Modell Besucherzentrum Mathildenhöhe
"Markant" soll es werden, das neue Besucherzentrum auf der Mathildenhöhe. Bild © Raphael Stübig

Markant ja, aber stören soll es nicht: Das Jugendstilensemble Mathildenhöhe mit dem Hochzeitsturm und der Künstlerkolonie bekommt ein neues Besucherzentrum. Der Bau soll den letzten Schliff auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe geben.

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Mathildenhöhe

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Ein zweigeschossiger Flachbau mit Sichtbeton-Fassade und großzügigen Glasfronten: der Siegerentwurf des Architektenbüros Marte.Marte aus Feldkirch in Österreich besticht durch seine Schlichtheit. "Es wird wie eine sehr einfache skulpturale Figur werden", sagt Stefan Marte. Das neue Besucherzentrum an der Darmstädter Mathildenhöhe solle "markant" wirken, aber die herausragende Jugendstilarchitektur nicht stören. Für einen Architekten sei es das höchste, an so einem bedeutsamen Ort ein Mosaiksteinchen hinzufügen zu dürfen.

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Wettbewerb und Ausstellung

Für den Architektenwettbewerb hatten sich über 60 Planungsbüros aus ganz Europa beworben. Die Fachjury wählte aus 22 Entwürfen aus. Sie sind noch bis zum 2. Dezember im Designhaus auf der Mathildenhöhe ausgestellt.

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Erfahrung mit dem Bau von Kulturgebäuden bringen der Österreicher und sein Team mit. Aktuell baut das Büro in Berlin auch das Ausstellungszentrum für die Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" und im österreichischen Krems die "Nationalgalerie Niederösterreich".

8,5 Millionen Euro liegen schon bereit

Als Standort für das Besucherzentrum wurde der Osthang hinter Darmstadts Wahrzeichen - dem Hochzeitsturm - gewählt. Läuft alles nach Plan, dann soll im Jahr 2020 die Grundsteinlegung gefeiert werden. Die Finanzierung ist schon gesichert.  Aus einem Fördertopf des Bundes stehen fünf Millionen Euro für den Bau zur Verfügung. Dazu kommt eine Spende des Darmstädter Pharma- und Technologiekonzerns Merck in Höhe von dreieinhalb Millionen Euro. Sollte der Bau mehr kosten, werde das aus städtischen Mitteln gezahlt, sagte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne).

Besucherzentrum soll "gewichtiges Argument" sein

Für die Bewerbung der Mathildenhöhe als UNESCO-Welterbe spielt das geplante Besucherzentrum eine wichtige Rolle. Die Bewerbungsunterlagen sind inzwischen komplett, kommenden Februar werden sie am UNESCO-Hauptsitz in Paris eingereicht. Mit dem Besucherzentrum, hofft Oberbürgermeister Partsch, setzt Darmstadt noch einmal ein gewichtiges Argument. "Wir zeigen mit der Entscheidung für den Siegerentwurf, dass wir die Mathildenhöhe permanent weiter entwickeln und eine gute Ausgangslage haben", so Partsch. Die Entscheidung, ob das Jungendstilensemble Mathildenhöhe Welterbe wird, fällt dann im Sommer 2020.