Der Kanada-Pavillon besteht aus verschiedenen wellenförmigen Elementen.

Er soll die Kultur, Literatur und Gesellschaft des Gastlandes auf der Buchmesse näher bringen und den Austausch anregen: der Ehrengast-Pavillon. Kanada versucht das in diesem Jahr mit einem Mix aus Naturverbundenheit, Technologie und ganz viel Symbolik.

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Impression aus dem Ehrengast-Pavillon Kanada
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Es ist dunkel und ein leichter Nebel liegt in der Luft. Mystische Geräusche, ruhige Musik und Stimmen in verschiedenen Sprachen sind zu hören. Wer den Ehrengast-Pavillon Kanadas betritt, taucht in eine andere Welt ein. Anders auch deshalb, weil sich der Pavillon von denen der vergangenen Jahre unterscheidet: Er ist weniger dicht gefüllt, dafür aber digitaler.

Traditionell bekommt jedes Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse einen großen Raum in der zweiten Etage des Forums auf dem Messegelände - den Ehrengast-Pavillon, den es für die Messetage mit eigenen Ideen, Kunst und Botschaften füllen darf.

Besonders von diesen Botschaften gibt es im Kanada-Pavillon in diesem Jahr viel: Die Nähe zur Natur, der kulturelle Austausch, der technologische Fortschritt, das langsame Wieder-Annähern nach Zeiten von Reisebeschränkungen und Abstandsregeln.

Ein Spiel aus Licht, Spiegeln und Animationen

Der Designer Gonzalo Soldi hat besonders viel mit dem Spiel von Licht, Spiegeln und Animationen gearbeitet. Das alles nimmt wenig Raum ein und lässt Raum, um weiterhin Abstand zu halten. So wirkt der Pavillon zwar schlicht und ein wenig leer, dennoch gibt es viel zu entdecken.

Eine rote Linie auf dem Boden führt durch den Raum. Dabei gelangen die Besucherinnen und Besucher von einer wellenförmig gestalteten Ebene zur nächsten. "Die Form dieser Wellen und Hügel ist inspiriert von Papier, dass aus einer Druckmaschine quillt", erklärt Soldi als er am Dienstag sein Werk präsentiert. Das Zusammenspiel mit Animationen, die diese Wellen beleuchten, mache darauf aufmerksam, dass neue Technologien mit alten Technologien zusammenarbeiten.

Insgesamt fünf dieser wellenförmigen Bögen werden durchlaufen, bis der Weg vor einer Wand aus Spiegeln endet. "Die erste Ebene ist das Wasser, um nach Kanada zu gelangen", erklärt Soldi. Die zweite Ebene steht für Mineralgestein: "Das Fundament, auf dem Kanada liegt".

Danach kommt eine grün angeleuchtete Ebene, die Vegetation, Vielfalt und Kreativität darstellen soll. In einer interaktiven Ebene sind Videos mit englisch- und französischsprachigen Interviews von kanadischen Autorinnen und Autoren eingebaut. Und zuletzt folgt der Horizont: Eine Wand aus Spiegeln, die der Selbstbeobachtung und Reflexion dienen soll.

"Die Kultur ist noch am Leben"

Drei Jahre kreative Arbeit steckten in dem Ergebnis, so Gonzalo Soldi. Ursprünglich habe man viel mehr interaktive Elemente geplant, alles sollte dichter aneinander stehen. Doch das war wegen der Corona-Regeln nicht möglich. "Wir mussten immer wieder umdenken", sagt Soldi.

Trotzdem sind viele interaktive Elemente im Pavillon geblieben. Zwar gibt es keine Touchscreens, doch beim Vorbeigehen erscheinen auf den Wänden die Autorinnen und Autoren, die nicht persönlich zur Messe kommen konnten, im lebensgroßen Bewegtbild. Außerdem gibt es überall QR-Codes, die auf eine Webseite führen, auf der ein virtueller Pavillon zu entdecken ist.

Damit bleibt ein Teil des Ehrengast-Auftritts im zweiten Coronajahr digital - doch Kanada legt es als Bereicherung aus. Nun hoffe man, dass das Interesse an Kanada und an der Literatur des Landes über die verschiedenen Wege bei den Besuchern vor Ort und in ganz Deutschland geweckt wird. Aber nicht nur um das Image Kanadas geht es Ganzalo Soldi zufolge bei seinem Pavillon-Konzept. Es solle nach dem ausgefallenen Auftritt und den härtesten Monaten der Pandemie auch zeigen: " Die Kultur ist noch am Leben."

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