Comicartige Gesichter von zehn Frauen

Wer prägt die Welt, in der wir heute leben? Wie wollen wir sie künftig gestalten? Darüber sprechen die Autorinnen der Talkreihe "SHEROES - Streiterinnen für die Zukunft" auf der ARD-Buchmessenbühne.

Eine Gesprächsrunde nur mit Frauen, jeden Tag zu einer anderen Frage unserer gesellschaftlichen Zukunft: Auch in diesem Jahr sind die "Streiterinnen" wieder zu Gast auf der ARD-Buchmessenbühne. Von Mittwoch bis Sonntag, immer um 14 Uhr, in der Frankfurter Festhalle. Die Talkreihe "SHEROES - Streiterinnen für die Zukunft" ist eine Kooperation von ARD und der Frankfurter Buchmesse. Die Autorin, Journalistin und Podcasterin Jagoda Marinić moderiert die Reihe.

Ihre Bühnengäste sind Autorinnen wie die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die Politikerin Aminata Touré, die Unternehmerin Janina Kugel, die Journalistin Ciani-Sophia Hoeder. Sie alle streiten für eine lebenswerte Gesellschaft, die sich gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit auflehnt. Und sie streiten für Chancengleichheit von Frauen, immer der Frage folgend: Wie wollen wir leben und wie gestalten wir eine gute Zukunft?

Alle Diskussionen können Sie im Livestream verfolgen. Im Anschluss sind die Gespräche in der ARD Mediathek verfügbar.

Die "Streiterinnen"-Reihe auf der ARD-Buchmessenbühne

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 14 bis 14.30 Uhr

Wissen oder glauben? Der Kampf um die Wahrheit ist das Thema der ersten Ausgabe der “SHEROES – Streiterinnen für die Zukunft” bei der Frankfurter Buchmesse. Wissenschaftliche Forschung und ihre Bedeutung für politische Entscheidungen stehen wegen Klimawandel und Corona-Pandemie immer mehr im Fokus. Eine Nebenwirkung dieser Entwicklung: Falschinformationen und Verschwörungstheorien.

Ein Problem, das die Wissenschaftlerin und Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim als Herausforderung betrachtet. Sie sieht sich als Aufklärerin im Dienste von Wissenschaft und Wahrheit. Nicht selten gerät sie dadurch in die Schusslinie von Verschwörungstheoretiker:innen und Wissenschafts-Leugner:innen und wird darüber hinaus mit sexistischen oder rassistischen Klischees konfrontiert.

Mai Thi Nguyen-Kim erklärt seit 2016 auf ihrem YouTube-Kanal MaiLab (ehemals schönschlau) alltagsnahe Fragen aus der Wissenschaft. Heute arbeitet sie für das ZDF. In ihrem neuen Buch "Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit" prüft sie wissenschaftlich fundiert gesellschaftspolitische Streitfragen wie die Legalisierung von Drogen, Sicherheit von Impfungen und die Gender Pay Gap.

Mai Thi Nguyen-Kim
  • Mai Thi Nguyen-Kim "Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit: Wahr, falsch, plausibel - die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft", Droemer-Knaur

Donnerstag, 21. Oktober 2021, 14 bis 14.30 Uhr

Julia Friedrichs und Franziska Schutzbach diskutieren bei Arm oder reich? Der Kampf um Kasse und Klasse darüber, wie wir Arbeit in unserer Gesellschaft gestalten wollen. Eigentlich verspricht Arbeit Wohlstand, sozialen Aufstieg und eine sichere Rente. Doch was ist, wenn die Arbeit nur gerade so zum Überleben reicht? Wenn darüber hinaus auch der Respekt für die Arbeit, die wir leisten, fehlt? Und was ist eigentlich mit der unsichtbaren Arbeit, die vor allem Frauen im Alltag leisten?

Julia Friedrichs recherchiert als Journalistin, Filmemacherin und Autorin besonders dazu, wie Geld und Privilegien in der Gesellschaft verteilt sind. Ihr Dokumentar-Dreiteiler "Ungleichland" wurde 2019 mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Um soziale Ungleichheit geht es auch in Friedrichs neuen Buch "Working Class", für das sie verschiedene Menschen begleitet hat, die von ihrer Arbeit gerade so ihre laufenden Kosten decken können.

Die Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach lehrt und forscht zu verschiedenen Themen wie geschlechtlicher Ungleichkeit, Rechtspopulismus und Antifeminismus an Universitäten in der Schweiz und in Deutschland. Im Oktober erscheint ihr neues Buch "Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit", das mit dem ausbeuterischen System gegenüber Frauen aufräumt.

Julia Friedrichs und Franziska Schutzbach
  • Julia Friedrichs "Working Class", Piper-Verlag
  • Franziska Schutzbach "Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit", Droemer-Knaur

Freitag, 22. Oktober 2021, 14 bis 14.30 Uhr

Die Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler und Dilek Güngör diskutieren bei Ignorant oder sensibel? Der Kampf um Identität über ein zukünftiges Miteinander. Was dürfen wir sagen und was nicht? Kaum eine Frage wurde in der Öffentlichkeit und den Medien im vergangenen Jahr mehr diskutiert. Wo liegt die Grenze zwischen dem berechtigten Anliegen von Minderheiten nach Anerkennung und einer sogenannten Identitätspolitik, die die Gefahr einer gesellschaftlichen Spaltung in sich birgt?

Die Philosophin, Journalistin und Autorin Svenja Flaßpöhler ist Chefredakteurin des Philosophie Magazins und leitet das Programm des Kölner Philosophie-Festivals phil.COLOGNE. Sie hat mit der Arbeit "Der Wille zur Lust: Pornographie und das moderne Subjekt" promoviert. Flaßpöhlers neues Buch "Sensibel: Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren" erscheint im Oktober im Klett-Cotta-Verlag. 

Die Autorin Dilek Güngör hat es mit ihrem neuen Roman "Vater und ich" auf die diesjährige Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Zuvor hat sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht und Kolumnen für die Berliner Zeitung geschrieben. Güngör ist 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren und studierte Übersetzen, Journalistik und Race und Ethnic Studies.

Svenja Flasspöhler und Dilek Güngör
  • Svenja Flaßpöhler "Sensibel: Über moderne Empfindlichkeit und die Grenze des Zumutbaren", Klett-Cotta Verlag
  • Dilek Güngör "Vater und ich", Verbrecher Verlag

Samstag, 23. Oktober 2021, 14 bis 14.30 Uhr

Bei Einfältig oder vielfältig? Der Kampf um die Spitze zeigen Spitzenpolitikerin Aminata Touré und Unternehmerin Janina Kugel auf, was sich ändern muss, um auch an der Spitze Vielfalt zu ermöglichen. Beide haben trotz der Hürden, die ihnen als Schwarze Frauen in den Weg gelegt wurden, wirtschaftliche und politische Machtpositionen erreicht. Die sind in Deutschland allerdings noch immer überwiegend von weißen Männern mit akademischen Hintergrund besetzt. Touré und Kugel diskutieren, warum Minderheiten immer noch unterrepräsentiert sind und Diskussionen um die Quote nötig sind.

Aminata Touré ist seit 2017 Landtagsabgeordnete für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Schleswig-Holstein. 2019 wurde sie dort Vizepräsidentin - die jüngste und erste afrodeutsche Vizepräsidentin eines Parlaments in Deutschland. In der Politik setzt sie sich unter anderem für die Themen Antirassismus und Gleichstellung ein. Darum geht es auch in ihrem ersten Buch.

Die gebürtige Stuttgarterin Janina Kugel ist Managerin, Aufsichtsrätin und Beraterin. Seit 2020 ist sie Senior Advisor bei der Boston Consulting Group. Vorher war sie Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin bei Siemes. Dort hat sie Unternehmensstrukturen Schritt für Schritt verändert. Von ihren persönlichen Erfahrungen und über Schwachstellen in der aktuellen Arbeitswelt erzählt sie in ihrem 2021 erschienenen Buch.

Collage: Aminata Touré und Janina Kugel
  • Aminata Touré "Wir können mehr sein: Die Macht der Vielfalt", KiWi-Verlag
  • Janina Kugel "It's now: Leben, Führen, arbeiten - wir kennen die Regeln, jetzt ändern wir sie", Ariston Verlag

Sonntag, 24. Oktober 2021, 14 bis 14.30 Uhr

Bei Süß oder sauer: Der Kampf um die Wut geht es um die Frage, warum Wut bei Frauen immer gleich als anstrengend, zickig und hysterisch gewertet wird - bei Männern hingegen eher als energisch und durchsetzungsfähig. Wie lösen wir uns von solchen Rollenzuschreibungen? Wie schaffen wir es, Eigenschaften und Emotionen, die uns weiterbringen, unabhängig von unserem Geschlecht zuzulassen, um die Wut zu nutzen, die uns und die Gesellschaft weiterbringen kann? Darüber disktieren die Journalistinnen Ciani-Sophia Hoeder und Ann-Kristin Tlusty.

Ciani-Sophia Hoeder hat als freie Journalistin unter anderem für das SZ-Magazin und Edition F geschrieben, bis sie 2019 ein eigenes Magazin gründete: RosaMag, das erste Online-Lifestylemagazin für Schwarze Frauen in Deutschland. Sie beschäftigt sich dort mit Rassismus, intersektionalem Feminismus und dem Dasein eines Millenials. Im September 2021 erscheint Hoeders Debüt-Roman "Wut und Böse" im Hanser Verlag. 

Die 1994 geborene Ann-Kristin Tlusty schreibt über Themen wie mentale Gesundheit, Rassismus und Feminismus - als Redakteurin für Zeit Online und freiberuflich im politischen Feuilleton von Deutschlandfunk Kultur. Tlusty hat vorher an der Humboldt-Universität Berlin Kulturwissenschaften und Psychologie studiert. Im September ist ihr Debüt-Roman "Süß – eine feministische Kritik" im Hanser Verlag erschienen. 

Ciani-Sophia Hoeder und Ann-Kristin Tlusty
  • Ciani-Sophia Hoeder "Wut und Böse", Hanserblau Verlag
  • Ann-Kristin Tlusty "Süß - eine feministische Kritik", Hanser Verlag