Eine Szene aus einem georgischen Theaterstück mit dem "Georgia Made by Characters"-Logo
Bild © Beka Javaxishvil, Georgia Made by Characters

Georgien bringt zur Frankfurter Buchmesse nicht nur Bücher mit, sondern sein geballtes Kulturprogramm. Kino, Konzerte, Theater, Kulinarisches und Videoabende auf YouTube. Das geht kurz vor der Messestart alles "auf Georgisch".

Georgien ist das Gastland der diesjährigen Buchmesse - aber was wissen wir überhaupt über das Land und seine Kultur? Bereits vor dem Messe-Start bietet sich die einmalige Chance, Georgien zu erleben. Der Ehrengast übernimmt dann an verschiedenen Tagen die Kulturszene in Frankfurt, Wiesbaden und Marburg:

Deutsches Filmmuseum

Gastland Georgien kommt im Oktober nach Frankfurt und bringt bis zu 20 Filme mit. Ab dem 2. Oktober zeigt das Deutsche Filmmuseum in einer Filmreihe die Vielfältigkeit des georgischen Kinos, das für seinen sehr eigenen Stil bekannt ist. Gezeigt werden Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Zeitlich gesehen reichen die Stücke bis in die Stummfilmzeit zurück - oder stammen aus den Jahren kurz nach der Unabhängigkeit im Jahr 1991.

Ausschnitt aus dem georgischen Kinofilm "Es war einmal eine Singdrossel"
Ein Ausschnitt aus dem georgischen Kinofilm "Es war einmal eine Singdrossel". Bild © Deutsches Filminstitut

Inhaltlich spielt die Geschichte des Landes eine wichtige Rolle und der Einfluss, den die Zensur auf die Filmbranche ausgeübt hat. Zusätzlich wird es Vorträge und Filmgespräche mit Regisseuren geben.

  • Was? Kinofilme aus Gorgien
  • Wann? 2. bis 31. Oktober
  • Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Junges Museum Frankfurt

Am 4. Oktober schlägt die reisende Erzählerin Zinnet Peken ihr ledernes Nomadenzelt im Jungen Museum Frankfurt auf. Dort wartet sie mit ihren Märchen, Mythen und Gedichten "Die Sonnenfrau: Msekala und Sismara -Träumer" aus Georgien auf Zuhörer und Zuhörerinnen im Alter von vier bis 15 Jahren.

Konolino-Zelt
Zinnet Peken erzählt im Konolino-Zelt Märchen und Geschichten aus Georgien. Bild © Çiya Rädle

Nach einer eineinhalbstündigen Märchen-Erzählung schafft Zinnet Peken die Brücke zur Realität: Wer will, kann dann noch etwas über die georgische Kultur erfahren. Und womit geht das am besten? Mit der selbstzubereiteten georgischen Spezialität "Khachapuri" - mit Käse gefüllte und überbackene Teigtaschen.

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Gruppen. Anmeldungen nimmt Zinnet Peken unter der E-Mail-Adresse "kontakt@konolino.de" an.

  • Was? Märchen & Geschichten-Workshop für Kinder
  • Wann? 4. bis 5. Oktober, jeweils ab 10, 11.45 und 14 Uhr
  • Eintritt: 3,50 Euro

Künstlerhaus Mousonturm

In Georgien gehört das Theater untrennbar zum gesellschaftlichen Leben - es ist der moralische Gradmesser der Nation. In verschiedenen Theaterstücken präsentieren das Künstlerhaus Mousonturm und der diesjährige Ehrengast die künstlerische Gegenwart Georgiens, sozusagen das theatrale Porträt des Landes.

Theaterstücke aus Georgien
Im Künstlerhaus Mousonturm zeigt der Ehrengast seine zeitgenössische Theaterlandschaft. Bild © Beka Javaxishvil

Großen Einfluss auf die heutige Theaterlandschaft hatten dabei die gesellschaftlichen, politischen und territorialen Umbrüche des Landes. Ab dem 2. Oktober laufen im Mousonturm die aktuellsten Stücke und Inszenierungen der bekanntesten Autoren, Bühnen und ihrer Schauspieler sowie alternativere Performance-Projekte junger freier Gruppen.

Schauspiel Frankfurt

"Ramona" ist die neue Produktion aus dem Rezo Gabriadze Theater in der georgischen Haupststadt Tiblisi - eine der international bedeutendsten Kulturinstitutionen. Namensgeber des Theaters ist der Künstler, Autor und Regisseur Reza Gabriadze, der auch die Performance für "Ramona" entworfen hat.

Puppenspiel des Rezo Gabriadze Theater
Die Puppenperformances sind das Markenzeichen des Rezo Gabriadze Theater. Bild © Tako Robakidze

Das Theater gastiert inzwischen weltweit - berühmt wurde es mit seinen tiefgründigen Puppenperformances. Zum Anlass der Frankfurter Buchmesse kommt das georgische Puppenspiel "Ramona", eine tragische Geschichte zweier verliebter Züge, nun auch ins Schauspielhaus Frankfurt. Besucher erwartet ein Stück in georgischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Freitagsküche

Nicht nur in der Gourmet Gallery auf dem Messegelände können Besucher georgische Spezialitäten probieren - zur Buchmesse wird es auch ein kulinarisches Festival zum Ehrengastland geben. Das Zentrum der Veranstaltung "Georgia is Cooking" bildet das Restaurant Freitagsküche im Frankfurter Gallus.

Die georgische Spezialität Khachapuri: mit Käse gefüllte und überbackene Teigtaschen.
Die georgische Spezialität Khachapuri: mit Käse gefüllte und überbackene Teigtaschen. Bild © Georgia Made by Characters

Besucher können mittags und abends im georgischen Ambiente die traditionelle und neue georgische Küche testen. Als Teil des diesjährigen Bookfests der Frankfurter Buchmesse wird es in der Freitagsküche auch Musik-, Poesie- und Performance-Auftritte geben.

  • Was? Kulinarisches Festival "Georgia is Cooking"
  • Wann? 10. bis 12. Oktober
  • Eintritt: Verzehr- und Getränkepreise, Dinner-Ticketpreise

Live-Stream zum ARTE-Konzert

An einem Abend können Gäste die gesamte Bandbreite der georgischen Musik erfahren: Im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens veranstaltet ARTE ein großes Konzert zu Ehren des Gastlandes Georgien. Das Programm von "The Sound of Georgia" schlägt einen großen Bogen von der Klassik zur Pop-Musik, von der georgischen Folklore zum Jazz. Markenzeichen der georgischen Musik ist das "Cross-Over" durch unterschiedliche Musikgenres und Zeiten.

Ausgewählte Musiker des ARTE-Konzerts "The Sound of Georgia"
Klassik, Pop, Elektro oder Folklore -renommierte Musiker aus allen Genres präsentieren sich auf dem Konzert. Bild © ZDF/Nikolaj Georgiew, ZDF/Sammy Hart, ZDF

Alte Oper Frankfurt

Gastland Georgien bringt eines der Meisterwerke des georgischen Komponisten Giya Kantscheli mit. Die Komposition "STYX" wird am 13. Oktober in der Alten Oper aufgeführt - von der georgischen Geigerin Lisa Batiashvili, dem Georgian Philharmonic Orchestra, dem Frauenkammerchor der Stadt Gori unter der Leitung von Teona Tsiramua sowie dem Chor der Dreifaltigkeitskirche unter der Leitung von Svimon Jangulashvili. Als Dirigent wirkt Nikoloz Rachveli, der sowohl Chefdirigent als auch musikalischer Leiter des Georgian Philharmonic Orchestra ist.

Georgian Philharmonic Orchestra
Das Georgian Philharmonic Orchestra ist nur ein musikalisches Highlight an dem Abend. Bild © Khatia Psuturi

Hessisches Landestheater Marburg

Radio Universe
Die Autorin und Dramatikerin Nino Haratischwili versetzt ihre Gäste mit ihrem Stück "Radio Universe" in die Zeit kriegerischer Konflikte in Osteuropa.

"Radio Universe" Szene
Die Koproduktion mit dem Theater Tumanishvili in Tbilisi wird von der Autorin Nino Haratischwili selbst mit georgischen und deutschen Schauspielern inszeniert. Bild © Katrin Schander/HLTM
Audiobeitrag
ARD-Gespräch mit Nino Haratischwili

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Am Tisch mit Nino Haratischwili

Ende des Audiobeitrags

Während in Deutschland mitten im Sommer Schnee fällt, fallen im Osten Bomben. Sechs Menschen und ihre Geschichten voller Sehnsucht, Liebe und Tod werden durch Jo, den Radiomoderator, und seine Sendung miteinander verknüpft. Radio Universe verbindet Ost und West, verbindet Georgien und den dort plötzlich ausgebrochenen Krieg mit Deutschland. Die Koproduktion mit dem Theater Tumanishvili in Tbilisi wird von der Autorin selbst mit georgischen und deutschen Schauspielerinnen inszeniert - und wird zweisprachig sein.

Bakulas Schweine
Schweine auf der Theaterbühne - das ist wohl eine eher seltene Begebenheit. Georgien macht dieses Spektakel nun im Hessischen Landestheater in Marburg möglich. Das Gastland präsentiert David Kldiashvilis Stück "Bakulas Schweine" - ein Spiel über einen kuriosen Nachbarschaftsstreit, welcher dann zur Sinnkrise des einen Nachbarn führt.

Szene aus dem georgischen Theaterstück "Bakulas Schweine"
Eine Szene aus dem georgischen Theaterstück "Bakulas Schweine". Bild © Hessisches Landestheater Marburg

Der Ausgangspunkt: Die Schweine des Nachbarn gewöhnen sich an den Garten von Galaktion Khosoliani und verwüsten ihn. Khosolianis Nachbar unternimmt jedoch nichts, also versucht Khosoliani ihn durch die Bekanntschaft mit einer Kanzleibeamtin einzuschüchtern. Er lädt sie ein, doch die Beamtin samt Kollegschaft betrinken sich und benehmen sich bei ihm Zuhause schlimmer als die Schweine. Das führt zur Sinnkrise: Khosoliani weiß nicht mehr, wie er vorgehen soll und wo er Gerechtigkeit findet. Das Stück wird mit deutschen Untertiteln präsentiert.

Steigenberger Frankfurter Hof

Szene aus "Bevor wir uns kennenlernten"
Die Hotel-Performance aus Georgien wird in einer Suite im Steigenberger Frankfurter Hof präsentiert. Bild © Georgia Made by Characters

Eine mitreißende Theater-Performance aus Georgien findet im Oktober seine Bühne im Steigenberger Frankfurter Hof. Das Stück "Bevor wir uns kennenlernten" von Basa Janikashvili spielt passenderweise in einem Hotelzimmer: Um der Monotonie des Ehelebens zu entfliehen, wagen Gia und Nino einen Seitensprung. Sie treffen sich im Hotel, doch dann tauchen ihre Ehepartner dort auf. Doch dann stellt sich heraus, dass die jenseits der Tür Stehenden sie selber sind.

  • Was? Performance "Bevor wir uns kennenlernten"
  • Wann? 16. Oktober, 20 Uhr bis 21.20 Uhr
  • Eintritt: ab 27 Euro

Museum für Moderne Kunst

Deutschlandpremiere im MMK: Der gebürtige Georgier und Wahlberliner Andro Wekua präsentiert am 11. Oktober seine neue Filminstallation "Burning Palm". Wekua gilt als einer der populärsten zeitgenössischen Künstler Georgiens. Die Veranstaltung wird vom georgischen Dichter Rati Amaglobeli literarisch begleitet.

Andro Wekua MMK
Wekuas neuester Film "All is Fair in Dreams and War" (2018). Bild © Andro Wekua/Courtesy Gladstone Gallery, New York and Sprüth Magers
  • Was? Werkpräsentation "Burning Palm"
  • Wann? 11. Oktober, 19 Uhr
  • Eintritt: frei

Literaturhaus Frankfurt

Naira Gelaschwili zählt in Georgien zu den bedeutendsten literarischen Stimmen, die mit ihren nonkonformen Texten immer wieder aneckt. Ihre Novelle „Ich fahre nach Madrid“ wurde 1982 zunächst nur in einer Literaturzeitschrift publiziert und sorgte für großes, auch politisches Aufsehen.

Naira Gelaschwili
Autorin Naira Gelaschwili wird im Literaturhaus Frankfurt lesen. Bild © privat

Heute wie damals lässt sich der Text als poetische Form der Kritik an totalitären Regimes lesen, aber überraschenderweise genauso als eine Geschichte über die Anforderungen der Arbeitswelt. Die Autorin kommt mit ihrem Werk "Ich fahre nach Madrid" zu einer Lesung ins Literaturhaus Frankfurt. Eine Rezension zu dem georgischen Literaturstück "Ich fahre nach Madrid" finden Sie hier.

  • Was? Lesung von Naira Gelaschwili
  • Wann? 8. Oktober, 19.30 Uhr
  • Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro

Filmforum Höchst

Georgiens gefragtester Regisseur kommt an einem Abend nach Frankfurt. George Ovashvili stellt im Filmforum Höchst seine beiden neuesten Filme vor - anschließend wird diskutiert. Der Abend beginnt um 18 Uhr mit der Vorstellung von "Khibula - Vor dem Frühling". Der Film zeigt einen entmachteten Präsidenten, der auf der Suche nach Unterstützung durch die schneebedeckten Berge des Kaukasus zieht.

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Danach geht es weiter mit einer Geschiche vom Leben und Überleben zwischen Krieg und Gewalt und von Mensch und Natur, angesiedelt in einer Flusslandschaft an der Demarkationslinie zwischen Georgien und Abchasien. Der Titel des Films lautet "Simindis kundzuli - Die Maisinsel".

  • Was? Filmvorführung und Diskussion - zwei Filme
  • Wann? 7. Oktober; erster Film um 18 Uhr, zweiter Film um 20.30 Uhr
  • Eintritt: 7 Euro, Kartenservierung möglich

Sie interessieren sich für Ausstellungen zum Ehrengast? In Frankfurt und Offenbach präsentiert sich Georgien in verschiedenen Museen - hier finden Sie eine Übersicht.