Die sechs Titel, die auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018 stehen.
Diese sechs Titel stehen auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018. Bild © picture-alliance/dpa

Wer kann das Rennen um den Deutschen Buchpreis 2018 für sich entscheiden? Sechs Bücher von vier Autorinnen und zwei Autoren stehen auf der Shortlist. hr2-kultur stellt die Kandidaten vor, von denen einige gehörig aus dem Nähkästchen plaudern.

Der "Shortlist-Abend" im Schauspiel Frankfurt ist für das Publikum alljährlich die Chance, die Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2018 zu erleben. Zu Gast waren vier der sechs Finalisten: Inger-Maria Mahlke ("Archipel"), Stephan Thome ("Gott der Barbaren"), Susanne Röckel ("Der Vogelgott") und María Cecilia Barbetta ("Nachtleuchten"). Die Nominierten Nino Haratischwili ("Die Katze und der General") und Maxim Biller ("Sechs Koffer") waren an dem Abend verhindert.

Bis zur Preisverleihung hat hr2-kultur täglich einen der Finalisten vorgestellt. Wir verraten Ihnen, was sie im Schauspiel Frankfurt alles aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Der Sieger des Deutschen Buchpreises wird am Montag, 8. Oktober, kurz vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, bekanntgegeben.

Inger-Maria Mahlke "Archipel"

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Autorin Inger-Maria Mahlke

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Inger-Maria Mahlke im Gespräch mit Sandra Kegel

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Trotz Grippe hatte sich Inger-Maria Mahlke zum Shortlist-Abend ins Schauspiel Frankfurt geschleppt, um dort mit Sandra Kegel (FAZ) über ihr nominiertes Buch "Archipel" zu sprechen. Mit diesem Roman führt sie uns an einen Außenposten Europas, nach Teneriffa - Sehnsuchtsinsel vieler Deutscher.

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Cover Inger-Maria Mahlke "Archipel"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Inger-Maria Mahlke "Archipel"

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"Archipel" erzählt 100 Jahre spanischer und europäischer Geschichte und Mahlke lässt darin die Uhren rückwärts gehen. Beginnend in der Gegenwart, geht die Geschichte immer weiter zurück in die Vergangenheit bis ins Jahr 1919. Inger-Maria Mahlke empfiehlt übrigens, das Buch mehrmals zu lesen und verspricht: "Wenn man das Buch einmal durchliest und danach nochmal von vorne beginnt und den Text von 2015 liest, liest man ein anderes 2015, als man es in der ersten Runde gelesen hat." Hören Sie hier das ganze Gespräch.

Stephan Thome "Gott der Barbaren"

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Stephan Thome

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stephan Thome im Gespräch mit Alf Mentzer

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Stephan Thome schreibt einen Roman und landet damit zuverlässig auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Vier Romane, drei Nominierungen - das ist eine beachtliche Quote. Auch mit "Gott der Barbaren" ist ihm das Kunststück gelungen. Dabei ist dieses Buch so ganz anders als alles, was Thome bisher geschrieben hat. Es ist ein historischer Abenteuerroman, der im China des 19. Jahrhunderts spielt.

Hat Thome sich für diesen Roman etwa "neu erfunden"? "Sich neu erfinden? Nein, ich wüsste gar nicht wie das geht", erklärte Thome lachend. Er musste allerdings viel reisen und recherchieren um eine Welt erstehen zu lassen, die uns nicht sofort vor Augen steht, weil wir sie nicht kennen. "Diese Welt ist auch gar nicht so leicht zu recherchieren, weil es aus dieser Zeit nur wenige fotografische Zeugnisse gibt." Wie es ihm dennoch gelungen ist, visuelle Eindrücke zu bekommen und für die Leser auch zu transportieren, verrät er im Gespräch mit Alf Mentzer.

Susanne Röckel "Der Vogelgott"

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Autorin Susanne Röckel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Susanne Röckel im Gespräch mit Sandra Kegel

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"Dieser Roman hat es in sich und Hitchcocks Vögel sind nichts dagegen", leitete FAZ-Redakteurin Sandra Kegel das Gespräch mit Susanne Röckel am Shortlist-Abend ein. "Der Vogelgott" ist ein moderner Schauerroman rund um einen grausamen Ursprungsmythos. Dieser Gott verlangt von seinen Anhängern das größte Opfer, das man sich vorstellen kann - das Fleisch von Menschenkindern.

Beunruhigend: Es handelt sich nicht um eine Geschichte aus grauer Vorzeit, sondern auch heute gibt es noch Kultanhänger, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Eigentlich wollte Susanne Röckel eine ganz andere Geschichte schreiben, doch dann machte sie sich auf die Suche nach dem Bösen in uns allen - und wurde fündig. Schaurig und hochaktuell.

María Cecilia Barbetta "Nachtleuchten"

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Autorin Maria Cecilia Barbetta

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found María Cecilia Barbetta im Gespräch mit Insa Wilke

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"Nachtleuchten" ist der zweite Roman von María Cecilia Barbetta. Er spielt in Buenos Aires der Jahre 1974/75, die Zeit unmittelbar vor dem Militärputsch, die zur Militärdiktatur führte. Barbetta, 1972 in Buenos Aires geboren, besuchte schon als Kind eine deutsche Schule.

Die Anekdote zur ersten Begegnung mit der deutschen Sprache sorgte im Schauspielhaus Frankfurt für schallendes Gelächter. "Ich stand am ersten Tag mit meiner Mutter vor dem Tor des Kindergartens und ich war ziemlich erschrocken. 'Mami, die beiden Frauen da streiten sich.' - 'Nein, Liebes, sie streiten sich nicht, sie sprechen Deutsch.'" Den Weg zur deutschen Sprache, die sie mittlerweile in Perfektion beherrscht, bezeichnet Barbetta als "lang aber schön" - inklusive dadaistischer Gesangseinlagen im Kindergarten.

Maxim Biller "Sechs Koffer"

Maxim Biller an einem Mikrofon
Maxim Biller Bild © picture-alliance/dpa

Maxim Biller konnte am Shortlist-Abend im Frankfurter Schauspiel nicht teilnehmen. Nominiert ist er für seinen Roman "Sechs Koffer", in dem er von der Macht eines Familiengeheimnisses erzählt. Etwas Schlimmes ist einst geschehen, und einer trägt dafür die Verantwortung. Nur wer? Die Älteren wissen es wohl noch, aber ihre Kinder müssen rätseln, werden unterdessen auch älter, gründen eigene Familien - und immer ist da dieses Geheimnis, es lässt sich nicht lüften und schon gar nicht verdrängen. Zur Buchbesprechung bei NDR kultur.

Nino Haratischwili "Die Katze und der General"

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Autorin Nino Haratischwili

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Am Tisch mit Nino Haratischwili

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Nino Haratischwili konnte am Shortlist-Abend im Frankfurter Schauspiel nicht teilnehmen. Sie hatte sich zuvor schon mit hr2-Redakteur Ruthard Stäblein zu einem langen Gespräch über ihren Roman "Die Katze und der General" getroffen. Hören Sie hier mehr über das Buch und seine Entstehung.

Mehr über die sechs Titel der Shortlist, die Begründungen der Jury und Buchbesprechungen gibt es hier.