Ausstellung Kassel NSU
Besucher in der NSU- Ausstellung im Kasseler Stadtmuseum Bild © Stadt Kassel

Zehn Menschen haben die Rechtsterroristen des NSU ermordet, der Kasseler Halit Yozgat war ihr letztes Opfer. Im Stadtmuseum Kassel dokumentiert die Wanderausstellung "Blutiger Boden" nun die Tatorte.

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Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat in seinem Kasseler Internetcafé vom rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) mit zwei gezielten Schüssen ermordet. Eine Wanderausstellung im Kasseler Stadtmuseum zeigt Fotos der insgesamt zehn Tatorte der Mordserie.

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"Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU"

Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis zum 8. September im Kasseler Stadtmuseum zu sehen, der Eintritt ist frei. Sie soll in allen Städten gezeigt werden, in denen der NSU mordete.

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"Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU" lautet der Titel der Ausstellung, die bis 8. September im Kasseler Stadtmuseum zu sehen ist. Ziel sei es, die Ausstellung in allen Städten zu zeigen, in denen der NSU seine Anschläge verübte, sagte die Fotografin Regina Schmeken am Dienstag in Kassel.

Drei Fotos von jedem Tatort zeigt die Ausstellung. "Es ist ein heikles Thema für die betroffenen Städte. Und es ist von besonderer Verantwortng, dass die Bilder gezeigt werden können", sagte Schmeken dem hr. Es sei auch ein Gedenken an die Menschen, die sterben mussten.

Menschenleer, grau und trist

Für jeden Tatort habe sie ein Triptychon erstellt. Der Titel der Ausstellung solle an die Blut- und Bodenideologie des Nationalsozialismus erinnern, die auch Teil des NSU-Weltbildes gewesen sei. Die Bilder zeichnen sich durch eine Betonung des Bodens aus und sind oft menschenleer. Die Stimmung ist grau und trist.

Regina Schmeken halit Yozgat
Die Stufen zum Internetcafé von Halit Yozgat im Kasseler Stadtteil Nord-Holland. Bild © Stadt Kassel/ Regina Schmeken, 2015

Einige der Tatorte beherbergen inzwischen neue Geschäfte wie etwa in Kassel, wo sich ein Stadtimker niedergelassen hat. Die Bilder entstanden zunächst im Jahr 2013 vor Beginn des NSU-Prozesses und dann erneut in den Jahren 2015 und 2016.

An anderen Tatorten gibt es stattdessen einen leeren Fleck, weil etwa ein Geschäft nach der Ermordung ihres Besitzers nicht mehr fortbestehen konnte. Der NSU hatte in der Zeit von 2000 bis 2007 insgesamt zehn Menschen ermordet.

Zehn Opfer des Mord-Trios

Neun Opfer waren türkischer oder griechischer Herkunft, zudem eine deutsche Polizistin. Hinzu kamen noch zahlreiche Verletzte. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde 2018 in München zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Schau mit den Schwarzweiß-Fotografien von den jeweiligen Tatorten des Terrortrios NSU ist ein Ausstellungsprojekt des Militärhistorischen Museums Dresden und war bisher in Dresden, Berlin und München zu sehen.

Regina Schmeken bei NSU Ausstellung
Die Fotografin Regina Schmeken vor ihren Bildern: Das rechte und das mittige Foto zeigen den Kasseler Tatort. Bild © Stadt Kassel

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen, 11.06.2019, 19.30 Uhr