Eröffnung Buchmesse 2018
Georgiens Ministerpräsident Mamuka Bakhtadze, EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der Vorsteher des Deutschen Börsenvereins Heinrich Riethmüller Bild © picture-alliance/dpa

Die Frankfurter Buchmesse ist am frühen Dienstagabend eröffnet worden - mit drei Hammerschlägen. Politiker und Promis flanierten zuvor über den Roten Teppich.

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Mit einem Appell, sich für Menschenrechte einzusetzen, wurde am frühen Dienstagabend die Frankfurter Buchmesse mit drei Hammerschlägen eröffnet. "Wir müssen uns dringend neu mit den Menschenrechten auseinandersetzen", sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, "wir müssen sie täglich neu verteidigen." Die Buchbranche sehe den Einsatz für Menschenrechte und das Gelingen einer freien demokratischen Gesellschaft als Pflicht und Aufgabe an.

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Der offizielle Festakt zur 70. Frankfurter Buchmesse lockte viele bekannte Gesichter aus Politik, Film und Fernsehen auf das Frankfurter Messegelände. Politiker wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel und die ehemalige Frankfurter Bürgermeisterin Petra Roth (CDU) zeigten sich vor der Eröffnung auf dem Roten Teppich.

Neben ihnen waren auch Promis aus TV und Film gekommen: Schauspielerin Esther Schweins, Moderatorin Dunja Hayali, Christian Berkel, Christian Brückner und Pinar Atalay waren zu sehen. Auch anwesend waren Schauspielerin Jasmin Tabatabai, Publizist und Moderator Michel Friedmann sowie Schauspielerin Sabine Vitua.

Feldmann: "Keine Toleranz für Rassismus"

Auf der Eröffnungsfeier stellte Oberbürgermeister Feldmann in seiner Ansprache klar, welche Haltung die Gastgeber-Stadt Frankfurt vertritt: "Frankfurt hat immer davon profitiert, dass es seine Tore geöffnet hat. Wir haben keine Toleranz für Rassismus und Diskriminierung. Das dulden wir nicht."

Diesjährige Gastrednerin war die Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini. Sie stellte die Vielfalt als wahre Stärke der europäischen Kultur heraus: "Vielfalt heißt nicht, dass man seine Identität aufgibt - sondern im Gegenteil. Wir haben eine wunderbare europäische Kultur geerbt, aber die Zukunft wird gebaut. Europa ist das, was wir daraus machen."

Der Gastauftritt der EU-Vertreterin war auch ein Symbolakt - nicht zuletzt für den Ehrengast Georgien, der sich eine Annäherung an Europa wünscht. Der georgische Premierminister Mamuka Bakhtadze kam ebenfalls zur Eröffnung. Georgiens Autor Aka Morchiladze und die deutsch-georgische Autorin Nino Haratischwili hielten bei der Feier die literarische Ansprache.

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Haratischwili, die aus Georgien stammt, mittlerweile aber in Hamburg lebt, betonte, wie kraftvoll die Macht der Bücher sei - und wie wichtig die Rolle des Ehrengastlandes: "So wie die Literatur zu meiner persönlichen Brücke wurde, glaube ich, dass sie auch Länder vereinen kann."

Georgien feiert jeden Messe-Tag bis 21 Uhr

Georgien nimmt seine Rolle als Ehrengast sehr ernst und nutzt die Chance, sich als Land und als Kultur präsentieren zu dürfen. Schon vor dem Buchmesse-Start hat Georgien seine größten kulturellen Schätze nach Frankfurt gebracht und beim Museumsuferfest in Frankfurt farbige Akzente gesetzt.

Mit ihrem derzeit angesagtesten DJ schmeißen die Georgier von Mittwoch bis Samstag jeden Abend eine Party im Ehrengast-Pavillon und schicken die Buchmesse mit der extralangen Ehrengast-Happy-Hour täglich in die Verlängerung.

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Das Geheimnis, wie der Ehrengast-Pavillon in diesem Jahr aussehen wird, ist am Dienstag gelüftet worden: Georgien hat sich in seinem Pavillon ganz auf sein Alleinstellungsmerkmal besonnen.

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Pavillon Ehrengast Georgien

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Entlang der 33 merkwürdig geschwungenen Buchstaben des einzigartigen Alphabets schicken die Macher ihre Besucher auf eine kulturelle Reise durch Geschichte und Gegenwart des zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer eingeklemmten Landes. Der Gastlandauftritt heißt: "Georgia - Made by Characters".

Blogger und Youtuber willkommen

Die Buchmesse setzt in diesem Jahr auf Großveranstaltungen mit Publikumsmagneten wie Otto Waalkes und bietet Bloggern und YouTubern ein Forum. Immer mehr Internetstars präsentieren sich als schreibende Promis auf der Messe. Die vor drei Jahren gestartete Messe in der Messe mit dem Titel "THE ARTS+" etabliert sich und verspricht einige schräge Auftritte.

Highlights: Musikerin und Komponistin Lizzy Scharnofske mit ihrem 3D-Musikanzug oder "Cyborg" Moon Ribas - eine junge Frau, die durch einen implantierten Chip im Oberarm zu vibrieren und tanzen beginnt, sobald sich auf der Erde ein Erdbeben anbahnt.

Buchmesse fährt eigene Politik-Kampagne

Gleichzeitig will die Messe auch inhaltlich ein Zeichen setzen: Anstatt das eigene offizielle 70. Jubiläum zu feiern, zelebriert die Buchmesse mit ihrer Kampagne "On The Same Page" das 70-jährige Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Dieser politische Akzent spiegelt sich vor allem im "Weltempfang" wider: Podiumsdiskussionen mit prominenten Gästen wie Deniz Yücel sind zum Thema Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, zur Lage in Polen oder der Türkei angesetzt.