark 6, 63450 Hanau
17. Juni 2018 bis zum 6. Januar 2019

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Später entwickelten sich Zündapparate, die galvanische und elektrische Vorgänge nutzten, wie der von Alessandro Volta 1775 erfundene Elektrophor Zündapparat oder das 1823 von Wolfgang Döbereiner an der Uni Jena erfundene Döbereiner'sche Platinfeuerzeug. Auch chemische Feuerquellen, wie Phosphor- und Schwefelzünder oder ausgeklügelte Zündmaschinen, mit teilweise raffinierten Mechanismen im Inneren, wurden in der Nachfolge erfunden.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl dieser unterschiedlichen Feuerzeuge, unter denen sich auch pneumatische Feuerzeuge, Solarfeuerzeuge, elektrische Feuerzeuge, Streich- und Reibradbenzinfeuerzeuge finden.