Margarete Stokowski, Dörte Hansen, Winfried Kretschmann
Margarete Stokowski, Dörte Hansen, Winfried Kretschmann Bild © Rosanna Graf, Sven Jaax, Imago

+++ Dörte Hansen +++ Klaus Kamphausen +++ Frido Mann +++ Max Czollek +++ "Streiterinnen" mit Margarete Stokowski +++ Frank Schulz +++ Winfried Kretschmann

Videos von der ARD Bühne am Samstag, 13. Oktober, von 14 bis 18 Uhr: Dörte Hansen, Klaus Kamphausen, Frido Mann, Max Czollek, "Streiterinnen"mit Margarete Stokowski, Frank Schulz, Winfried Kretschmann

14 Uhr: Dörte Hansen

Marret Feddersen sieht schon die Welt untergehen. Als im Sommer keine Störche ins Dorf kommen und der jüngste Sohn von Hamkes bei einem Fahrradunfall mit einem Kieslaster ums Leben kommt, ist in dem kleinen Dorf in Brinkebüll tatsächlich nichts mehr wie zuvor. Doch wann hat der Niedergang des Dorfes begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben?

Als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt, hängen die Wolken schwer über der schleswigschen Geest. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Und Marret? Sie scheint, seit sie mit 17 schwanger wurde, ohnehin den Verstand verloren zu haben.

Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn. Schon in ihrem Debütroman "Altes Land" wurde sie für ihre herrlich eigensinnigen Figuren gefeiert. Klischeefrei schaffte sie starke, knorrige Charaktere.

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  • Dörte Hansen "Mitagsstunde", Penguin
  • Moderation: Denis Scheck (WDR)

14.30 Uhr: Klaus Kamphausen

Wir sollten keine Zeit verlieren, denn an jeder Ecke scheint es zu brennen. Einen dramatischen Klimawandel haben die Menschen in Gang gesetzt, Mensch und Natur werden ausgebeutet, fast immer nur zählen wirtschaftliche Argumente. Neoliberalismus spaltet die Gesellschaft, das Leben scheint bis zum Zerreißen durchökonomisiert und durch die digitale Welt kontrolliert. Wir fühlen uns unserer demokratischen Freiheiten beraubt und lähmende Ratlosigkeit macht sich breit.

Können wir, kann jeder Einzelne etwas dagegen tun? Gegen Hunger, Armut, Krieg, Machtmissbrauch, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit? An Beispielen erörtern Klaus Kamphausen und Harald Lesch Lösungsansätze, Ideen und Handlungsmöglichkeiten für ein gutes Zusammenleben und eine Welt, in der wir auch in Zukunft leben wollen.

Klaus Kamphausen ist Publizist und Dokumentarfilmer, gemeinsam veröffentlichten sie 2016 "Die Menschheit schafft sich ab". Harald Lesch ist Astrophysiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Autor zahlreicher Bücher und Moderator u.a. der ZDF-Sendung "Leschs Kosmos".

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  • Harald Lesch/Klaus Kamphausen "Wenn nicht jetzt, wann dann?", Penguin
  • Moderation: Cécile Schortmann (hr-fernsehen)

15 Uhr: Frido Mann

1942 bezog Thomas Mann sein neues Haus in Pacific Palisades. Es ist ein Refugium für den Schriftsteller gewesen, ein Treffpunkt des Exils und ein Ort der Geborgenheit für den Enkel. Im März 2018 kehrt Frido Mann auf den Spuren seiner Erinnerung zurück, kurz bevor das Haus von der Bundesregierung als Zentrum des transatlantischen Dialogs eröffnet werden soll.

Frido Mann erinnert an das politische Engagement der Manns im Exil und sieht sich mit der Frage konfrontiert, welche Wirkung der offene Dialog heute - in Trumps Amerika - noch entfalten kann. Sein Essay ist ein radikales Plädoyer für Verantwortung und Verständigung in einer Zeit der globalen Krise.

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  • Frido Mann "Das Weiße Haus des Exils", S. Fischer Verlage
  • Moderation: Mariela Milkowa (hr-iNFO)

15.30 Uhr: Max Czollek

AfD, Pegida, NSU: Es gibt wenig in diesem Land, das ich für normal halte, sagt der 1987 geborene Lyriker, Berliner und Jude Max Czollek. Ein guter Migrant ist, wer aufgeklärt über Frauenunterdrückung, Islamismus und Demokratiefähigkeit spricht. Ein guter Jude, wer stets zu Antisemitismus, Holocaust und Israel Auskunft gibt. Dieses Integrationstheater stabilisiert das Bild einer geläuterten Gesellschaft - während eine völkische Partei Erfolge feiert.

Und Desintegration, findet er, also der Abschied von Phantasien ethnischer Homogenität und kultureller Dominanz in Deutschland, sei das wirksamste Mittel gegen völkisch-nationalistisches Denken. Dieses Buch ist die Polemik der Stunde!

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  • Max Czollek "Desintegriert euch!", Carl Hanser Verlag
  • Moderation: Katja Gasser (ORF)
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16 Uhr: Streiterinnen-Gespräch zum Thema "#metoo - und jetzt?"

Es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zur gleichberechtigten Gesellschaft - #metoo ist längst nicht überholt und regt weiterhin die Menschen dazu an, ihre Erfahrungen mit alltäglichem Machtmissbrauch zu teilen. Was hat die #metoo-Debatte aber bisher wirklich gebracht und wo stehen wir heute? Welche Wege können in eine Gesellschaft führen, in der Machtmissbrauch kein Thema mehr ist?

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Gesprächsreihe "Streiterinnen"

100 Jahre Frauenwahlrecht - Anlass für die Gesprächsreihe "Streiterinnen" - Frauenrechte = Menschenrechte. Von Donnerstag bis Sonntag, 16 Uhr, auf der ARD Bühne. Eine Kooperation von ARD, Frankfurter Rundschau und Frankfurter Buchmesse.

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  • Gespräch mit Margarete Stokowski („Die letzten Tage des Patriarchats“) und Heike-Melba Fendel (Künstleragentin)
  • Margarete Stokowski "Die letzten Tage des Patriarchats", Rowohlt
  • Moderation: Bascha Mika (Frankfurter Rundschau)

17 Uhr: Frank Schulz

Die Liebe, sie trifft uns alle, und meist ist sie kein Zuckerschlecken, vor allem dann nicht, wenn die Jahre vergehen. Frank Schulz folgt seinen Protagonisten wie ein Privatdetektiv, er nimmt ihre Seelen unter die Lupe - aber er erschrickt nie über das, was er findet. Schulz, der Chronist des ganz alltäglichen Lebens und all seiner Untiefen, fängt den Klang von gesprochener Sprache ein wie niemand sonst. Und, das wird in diesem Erzählband einmal mehr klar, er kennt sich aus mit den Schwachheiten der Verliebtheit, den Feigheiten des Egos, mit den brutalen Auswüchsen von Einsamkeit, mit den herzzerreißenden Momenten der Wahrheit.

Liebe ist nichts für Feiglinge - Frank Schulz blickt in seinen Erzählungen hinauf zu Wolke 7 und hinab in die Abgründe der Seele.

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  • Frank Schulz "Anmut und Feigheit", Galiani Berlin
  • Moderation: Ulrich Sonnenschein (hr2-kultur)

17.30 Uhr: Winfried Kretschmann

Kann es in unserer Zeit noch Halt und zuverlässige Orientierung geben? Welchen Beitrag kann eine zeitgemäße Idee des Konservativen leisten? Winfried Kretschmann, Gründungsmitglied der Grünen, findet ganz eigene und überzeugende Antworten auf diese Frage. Er plädiert für einen wertgebundenen Konservatismus, der sich an die Sache hält, an Prinzipien von Maß und Mitte, an Grundsätze und Haltungen, die der zivilisierten Menschheit schon immer wichtig waren. 

Winfried Kretschmann, Jahrgang 1948, unterrichtete nach dem Studium als Gymnasiallehrer Biologie, Chemie und Ethik. 1979 war er Mitbegründer der Grünen in Baden-Württemberg und seit 1980 mit Unterbrechungen Landtagsabgeordneter. Seit 2011 ist er Deutschlands erster und einziger grüner Ministerpräsident.

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  • Winfried Kretschmann "Worauf wir uns verlassen wollen", S. Fischer Verlage
  • Moderation: Claudia Schick (hr-fernsehen)
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Gäste auf der ARD Bühne von Mittwoch bis Sonntag

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