Ausschnitt aus Harald Sohlbergs "Winternacht in Rondane" mit dem Schriftzug des Ehrengast-Auftritts "Der Traum in uns"

Zur Frankfurter Buchmesse zeigt Ehrengastland Norwegen in acht Ausstellungen, was es in Sachen Kunst, Design, Fotografie und Architektur zu bieten hat. Von nie gezeigten Munch-Zeichnungen bis zu monumentalen Webteppichen ist alles dabei.

Es ist schöne Tradition, dass das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse nicht nur Bücher, sondern ein großes Spektrum seiner Kultur mitbringt. Norwegen hat acht Ausstellungen in Frankfurt und Wiesbaden im Gepäck:

Schirn Kunsthalle Frankfurt

In der Kunsthalle Schirn zeigen die Arbeiten der schwedisch-norwegischen Künstlerin Hannah Ryggen, dass Wandteppiche verblüffende Kunstobjekte sein können. Ryggen (1894-1970) schuf von einem kleinen Bauernhof an der Westküste Norwegens aus ein politisch inspiriertes Werk. Die monumentalen Arbeiten erzählen von den Gräueltaten des Krieges, dem Zusammenleben von Familien oder der Verbindung des Menschen zur Natur.

Hannah Ryggen am Webstuhl, um 1964, Adresseavisen, Trondheim / Hannah Ryggen, Livet glir forbi (Das Leben gleitet vorbei), 1939, 190 x 185 cm, Privatsammlung, Norwegen
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zum hr2.de Audio Hannah Ryggen: Gewebte Manifeste

Hannah Ryggen: Ohne Titel (Selbstbildnis) 1970
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In der großen Einzelausstellung zeigt die Schirn vom 26. September bis zum 12. Januar 2020 rund 25 Arbeiten. Viele der Werke befassen sich mit Ereignissen im Europa der 1930er- und 40er-Jahre. In einer Gegenwart, die von zunehmender Ungleichheit und Nationalismus geprägt ist, bekommen die Arbeiten eine verblüffende Aktualität.

Deutsches Architekturmuseum

"In norwegischen Landschaften" heißt die Schau, die vom 14. September bis 19. Januar 2020 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt gezeigt wird. Wie steht es um die zeitgenössische Architektur Norwegens, die mit einigen Problemen zu kämpfen hat? Weit verstreute Bebauung auf der einen Seite, zunehmende Verdichtung in den großen Städten.

Weekend House Straume, Knut Heltjnes Architects, ein Holzhaus auf einer Landzunge mit Boot am Bootsanleger

Die Ausstellung umfasst aktuelle Projekte in ganz Norwegen - von kleinen Rastplätzen bis hin zu Wasserkraftwerken und Gebäuden in der Stadt. Da kann einen rasch die Reiselust überkommen.

Museum Wiesbaden

Gelbe Himmel, blaue Fjorde, endlose Margeritenwiesen, Sonnenauf- und -untergänge in den schillerndsten Farben - das alles macht Harald Sohlberg (1869-1935) aus. Das Museum Wiesbaden zeigt bis zum 27. Oktober unter dem Titel "Mittsommernacht" eine Retrospektive des norwegischen Landschaftsmalers.

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zum Video Mittsommernacht im Museum Wiesbaden

Winternacht in Rondane Harald Sohlberg
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Sein Hauptwerk "Winternacht in Rondane", an dem er über 15 Jahre arbeitete, wurde von den Norwegern in den 90er-Jahren zum beliebtesten Gemälde des Landes gewählt. Diese Ikone der norwegischen Kunst ist seit 1918 im Nationalmuseum Oslo zu sehen und wurde für die Schau in Wiesbaden zum ersten Mal ausgeliehen.

Museum Angewandte Kunst

Das Museum Angewandte Kunst verwandelt sich ab dem 11. Oktober (bis 26. Januar 2010) in ein House of Norway. Gezeigt werden herausragende Arbeiten aus Norwegens Kunst und Kultur, Design, Handwerk und Architektur. Ein Highlight der Schau bilden noch nie gezeigte Zeichnungen von Edvard Munch.

Anna Sara aus der Serie "from Heart of Lightness" und Ingrid Torvund, I found you unter earth, under blood - Film-Still, 2017

Zu entdecken gibt es viele Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, dazu werden aktuelle Impulse aus der Mode präsentiert. Abgerundet wird dies alles mit Kostproben aus der nordischen Küche.

Fotografie Forum Frankfurt

Im Fotografie Forum Frankfurt dreht sich vom 3. Oktober bis 12. Januar alles um das Wesen und Wirken des Lichts. Unter dem Titel "Ethereal. Photographic Art From Norway" präsentiert das Haus Arbeiten der norwegischen Fotokünstler Dag Alveng, A K Dolven und Linn Pedersen.

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zum Video Ein Blick in die Schau "Ethereal"

Fotografie Forum Frankfurt: Norwegen Ethereal
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Im Mittelpunkt der Fotografien, Installationen und Videos steht die menschliche Sehnsucht nach Helligkeit - nicht nur in langen, dunklen norwegischen Winternächten. Mehr über die Schau erfahren Sie hier.

Haus am Dom

Im Alter von 21 Jahren floh der Cartoonist Ali Dorani aus dem Iran. Das Boot, das ihn nach Australien bringen sollte, sank. Als er aus dem Ozean gerettet wurde, gab er sich den Künstlernamen Eaten Fish. Mehrere Jahre verbrachte er im australischen Flüchtlingslager Manus Island, bevor er im Dezember 2017 nach Norwegen kam. Das Haus am Dom zeigt vom 1. bis 31. Oktober Bilder von Eaten Fish, in denen er die grauenhaften Erfahrungen im Lager verarbeitet.

Arbeit von Ali Dorani / Eeaten Fish

Portikus

Im Portikus Frankfurt ist die erste Einzelausstellung von Frida Orupabo in Deutschland zu sehen (28. September bis 24. November). Die norwegisch-nigerianische Künstlerin baut aus öffentlichen Medienbildern und privaten Fotografien auf Instagram digitale Collagen und Kurzfilme. Für den Portikus wird Frida Orupabo eine multimediale Installation aus Collagen und Filmen entwickeln.

Ausstellungsplakat des Portikus zur Schau "Frida Orupabo - The mouth and the truth"

Zentralbibliothek Frankfurt

In der Zentralbibliothek Frankfurt sind vom 23. September bis 19. Oktober Zeichnungen von elf norwegischen Illustratorinnen und Illustratoren zu sehen. Die Bilder stammen aus Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene und decken eine breite Themen- und Technikvielfalt ab.

Cover Hans sticht in See - Zeichnung: Ein Mann im gelben Mantel steht ganz vorne auf einem Boot.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 5.08.2019, 19.15 Uhr