Musical Hai rbei den Bad Hersfelder Festspielen 2018
Musical Hair bei den Bad Hersfelder Festspielen 2018 Bild © Imago

Auslastung bei 86 Prozent, Einnahmeziel erreicht: Die Festspiele in Bad Hersfeld haben eine positive vorläufige Bilanz der vergangenen Spielzeit gezogen. Vor allem die Musicals begeisterten. Die Krise um Ex-Intendant Wedel scheint überwunden.

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Die 68. Bad Hersfelder Festspiele zählten 94.000 Besucher - das kommt fast an die Zahl des Vorjahres mit 100.000 Besuchern heran. Wie die Festspielleitung am Dienstag in Bad Hersfeld mitteilte, habe die Auslastung somit durchschnittlich bei 86 Prozent gelegen. Das Einnahmeziel von 4,2 Millionen Euro sei erreicht worden. Das ist nach Angaben der Festspielleitung ein "großer Erfolg" und eine "Punktlandung".

Auch das Wetter spielte mit: Einen "strahlenderen Sommer konnte man sich für Theaterspiele kaum wünschen", sagte der neue Intendant Joern Hinkel. Die Saison ging am Sonntag zu Ende. Am Montagabend gastierte die Leipziger A-capella- und Popgruppe "Die Prinzen" in der Stiftsruine.

Neuer Intendant hat "Krise gemeistert"

Nach dem unerwarteten Rücktritt von Intendant Dieter Wedel wegen Missbrauchsvorwürfen im Januar war unklar, wie sich die Festspiele entwickeln würden. Der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) und der Magistrat der Stadt entschieden jedoch umgehend, Wedels damaligen Stellvertreter Hinkel ein Mandat für zwei Jahre zu erteilen.

Dadurch sei die Spielzeit 2018 ohne Abstriche und Einbußen möglich geworden, so die Festspielleitung am Dienstag. Die vorläufige Bilanz nun zeige, dass Hinkel die Krise gemeistert habe.

Wedel hatte den Posten seit 2014 inne. Im Januar hatte er ihn geräumt, nachdem ihm Schauspielerinnen sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten. Die Vorfälle sollen viele Jahre zurückliegen. Gegen Wedel ermittelt die Staatsanwaltschaft in München. Der Regisseur wies die Vorwürfe zurück.

Musicals top – Theater-Klassiker nur mäßig besucht

Besonders beliebt bei den Zuschauern waren nach Festspielangaben auch 2018 wieder die beiden Musicals "Hair" sowie die Wiederaufnahme von "Titanic" aus dem Vorjahr. "Hair" sei mit einer Auslastung von 99 Prozent praktisch ausverkauft gewesen, "Titanic" lag mit 93 Prozent ebenfalls sehr gut im Rennen.

Weniger gut kam der Theater-Klassiker "Peer Gynt" an. Das Stück war nach Wedels Ausscheiden kurzfristig ins Programm genommen worden und mit 63 Prozent Auslastung eher mittelmäßig besucht.