Entwurf für den Ehrengast-Pavillon Georgien für die Frankfurter Buchmesse 2018
Entwurf für den Ehrengast-Pavillon Georgien für die Frankfurter Buchmesse 2018 Bild © George Bokhua

Was wissen Sie über Georgien? Möglicherweise nicht viel. Mit dem Auftritt von Georgien als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse könnte sich das ändern. Was da auf die Besucher zukommt, weckt Vorfreude.

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Für das gerade mal vier Millionen Einwohner zählende Georgien ist der Ehrengastauftritt bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober das ganz große Ding. Das kann man nicht nur beim Blick in die leuchtenden Augen der Organisatoren erahnen, sondern Kulturminister Mikheil Giorgadze spricht es bei der Vorstellung des Programms am Dienstag in Frankfurt auch aus.

Georgien habe eine der ältesten christlichen Kulturen überhaupt, und die Buchmesse sei die "einmalige Chance" für sein Land, sich wieder mit der "europäischen Familie" zu vereinen. Damit das gelingen kann, wird die am Rande des Kaukasus gelegene frühere Sowjetrepublik schon im Vorfeld der Buchmesse eine Kulturoffensive starten.

Einzigartiges 33-Buchstaben-Alphabet

Vor dem tiefen Griff in die ganz große Kulturkiste empfiehlt sich für Georgien-Einsteiger jedoch erst einmal ein Blick auf die auffälligste Besonderheit der georgischen Sprache und Schrift. Der Auftritt Georgiens steht unter dem Motto "Made by Characters" - eine Anspielung auf sein geschwungenes Alphabet mit 33 Buchstaben.

Das georgische Alphabet wurde 2016 von der UNESCO in das Verzeichnes des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sein besonderes Alphabet stellte der Ehrengast ist einem Video vor, das mit ordentlich Augenzwinkern manch georgische Eigenheit auf die Schippe nimmt.

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Zur Buchmesse wird Georgien mit rund 70 Autoren anreisen. Insgesamt sollen bis dahin knapp 130 georgische Titel in 80 Verlagen auf Deutsch vorliegen. Darunter seien auch viele Klassiker und echte Geheimtipps, freut sich Buchmessen-Chef Juergen Boos.

Georgien investiert nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Euro in seinen Ehrengast-Auftritt. Die literarische Tradition des Landes reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Während der sowjetischen Besatzung zwischen 1921 und 1991 wurden nur wenige Werke übersetzt.

Das volle Kulturprogramm zur Buchmesse

Doch Georgien will rund um die Buchmesse nicht nur mit seiner Literatur punkten. Kunst, Theater, Film und Musik - der Ehrengast verspricht vielschichtige Einblicke in sein kulturelles Angebot und kooperiert dafür mit zwölf Museen in Frankfurt und Offenbach. Und die angekündigten Schauen haben es in sich. So zeigt das Archäologische Museum Georgiens älteste Schätze von 6.000 v. Chr. bis zu Funden aus der Mittelbronzezeit (1.700 v.Chr.).

Im Senckenberg Naturmuseum geht der Blick noch weiter zurück. Dort dreht sich ab Oktober alles um den "Homo georgicus". "Der Schädel aus dem Ursprungsland der ersten Europäer", so der Untertitel der Schau, stammt aus der georgischen Grabungsstätte Dmanissi und ist rund 1,8 Millionen Jahre alt.

Ehrengast-Pavillon mit interaktiven Stationen

Spektakulär dürfte auch der Ehrengast-Pavillon werden. Die Besucher sollen auf eine Reise geschickt werden, bei der das georgische Alphabet mit seinen 33 Buchstaben im Mittelpunkt steht. Alles in dem Pavillon wird sich um die eigentümlichen, geheimnisumwobenen Symbole drehen.

Schriftzeichen erforschen, Liebesbotschaften schreiben, in Büchern blättern oder einfach der georgischen Sprache lauschen - alle Sinne sollen an verschiedenen Stationen angesprochen werden. Im Idealfall gehen die Besucher mit einer Idee über Georgien nach Hause. "Georgien ist zwar ein kleines Land, aber Sie müssen einen tiefen Atemzug nehmen, wenn Sie es verstehen möchten", empfiehlt Autor Aka Morchiladze.