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Antje Rávik Strubel

In "Blaue Frau" erzählt Antje Rávik Strubel aufwühlend von den Gewalterfahrungen einer jungen Frau im heutigen Europa. Dafür wird sie nun mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet.

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hessenschau vom 18.10.2021
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Für ihren Roman "Blaue Frau" gewinnt die bereits mehrfach ausgezeichnete Autorin Antje Rávik Strubel den Deutschen Buchpreis 2021. Die Autorin behandle das Thema "mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision", urteilte die Jury. "Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung weitet sich zu einer Reflexion über rivalisierende Erinnerungskulturen in Ost- und Westeuropa und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern."

"Aufwühlender Roman"

Auf 420 Seiten erzählt die 47-jährige Autorin von Adina, die aus einem Dorf in Tschechien kommt und deren Weg sie über Berlin in die Uckermark führt. Nach einer Vergewaltigung flieht sie nach Finnland, wo sie einen prekären Job annimmt und sich mit Schnaps betäubt. Als sie einen EU-Abgeordneten kennen lernt, keimt so etwas wie Hoffnung in ihr auf.

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Antje Rávik Strubel "Blaue Frau" Cover
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Der "aufwühlende Roman" überzeugte die Jury: "In einer tastenden Erzählbewegung gelingt es Antje Rávik Strubel, das eigentlich Unaussprechliche einer traumatischen Erfahrung zur Sprache zu bringen. Im Dialog mit der mythischen Figur der Blauen Frau verdichtet die Erzählerin ihre eingreifende Poetik: Literatur als fragile Gegenmacht, die sich Unrecht und Gewalt aller Verzweiflung zum Trotz entgegenstellt."

Studium in Potsdam und New York

Antje Rávik Strubel wurde in Potsdam geboren, wo sie auch lebt. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin studierte sie in Potsdam und in New York Literaturwissenschaften, Psychologie und Amerikanistik.

Bekannt wurde sie 2001, als sie bei den Klagenfurter Literaturtagen den Ernst-Willner-Preis erhielt. Es folgten unter anderem der Marburger Literaturpreis, der Hermann-Hesse-Preis und der Rheingau Literatur Preis.

Die sechs Titel der Shortlist

Drei Autorinnen und drei Autoren hatten es mit ihren Büchern auf die Shortlist geschafft. Norbert Gstrein "Der zweite Jakob", Monika Helfer "Vati", Christian Kracht "Eurotrash", Thomas Kunst "Zandschower Klinken", Mithu Sanyal "Identitti" und eben Antje Rávik Strubel "Blaue Frau".

Zeit für ein ausführliches Gespräch nimmt sich der Buchpreis-Gewinner auf der ARD-Buchmessenbühne am Mittwoch, 20. Oktober, 13.30 Uhr. Sie können die Veranstaltung im Livestream verfolgen.

Die Jury zum Deutschen Buchpreis 2021

Ursprünglich hatten 125 Verlage 197 deutschsprachige Romane ins Rennen geschickt, hinzu kamen noch 33 Titel, die die Juroren nachgeordert hatten. Die Jury erstellte daraus zunächst eine 20 Titel umfassende Longlist, aus dieser war dann die Shortlist entstanden.

Diese sieben Literaturexperten haben über den Deutschen Buchpreis 2021 entschieden: Knut Cordsen (Kulturredakteur, Bayerischer Rundfunk), Bettina Fischer (Leiterin Literaturhaus Köln), Anja Johannsen (Leiterin Literarisches Zentrum Göttingen), Richard Kämmerlings (Literarischer Korrespondent, Die Welt), Sandra Kegel (Ressortleiterin Feuilleton, FAZ), Beate Scherzer (Buchhändlerin, Proust Wörter + Töne) und Anne-Catherine Simon (Feuilleton-Redakteurin, Die Presse). Die sieben Jury-Mitglieder wählten aus Büchern aus, die von Oktober 2020 bis September 2021 erschienen sind.

Buchpreis-Jury 2021: Sandra Kegel, Anja Johannsen, Beate Scherzer, Anne-Catherine Simon, Richard Kämmerlings, Bettina Fischer, Knut Cordsen (v.l.n.r.)

Der Preis wird traditionell einen Tag vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse vergeben. Der Sieger erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2.500 Euro.

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