Nora Krug, Burghart Klaußner, Julia Shaw
Nora Krug, Burghart Klaußner, Julia Shaw Bild © Nina Subin / picture alliance/dpa

+++ Nora Krug +++ Wolfgang Kraushaar +++ María Cecilia Barbetta +++ Burghart Klaußner +++ "Streiterinnen" +++ Julia Shaw +++ Gruppengespräch mit Autoren

Videos von der ARD Bühne am Freitag, 12. Oktober, von 14 bis 18 Uhr: Nora Krug, Wolfgang Kraushaar, María Cecilia Barbetta, Burghart Klaußner, "Streiterinnen", Julia Shaw, Gruppengespräch mit Autoren

14 Uhr: Nora Krug

Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen in großen Tageszeitungen und Magazinen wie der "New York Times" oder "The Guardian". Als Professorin für Illustration in New York lebt die gebürtige Karlsruherin in Brooklyn. Seit ihrer Kindheit beschäftigt sie ein Thema: die Schuld der Deutschen. Nun hat sie die Geschichte ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg in ihrer Graphic Memoir "Heimat – ein deutsches Familienalbum" nachgezeichnet. Krug findet, dass jeder sich die Frage stellen sollte, was seine Großeltern in der NS-Zeit getan haben und was nicht.

Das tut sie in ihrer Recherche: Was hat Großvater Willi damals gesehen, als 1939 gegenüber seines Büros die Synagoge brannte? Onkel Franz Karl dekorierte seine Schulaufsätze mit Hakenkreuzen, bevor er mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel - was sagt das über ihn? Nora Krug hat für ihr Buch Fotografien, historische Dokumente und Erinnerungsstücke gesammelt und mit ihren Illustrationen und Texten zu tiefsinnigen und wunderschönen Collagen komponiert. Mit ihrem Buch zeigt sie, wie stark die Frage nach Schuld und Unschuld die deutsche Nachkriegsidentität immer noch bestimmt.

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Nora Krug im Gespräch

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  • Nora Krug "Heimat - ein deutsches Familienalbum", Penguin
  • Moderation: Denis Scheck (WDR)

14.30 Uhr: Wolfgang Kraushaar

Wolfgang Kraushaar ist Chronist der 68er-Bewegung und gilt als einer der profiliertesten Forscher zum Thema linksradikaler Terrorismus. Im Zentrum seiner Forschungen stehen Protestbewegungen und der moderne Terrorismus. In seiner vierbändigen Chronik "Die 68er" beschreibt er minutiös die spannungsreichen sechziger Jahre, die sich international in Protesten entluden, die beispielhaft für die politischen Konflikte ihrer Zeit waren.

Kraushaar wuchs im nordhessischen Niederurff auf und wandte sich als einziger in seinem Umfeld gegen die Einberufung zur Bundeswehr. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Frankfurt, wo er sich auch in der Studentenbewegung engagierte, veröffentlichte er zahlreiche Bücher zu den Protestbewegungen in der BRD und der DDR von 1949 bis 1990.

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Wolfgang Kraushaar im Gepräch

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  • Wolfgang Kraushaar "Die blinden Flecken der 68er Bewegung", Klett-Cotta
  • Moderation: Thomas Ranft (hr-fernsehen)

15 Uhr: María Cecilia Barbetta

María Cecilia Barbetta erzählt in ihrem zweiten Roman "Nachtleuchten" von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Barbetta wurde 1972 in Buenos Aires geboren und wuchs in dem Viertel Ballester auf, in dem ihr Roman auch spielt. Sie kam 1996 nach Berlin und blieb. Bereits vor dem Erscheinen von "Nachtleuchten" wurde ein Auszug aus dem Manuskript mit dem Alfred-Döblin-Preis geehrt.

"Nachtleuchten" steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018.

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María Cecilia Barbetta im Gespräch

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  • María Cecilia Barbetta "Nachtleuchten", S. Fischer Verlage
  • Moderation: Carsten Otte (swr)

15.30 Uhr: Burghart Klaußner

Der Krieg ist aus, oder jedenfalls fast, im Frühjahr 1945, als Fritz und Schultz, die sich bisher leidlich durchgemogelt hatten, doch noch erwischt und ins zerbombte Berlin geschickt werden. Es geht also plötzlich ums nackte Überleben.

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Buchcover Burghart Klaußner "Vor dem Anfang"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Burghart Klaußner "Vor dem Anfang"

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"Vor dem Anfang" ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind. Schauspieler Burghart Klaußner gelingt es, einen Roman zu schreiben, der gleichzeitig vom Ende der Welt und der Hoffnung auf einen Neuanfang handelt. "Klaußner hat mich wirklich gut unterhalten. Es ist ein kleiner Roman, der sehr spannend erzählt ist und auch viele witzige Momente hat", urteilt Dorothee Meyer-Kahrweg in hr2-kultur.

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  • Burghart Klaußner "Vor dem Anfang", Kiepenheuer und Witsch
  • Moderation: Cécile Schortmann (hr-fernsehen)
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16 Uhr: Streiterinnen-Gespräch zum Thema "Macht der Sprache"

Müssen wir uns wirklich immer politisch korrekt ausdrücken - müssen wir "gendern"? Eine Frage, die die Gemüter spaltet. Sollte das Recht darauf, in der Sprache vorzukommen und genannt zu werden, stärker sein als jahrhundertealte grammatische Traditionen? Sollte alles so bleiben oder sollte sich Sprache und ihre Sicht auf sie nicht immer wieder verändern? Und warum fühlen sich viele von diesem Thema so stark persönlich angegriffen? 

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Gesprächsreihe "Streiterinnen"

100 Jahre Frauenwahlrecht - Anlass für die Gesprächsreihe "Streiterinnen" - Frauenrechte = Menschenrechte. Von Donnerstag bis Sonntag, 16 Uhr, auf der ARD Bühne. Eine Kooperation von ARD, Frankfurter Rundschau und Frankfurter Buchmesse.

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Zwei Streiterinnen und eine Schriftstellerin beziehen Position. Ein Gespräch mit den Autorinnen des Buches "Gendern?!" Hannah Lühmann und Anne Wizorek sowie der Kriminalschriftstellerin Doris Gerke.

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  • ARD und Frankfurter Rundschau "Frauenrechte = Menschenrechte"
  • Moderation: Bascha Mika (Frankfurter Rundschau)

16.30 Uhr: Julia Shaw

Warum ist der Mensch böse? Warum geht von Psychopathen wie Charles Manson oder Serienmördern wie "Jack the Ripper" eine unheimliche Faszination aus? Und warum verdrängen wir so gern das alltäglicher Böse - von den eigenen Gewaltphantasien bis zum Machtmissbrauch im Büro? Die Kriminalpsychologin Julia Shaw taucht das Phänomen des Bösen in neues Licht.

Julia Shaw ist Wissenschaftlerin in der Abteilung für Psychologie am University College London (UCL). Dort forscht sie im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz. 2016 wurde ihr Bestseller "Das Trügerische Gedächtnis: Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht" veröffentlicht.

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  • Julia Shaw "Böse: Die Psychologie unserer Abgründe", Carl Hanser Verlag
  • Moderation: Gitta Severloh

17 Uhr: Karen Duve, Christian Torkler, Andreas Rödder, Ursula Krechel

Vier Autorinnen und Autoren mit vier spannenden Büchern - das dürfte eine interessante Gesprächsrunde werden. Karen Duve entführt uns mit "Fräulein Nettes kurzer Sommer" in einen wunderbaren Sommer im Jahr 1820 und in die Welt der adligen Annette von Droste-Hülshoff. Höchst anschaulich und mit sehr trockenem Humor erleben die Leser, dass das freche Fräulein "Nette" kein leichtes Leben hatte.

Ursula Krechel widmet sich in "Geisterbahn" dem Schicksal der Sinti und Roma. Im Trier der Nachkriegszeit herrscht Schweigen über die NS-Zeit, doch unter der Oberfläche brodelt es. Ein bewegendes Bild deutscher Geschichte, das Krechel mit "Shanghai fern von wo" und "Landgericht" begonnen hatte und nun mit "Geisterbahn" fortsetzt.

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Cover Christian Torkler Der Platz an der Sonne

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Christian Torkler "Der Platz an der Sonne"

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In seinem Roman "Der Platz an der Sonne" dreht Christian Torkler die Machtverhältnisse um, die heute aus der Kolonialzeit resultieren. Europa ist nach einem dritten Weltkrieg im Elend versunken, Afrika ist ein Sehnsuchtsort für verarmte Europäer. Ein düsteres Szenario, das jedoch durch den Protagonisten Josua Brenner als Schelmenfigur recht heiter daher kommt.

Andreas Rödder erklärt in "Wer hat Angst vor Deutschland?" die Geschichte eines europäischen Phänomens. Auf der einen Seite wird erwartet, dass Deutschland bei der Lösung europäischer Probleme voranschreitet und eine Vorbild- und Führungsrolle einnimmt. Doch auf der anderen Seite herrscht Furcht vor der deutschen Dominanz. Ein Dilemma, das sich aus der Geschichte erklärt.

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Gruppengespräch mit Autoren

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  • Karen Duve "Fräulein Nettes kurzer Sommer", Galiani
  • Ursula Krechel "Geisterbahn", Jung und Jung
  • Christian Torkler "Der Platz an der Sonne", Klett-Cotta
  • Andreas Rödder "Wer hat Angst vor Deutschland?", S. Fischer
  • Moderation: Niels Beintker und Martina Boette-Sonner (br Diwan)
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Gäste auf der ARD Bühne von Mittwoch bis Sonntag

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