Streiterinnen Logo 2020

Jung, erfolgreich und weiblich: Das sind die Gäste der Talkreihe "Streiterinnen" auf der ARD-Buchmessenbühne. Sie alle wollen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft und haben ihre Kritik aufgeschrieben.

Eine Gesprächsrunde nur mit Frauen, jeden Tag zu einem anderen brennenden Thema unserer Zeit: Auch in diesem Jahr sind die "Streiterinnen" wieder zu Gast auf der ARD-Buchmessenbühne. Von Mittwoch bis Sonntag, immer um 14 Uhr, in der Frankfurter Festhalle. Die Talkreihe ist eine Kooperation von ARD und der Frankfurter Buchmesse - und geht in diesem Jahr in die dritte Runde.

Autorinnen wie die Sozialunternehmerin Sina Trinkwalder, die Gründerinnen Naomi Ryland und Lisa Jaspers, die Longlist-Autorin Olivia Wenzel, die Journalistin und Lehrerin Melisa Erkurt oder die ehemalige Prostituierte Emma Becker diskutieren rund um Themen wie ein soziales Wirtschaftssystem, Diskriminierung und Alltagsrassismus, Sexismus und gesellschaftliche Tabus, Extremismus, Vorurteile und Klischee-Denken. Bei allen Themen im Mittelpunkt: Gleichberechtigung - und das nicht bloß zwischen den Geschlechtern.

Moderatorinnen der Reihe sind Bärbel Schäfer (hr), Gitta Severloh (hr), Claudia Schick (hr) und Hadija Haruna-Oelker (hr). Alle Diskussionen können Sie im Livestream verfolgen. Im Anschluss sind die Gespräche als Videos verfügbar.

Die "Streiterinnen"-Reihe auf der ARD-Buchmessenbühne

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Leben mit Respekt?!

Sind Frauen die besseren Unternehmerinnen? Wie gelingt eine respektvolle Arbeitswelt mit Wertschätzung und fairen Arbeitsbedingungen? Und können soziale Businessmodelle genauso viel Erfolg haben wie herkömmliche?

Sina Trinkwalder hat angepackt, wovon andere nur reden: Sie hat 140 Menschen Arbeit und Selbstvertrauen gegeben. In ihrer Kleidermanufaktur wird von ehemals arbeitslosen Näherinnen und Nähern, vor allem von Frauen und Müttern, ökosoziale Kleidung produziert. Die erfolgreiche Unternehmerin ist überzeugt: Was im Kleinen gelingt, gelingt auch im Großen! Sina Trinkwalder wird der Diskussionsrunde digital zugeschaltet.

Sozialunternehmerin Sina Trinkwalder

Eine bessere Businesswelt ist möglich! Dieser Auffassung sind Naomi Ryland, Gründerin vom Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, und Lisa Jaspers, Gründerin des Fair-Trade-Unternehmens “Folkdays“. Es liegt an uns, sie zu erschaffen. Die Zeit, in der wir versucht haben, uns einer Männer-dominierten Startup-Welt und einem kaputten Wirtschaftssystem anzupassen, sind vorbei!

Naomi Ryland und Lisa Jaspers - beide in schwarzen Shirts

Trinkwalder, Ryland uns Jaspers – drei Autorinnen, die der Arbeitswelt zeigen, wie es mit Frauenpower besser geht!

  • Sina Trinkwalder "Heimat muss man selber machen", dtv
  • Naomi Ryland & Lisa Jaspers "Starting a Revolution", Ullstein
  • Moderation: Gitta Severloh (hr)

Donnerstag, 15. Oktober 2020, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Leben gegen Diskriminierung?!

Herrschen Diskriminierung, Rassismus und Schubladendenken mehr denn je im Alltag? Welche Auswirkungen hat dieses Verhalten für die Betroffenen? Und wo fängt Diskriminierung an?

Collage der Autorinnen Olivia Wenzel und Melisa Erkurt

"Ich habe mehr Privilegien, als je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem bin ich am Arsch. Ich werde von mehr Leuten gehasst, als meine Großmutter es sich vorstellen kann." Olivia Wenzel berichtet über Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit und über die Rollen, die von der Gesellschaft zugewiesen werden.

Jetzt sind die Verlierer dran! Die Journalistin und Lehrerin Melisa Erkurt gibt denen eine Stimme, die im System Schule nicht gehört werden. Die meisten ihrer Schülerinnen und Schüler würden nie ausreichend gut Deutsch sprechen, um ihr vorgezeichnetes Schicksal zu durchbrechen, so Erkurt. Nicht sie müssten sich ändern, sondern das System Schule müsse neue Wege gehen!

Wenzel und Erkurt - zwei Autorinnen, die sich gegen vorgezeichnete Schicksale und Diskriminierung zu Wehr setzen!

  • Olivia Wenzel "1000 Serpentinen Angst", S. Fischer Verlage
  • Melisa Erkurt "Generation haram", Hanser Literaturverlage
  • Moderation: Hadija Haruna-Oelker (hr)

Freitag, 16. Oktober 2020, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Leben selbstbestimmt?!

Selbstbestimmtheit in Form von Prostitution? Was genau macht Sexismus aus? Und was für eine Rolle spielen dabei Machtverhältnisse?

Emma Becker Susan Arndt

Emma Becker arbeitete zwei Jahre lang als Prostituierte. Sie nennt sich Justine. Und Justine hat Spaß am Sex! Ihre Kolleginnen sind sehr unterschiedlich, aber alle haben etwas gemeinsam: Sie fühlen sich in "La Maison" zu Hause. Die französische Autorin Emma Becker hat eine selbstbewusste Sicht auf Prostitution und bricht mit herkömmlichen Erwartungen. Sie spricht von der Macht der Frauen im Milieu.

Aber ist das vielleicht trotzdem eine Form von Sexismus? Die Professorin Susan Arndt untersucht, wie er sich äußert - der Sexismus als Herrschafts- und Machtsystem. Alltäglicher Sexismus - oft übersehen und bei Hinweis oft als "zu moralisch" oder "politisch hyperaktiv" abgetan oder ganz geleugnet. Eine Frage des Mutes, sich dazu zu äußern?

Becker und Arndt - zwei Autorinnen mit unterschiedlichen Perspektiven und einem gemeinsamen Ziel: Tabus zur Sprache bringen!

  • Emma Becker "La Maison", Rowohlt
  • Susan Arndt "Sexismus", C.H. Beck
  • Moderation: Bärbel Schäfer (hr)

Samstag, 17. Oktober 2020, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Leben wiedervereint?!

30 Jahre Wiedervereinigung. Ziehen sich die Grenzen in unserer Gesellschaft weiter fort? Wie hat sich die Rolle der Frau verändert? Rassismus und Extremismus – vor allem ein ostdeutsches Phänomen?

Greta Taubert und Valerie Schönian

Der Ostmann sächselt, wählt AfD und pöbelt tumb durch Deutschlands Straßen. Zeit, mit einem vorurteilsgeprägten Bild aufzuräumen und über deutsch-deutsche Rollenbilder nachzudenken. Die ostdeutsche Journalistin Greta Taubert zieht in den Kampf gegen aktuelle Klischees.

Wenige Tage vor der Wiedervereinigung kam Valerie Schönian in Sachsen-Anhalt zur Welt. Sie wurde geboren in einem Staat, der kurz darauf nicht mehr existierte. Lange dachte sie, "Ost/West" spiele keine Rolle mehr, doch je länger der Mauerfall zurückliegt, desto ostdeutscher fühlt sie sich.

Woher kommt das neue Ost-Bewusstsein, warum halten sich alte Klischees so hartnäckig, und was sagt das über die Deutsche Einheit aus? Taubert und Schönian - zwei ostdeutsche Autorinnen, die bewusst machen, welche Hürden es noch zu überwinden gilt!

  • Greta Taubert "Guten Morgen, du Schöner", Aufbau Verlag
  • Valerie Schönian "Ostbewusstsein", Piper
  • Moderation: Hadija Haruna-Oelker (hr)

Sonntag, 18. Oktober 2020, 14 bis 14.30 Uhr
Thema: Leben nachhaltig?!

Schluss mit Ausreden, falschen Versprechen, "Greenwashing" und "Fast Fashion"! Zeit für Konsum - aber mit Botschaft und Verantwortung!

Jana Braumüller, Nina Lorenzen und Kathrin Hartmann

Langweilige "Jute-Latzhosen-Öko-Klischees" gehören der Vergangenheit an. Es gibt ihn, den "grünen Lifestyle" - einfach umsetzbar und dazu noch modern und stylish! Dafür engagieren sich die Fashion-Ratgeberinnen Jana Braumüller und Nina Lorenzen - für faire Mode. Und klären auf: Wie erkennt man Mogelpackungen und Greenwashing?

Kathrin Hartmann, die unbestechliche Kritikerin aller Falschspielenden unter selbsternannten Umweltbewegten, wirft einen Blick auf diejenigen, die im Kampf gegen die Klimakrise bremsen. Sie klagt an - nicht nur die üblichen Verdächtigen: Energiekonzerne, Auto- und Landwirtschaftsindustrie, sondern auch linke und soziale Bewegungen, Klimaschützer und diverse Umweltverbände.

Braumüller, Lorenzen und Hartmann - drei Autorinnen, die "Greenwashing“ aufdecken, für Nachhaltigkeit einstehen und für einen umweltgerechten Handel kämpfen!

  • Jana Braumüller, Vreni Jäckle, Nina Lorenzen & Lena Scherer "Fashion Changers", Knesebeck Verlag
  • Kathrin Hartmann "Grüner wird's nicht", Blessing Verlag
  • Moderation: Claudia Schick (hr)